Wuppertal: Forscher an Bergischer Uni am Nobelpreis für Physik beteiligt
Der Wuppertaler Astrophysiker Karl-Heinz Kampert war beim Golfspielen, als plötzlich jede Menge Mails und Nachrichten auf WhatsApp sein Handy fluteten. "Erst wusste ich gar nicht, was los ist. Aber als der Name Francis Halzen auftauchte, wurde mir alles klar." Der Belgier Francis Halzen erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Physik.
Es lag schon lange in der Luft, dass unsere wissenschaftliche Arbeit irgendwann den Nobelpreis erhält. Unser Forschungsleiter Francis Holzen hat uns immer motiviert, durch ihn haben wir dran geglaubt. Karl-Heinz Kampert, Astrophysiker Uni Wuppertal
Wuppertaler bauen Teilchendetektor
Aber genauso freuen können sich der Wuppertaler Kampert und sein Team. Den Grundstein haben sie schon vor 16 Jahren gelegt. Damals entstand am Südpol ein ganz besonderes Experiment: Das Neutrino-Teleskop iceCube. Ein Teilchendetektor aus einem Kubikkilometer Eis! Die Wuppertaler waren am Aufbau beteiligt und liefern die Daten zur Analyse der Neutrinos.
Neutrinos - rätselhafte Teilchen aus dem All
Neutrinos - Geisterteilchen. Sie sind nach den Photonen die zweit-häufigsten Teilchen im Universum, und doch so schwer zu fassen. Dafür braucht es schon kilometerdickes Eis, in dem sehr empfindliche Lichtsensoren eingebaut sind. Trifft ein Neutrino auf einen dieser Sensoren, wird eine Spur aus Licht sichtbar.
Blick in weit entfernte Galaxien
Wofür ist das gut? Das IceCube-Instrument am Südpol, das die Wuppertaler mit aufgebaut haben, funktioniert wie ein Teleskop der besonderen Art: "Die Neutrinos durchdringen das ganze Universum, sie liefern Informationen über weit entfernte Galxien. Und das funktioniert viel besser als mit normalem Licht", sagt Karl-Heinz Kampert.
Der diesjährige Nobelpreis für Physik ist eine einzigartige Bestätigung für die jahrelange Arbeit auch der Forscher aus Wuppertal.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Prof. Karl-Heinz Kampert
- Forschungspublikation Bergische Universität Wuppertal
- Nachrichten-Agentur dpa
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 07.10.2026, 18,09 Uhr