BYD-Vizechefin Stella Li über die Pläne des E-Auto-Giganten
BYD-Vizechefin Stella Li im Interview
"Wir wollen das beste Unternehmen in der Industrie werden"

BYD strotzt vor Selbstbewusstsein, kommt mit immer mehr Marken und Modellen nach Deutschland. Im AUTO BILD-Interview verrät BYD-Vizechefin Stella Li, wie das Unternehmen zur Nummer eins der Autoindustrie aufsteigen will.
Bild: Matthias Brügge
- Matthias Brügge
27. Juli 2026, 06:13 Uhr
Auf dem Goodwood Festival of Speed, der vielleicht wichtigsten Autoshow in Europa, hatte
BYDden größten Stand, den es je in Goodwood gab. Mit großem Selbstbewusstsein drängt der chinesische Autohersteller mit den drei Marken BYD, Denza und Yangwang nach Europa. Bis Ende 2026 wird der Hersteller in Europa mit 17 Modellen vertreten sein. Am Rand der Autoshow hatte AUTO BILD die Gelegenheit zum Gespräch mit Stella Li (Jahrgang 1970), Vizepräsidentin bei BYD.
AUTO BILD: Kürzlich haben Sie das Ziel angekündigt, dass BYD zum Autohersteller Nummer eins aufsteigen will. Sie wollen dabei nicht aggressiv auftreten. Haben Sie keine Sorge, dass schon das Ziel als aggressiv wahrgenommen wird? Stella Li: Unser Ziel ist ambitioniert – wir wollen das beste Unternehmen in der Industrie [Autoindustrie, d. Red.] werden, dann können wir die Kunden glücklich machen. Genau das haben wir vor.
Wie, denken Sie, kann BYD die europäischen, die deutschen Autokäufer überzeugen? Sie beschreiben unsere Herausforderung. Nehmen Sie die
Präsentation des Denza Zhier in Goodwood als Beispiel. Die Leute sehen das Auto, sagen: "So cool!" Das hat einen wunderschönen Effekt, die Menschen reagieren emotional. Das funktioniert auch über Daten: 1604 PS, null auf hundert in zwei Sekunden!
Was unterscheidet BYD und die Tochtermarken von anderen Autoherstellern?
BYDist vor allem eine Technologie-Firma. Wir vertrauen auf den Ruf unserer Marken. Ob nun die Massenmarke BYD oder Denza oder Yangwang: Die Leute erkennen die coole Technologie dahinter. BYD heißt für uns Technologie.
Rechnen Sie mit europäischen Zöllen auf Plug-in-Hybride? Wir sind ein privates Unternehmen. Was die EU-Behörden planen, wissen wir nicht. Wir werden sehen.
Viele europäische Autokäufer wählen konventionelle Vollhybride. Wird BYD in diesen Markt einsteigen? Nein, wir produzieren ausschließlich reine E-Autos und Plug-in-Hybride.
Sie haben angekündigt, dass BYD in Europa das Flash-Charging [Laden mit bis zu 1500 kW Ladeleistung, d. Red.] anbieten wird. Wann kommt es nach Deutschland? Wir werden es in vielen europäischen Ländern vor Ende des Jahres [2026, d. Red.] anbieten, in Deutschland, in den Niederlanden, Großbritannien. Unser Ziel ist es, bis 2027 rund 6000 Flash-Charger außerhalb Chinas zu betreiben.
Sprechen wir über Batterie-Technologien: Wann werden wir die erste Feststoff-Batterie in einem BYD sehen? BYD ist in der Führungsposition für
Feststoffbatterien. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir diese Batterietechnologie nutzen. Viele unserer 120.000 Ingenieure arbeiten daran.
Was halten Sie von anderen Batterie-Technologien wie Natrium-Ionen-Batterien? Wir setzen auf verschiedene Technologien zur Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Batterie. Es gibt in diesem Bereich viele Aktivitäten.
Wie wichtig sind Umweltaspekte für Ihre Firma? Sehr wichtig. Eines unserer Haupt-Unternehmensziele lautet: "Cool the Earth by 1 degree." [Auf Deutsch: "Kühlen wir die Welt um 1 Grad herunter"; d. Red.]
BYD baut batterieelektrische Autos wie auch Plug-in-Hybride. Welche Antriebsart ist für Ihr Unternehmen wichtiger? Für uns sind beide Technologien gleich wichtig.
Was ist Ihre persönliche Vision für die Zukunft der Mobilität, abseits der Elektrifizierung? Was wird die nächste Generation von Autos bestimmen? Es gibt dank unseres Flash-Charging ja kaum Wartezeit. Neulich hat sich ein Mitarbeiter sogar bei mir beschwert, das fünf Minuten dauernde Laden ginge ihm zu schnell, weil er kaum Zeit für eine Pause habe.
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