Ukraine-Operation gegen Russlands Rüstungsindustrie: Selenskyj stellt Plan vor
„Wir brauchen mehr Druck“ – Selenskyj ordnet Operation gegen Russlands Rüstungsindustrie an
Stand: 07.08.2026, 19:51 Uhr
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Ukraine-Präsident Selenskyj verlangt die vollständige Umsetzung – und knüpft damit an ein bereits laufendes Sanktionspaket an.
Kiew – Jede Rakete und jede Drohne, die Russland in seinem Angriffskrieg auf ukrainische Städte abfeuert, enthält Teile aus dem Ausland. Fast jede einzelne Waffe. Das ist eine Erkenntnis, die Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag (7. August 2026) nach einer Koordinierungssitzung mit seinen Sicherheitsbeamten öffentlich machte. Und jetzt soll daraus eine Gegenoffensive werden – nicht mit Panzern oder eigenen Raketen, sondern mit Sanktionen.

„Die wichtigste Aufgabe ist es, Russland keine Zeit zu lassen, sich an die Beschränkungen anzupassen“, erklärte Selenskyj auf Facebook. Er hat seine Behörden angewiesen, eine sogenannte „spezielle Sanktionsoperation“ vorzubereiten. Das Ziel: Russlands Wirtschaft gezielt treffen – durch Sanktionen gegen konkrete Unternehmen in konkreten Sektoren.
„Ich habe angeordnet, einen klaren Plan für eine spezielle Sanktionsoperation auszuarbeiten, die Russlands Militär-Industriellen Komplex spürbar einschränken soll – bestimmte Unternehmen in den von uns festgelegten Bereichen“, äußerte der Präsident. Jeder Teilnehmer der Sitzung habe klare Aufgaben erhalten – und er erwarte vollständige Umsetzung.
Ukraine-Krieg: Westliche Chips in russischen Raketen
Der Kern des Problems: Russland baut seine Waffen nicht alleine. „In jeder russischen Rakete, in jeder Drohne, in den meisten anderen Arten russischer Waffen stecken kritische Komponenten aus anderen Ländern – ohne die solche Waffen schlicht nicht existieren würden“, so Selenskyj. Forensische Analysen von Trümmerteilen einer russischen Iskander-M-Rakete, die am 24. Mai die Stadt Bila Tserkva traf, ergaben Bauteile aus den USA, Taiwan, Japan, China, Belarus und der Schweiz. Rund 35.000 ausländische Komponenten sollen allein in einem russischen Raketen- und Drohnenangriff im Juli verbaut gewesen sein.
Besprochen wurden laut Ukrainska Pravda auch Werkzeugmaschinen und Technologien, bei denen Russland nach Selenskyjs Einschätzung eine Generation hinter dem Westen zurückliegt. „Wir brauchen mehr Druck, um die Verbindungen des Aggressorstaates mit der übrigen Welt einzuschränken“, sagte er.
Anschluss an bestehende Sanktionsmaßnahmen gegen Russland
Die angekündigte Operation kommt kurz nach dem 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland, das am 23. Juli 2026 in Kraft trat. Bereits am 4. August hatte Selenskyj Sanktionen gegen 23 Unternehmen und 20 Personen unterzeichnet, die für den russischen Rüstungssektor arbeiten, wie Interfax–Ukraine berichtete. (Quellen: Selenskyjs Facebook-Post vom 6. August 2026, Ukrainska Pravda, Interfax-Ukraine) (cgsc)