Erst Wasserschaden, dann Kakerlaken-Grusel - B.Z. – Die Stimme Berlins
Treptow – Vom Regen in die Traufe gefallen! Wegen eines Wasserschadens musste Simone Heinrich (55) in eine Ersatzwohnung umziehen. Dort gab es keine Küche, dafür aber Kakerlaken-Befall.
Die Pflegehelferin und ihre Tochter Leni (18) waren so glücklich, endlich eine schöne Wohnung gefunden zu haben. Beide zogen vergangenes Jahr als Erstmieter in die Neubausiedlung der Howoge im Treptower Mohnweg. Zwei Zimmer, 53 Quadratmeter, dritte Etage, Fußbodenheizung. Warmmiete 942,50 Euro.
Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Denn Mitte Februar flutete ein riesiger Wasserschaden die Wohnungen bis zum Erdgeschoss und machte sie unbewohnbar.
Schuld war eine nicht sachgemäß montierte Fußbodenheizung. Die meisten Mieter zogen sofort in Ersatzwohnungen in die benachbarten Neubauten. Simone Heinrich musste mit Trocknungsgeräten in ihrer Wohnung ausharren, weil es keine freie Ersatzwohnung gab. Erst Anfang Mai konnte sie ins Nachbarhaus ziehen. Dann das nächste Problem: In der Neubauwohnung gibt es noch keine Küche, keinen Herd und keine Spüle. Lediglich ihren Kühlschrank nahm sie mit.
„Und dann tauchten plötzlich Kakerlaken auf“, erzählt die Pflegerin. „Auf allen Etagen haben sie sich ausgebreitet. Absolut ekelhaft.“
Deshalb geht sie immer nur essen, lagert keine Lebensmittel mehr in der Ungeziefer-Wohnung. Ihre Tochter zog vorübergehend beim Freund ein. Die volle Monatsmiete buchte die Howoge dennoch monatlich weiter vom Konto ab. In ihre alte Wohnung kam sie nicht herein, weil die Baufirma nach dem Auszug die Schlösser ausgetauscht hatte. „Ich weiß nicht, wann ich wieder zurückkann. Auf meine Anfragen bei der Howoge wird nicht reagiert.“
Auf B.Z.-Anfrage antwortet Howoge-Sprecherin Sabine Pentrop: „Frau Heinrich wird nach dem derzeitigen Stand in der kommenden Woche wieder in ihre Wohnung zurückkehren können. Die Sanierungsarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss.“
Der Schaden sei durch einen Fehler beim Anschluss der Fußbodenheizung entstanden. Die verantwortliche Baufirma musste diesen beseitigen. Insgesamt waren sieben Wohnungen betroffen. Die Kosten für die Umzüge werden übernommen. „Wir wissen, dass ein unfreiwilliger Umzug, die Unsicherheit und die Einschränkungen im Alltag sehr belastend sind. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, so die Sprecherin.
Mietminderung angekündigt
Die Mieter sollen nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Sie erhalten eine Mietminderung. Auch die zusätzlichen Stromkosten, die durch die Trocknungsgeräte entstanden sind, werden erstattet. Eine Fachfirma kämpft derzeit gegen den Kakerlaken-Befall. Insgesamt wird die Schädlingsbekämpfung voraussichtlich zwei bis vier Monate dauern.
Simone Heinrich kann trotzdem nicht ruhig schlafen: „Ich habe Angst, dass wir die Kakerlaken beim Umzug in unsere alte Wohnung als blinde Passagiere einschleppen.“