WM 2026: Spanien schlägt Frankreich und steht im WM-Finale


Die spanischen Spieler feiern Pedro Porro nach seinem Treffer gegen Frankreich

Mbappé und Co. harmlos Spanien bändigt Frankreich und steht im WM-Finale

Stand: 15.07.2026 • 02:13 Uhr

Spanien dominiert das erste Halbfinale der WM 2026 gegen Frankreich und zieht verdient ins Endspiel ein. "Les Bleus" bleiben hinter den Erwartungen zurück.

Spanien ist der erste Finalist der WM 2026. Die Iberer setzten sich dank der Treffer von Mikel Oyarzabal (22., Elfmeter) und Pedro Porro (58.) verdient mit 2:0 (1:0) im Halbfinale gegen Frankreich durch. Bei der Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente ging der Matchplan nach einem französischen Elfmeter-Geschenk voll auf. Die Iberer besaßen zumeist Ball- und Spielkontrolle und ließen die Équipe Tricolore nicht zur Entfaltung kommen.

Die französische Traum-Offensive um Kylian Mbappé blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück - ausgerechnet am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag. Der Weltmeister von 2018 und Finalist von 2022 wird somit 2026 nicht im Endspiel stehen.

Luis de la Fuente: "Sind sehr glücklich"

"Ich kann meine Gefühle schwer in Worte fassen. Wir sind extrem glücklich", sagte der spanische Trainer de la Fuente nach dem Match. "Wir haben eine große Verantwortung für das ganze Land - ich freue mich für mich, die gesamte Mannschaft und das Land, dass wir im Finale stehen." Wenig später legte der Erfolgscoach beim spanischen Fernsehsender "La 1" nach: "Wir mussten gegen eine der besten Nationalmannschaften der Welt spielen - aber ihnen stand die allerbeste Mannschaft der Welt gegenüber."

Didier Deschamps: "Spanien auf einem anderen Niveau"

Bei den Franzosen herrschte entsprechend Tristesse. "Die Enttäuschung in der Kabine ist groß", sagte Trainer Didier Deschamps. "Spanien hat heute gezeigt, dass sie auf einem anderen Niveau spielen."

Frankreich mit zwei Neuen gegen Spanien

"Les Bleus" starteten gegen Spanien mit Mbappé im Sturmzentrum. Der Angreifer war beim 2:0 gegen Marokko im Viertelfinale mit einem schmerzenden Knöchel ausgewechselt worden. Frankreichs Coach Deschamps veränderte seine Mannschaft auf zwei Positionen: Im Angriff erhielt Barcola den Vorzug vor Désiré Doué und im Mittelfeld ersetzte Aurélien Tchouaméni, der zuletzt an Adduktorenproblemen laboriert hatte, Manu Koné. Beim spanischen Trainer de la Fuente lautet das Motto "Never change a winning team". Die Selección begann mit der gleichen Elf wie schon im Viertelfinale gegen Belgien (2:1).

Zu Beginn hielt das Spiel nicht, was das Aufeinandertreffen der beiden Mit-Favoriten vorab versprochen hatte. Es dauerte, bis beide Teams im Spiel angekommen waren, die Anfangsphase war von vielen leichten Fehlern geprägt.

Mikel Oyarzabal trifft vom Punkt für Spanien

Praktisch aus dem Nichts erhielt dann in der 20. Minute Spanien einen Elfmeter. Eine Flanke von Linksverteidiger Marc Cucurella bekam Lucas Digne nicht unter Kontrolle. Der französische Außenverteidiger übersah den heranstürmenden Lamine Yamal in seinem Rücken und erwischte den Flügelspieler bei seinem Klärungsversuch am Oberschenkel.

Frankreichs Lucas Digne foult Lamine Yamal im eigenen Strafraum.

Eine klare Sache - Schiedsrichter Ivan Barton aus El Salvador entschied sofort auf Strafstoß. Oyarzabal ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte mit links ins rechte Eck zum 1:0 für Spanien (22.).

Frankreichs Angriff unauffällig

Auch in der Folge gab es zunächst kaum wirklichen Torszenen. Stattdessen lange Passstaffetten der Spanier, die Ball und Spiel meist kontrollierten. Frankreich agierte ungewohnt fahrig, die hochgelobte Offensive blieb unauffällig. Mbappé war bemüht, aber glücklos, Michael Olise war in Halbzeit eins überhaupt kein Faktor. Den ersten nennenswerten Abschluss gab es durch einen Schuss aus 18 Metern von Bradley Barcola, der sein Ziel aber um einige Meter verfehlte (36.).

Zwei Minuten später hätte Spanien nach einer herausragenden Kurzpass-Kombination über Rodri, Dani Olmo, Yamal und Fabián Ruiz fast nachgelegt, doch Frankreichs Innenverteidiger Dayot Upamecano störte Ruiz in höchster Not am eigenen Fünfmeterraum, sodass der Ball knapp neben das Tor ging. In der Schlussphase der ersten Hälfte hatte Frankreich dann etwas mehr vom Spiel, konnte die spanische Ordnung aber nicht entscheidend stören. Zur Pause führten die Iberer dank des einzigen Torschusses, der bis dahin überhaupt auf den Kasten gekommen war, verdient mit 1:0.

In der zweiten Hälfte versuchte Frankreich, die spanische "Passmaschine" durch ein höheres Pressing zu stören, doch das Team von Coach de la Fuente ließ weiterhin Ball und Gegner laufen und löste sich so geschickt aus dem Gegnerdruck. Die Selección hatte durch Oyarzabal den ersten Abschluss der zweiten Halbzeit, doch der 18-Meter-Versuch des Mittelstürmers ging über das französische Tor (52.).

Pedro Porro trifft nach starker Kombination

In der 57. Minute reagierte Frankreichs Coach Deschamps und brachte Desiré Doué für Barcola, um für frischen Wind im Angriff zu sorgen. Doch den nächsten Treffer erzielte Spanien: Pedro Porro spielte einen Doppelpass mit Dani Olmo, hebelte dadurch die gesamte französische Abwehr aus, blieb frei vor Keeper Mike Maignan cool und versenkte den Ball rechts unten zum 2:0. Wenig später jubelte Spanien erneut, doch Yamal stand bei seinem Treffer hauchdünn im Abseits (61.).

Jetzt schien auch Frankreich aufgewacht. Mbappé scheiterte aus spitzem Winkel an Spaniens Torhüter Unai Simón (64.), drei Minuten später schoss der Superstar aus 16 Metern nur knapp am spanischen Kasten vorbei, Cucurella hatte noch abgefälscht (67.).

Im Anschluss hatte Spanien Frankreichs Offensive wieder gut im Griff. Die Iberer standen nun tief und lauerten auf Umschaltaktionen, "Les Bleus" hatten weiterhin Probleme, in den gegnerischen Strafraum zu gelangen. In der 81. Minute eilte Simón aus seinem Strafraum, um einen langen Ball zu klären, köpfte allerdings direkt auf Doué. Dessen Schussversuch wehrte er aber - zurück im Sechzehner - ohne Probleme ab. Weitere Chancen hatte Frankreich gegen die leidenschaftlich verteidigenden Spanier nicht, die Mannschaft von Coach Deschamps kam über Ansätze nicht hinaus.

Spanien erster WM-Finalist

So blieb es beim verdienten 2:0-Erfolg Spaniens gegen das diesmal schwache Frankreich. Die Iberer sind somit erster Finalist der WM 2026 und spielen am Sonntag (21 Uhr MESZ) in New York / New Jersey um den Titel. Gegner wird der Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen England und Argentinien am Mittwoch (21 Uhr, live im Ersten und im Livestream auf sportschau.de) sein.

Frankreich hingegen muss im Spiel um Platz drei gegen den Verlierer ran. Das "kleine Finale" wird am Samstag, 18. Juli, um 23 Uhr (MESZ) in Miami angepfiffen.