Fifa-Funktionär Lamour erhebt schwere Vorwürfe gegen Infantino
Publiziert31. Juli 2026, 18:12
Gegen Infantino«Wurden hintergangen»: Fifa-Funktionär erhebt schwere Vorwürfe
Der hochrangige Schweizer Fifa-Funktionär Kevin Lamour erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Präsidenten Gianni Infantino.


Darum gehts
- Fifa-Betriebsdirektor Kevin Lamour erhebt schwere Vorwürfe gegen Präsident Gianni Infantino wegen der Investorenpläne.
- Lamour wirft Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben, und fordert indirekt Konsequenzen.
- Zuvor war auch Berater Carlos Cordeiro aus Protest gegen das Vorhaben zurückgetreten.
Ein weiterer hochrangiger Fifa-Mitarbeiter hat wegen der Investorenpläne schwere Vorwürfe gegen Gianni Infantino erhoben, den Präsidenten des Fussball-Weltverbandes. Betriebsdirektor Kevin Lamour warf Infantino vor, die Mitarbeiter hintergangen zu haben. Sie hätten Besseres verdient als Missachtung und Einschüchterung, hiess es in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AP vorliegt.
Zuvor war Carlos Cordeiro, ein hochrangiger Berater Infantinos, aus Protest gegen das Vorhaben zurückgetreten. Er hatte dies ebenfalls mit scharfer Kritik verbunden. Auch er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein.
Lamour möchte «zumindest nachts ruhig schlafen»
«Es ist das Projekt einer Person», schrieb Lamour und forderte indirekt Konsequenzen. «Nicht nur darf dieses Projekt nicht weitergehen. Aber die Zeit ist nun gekommen, dass sich die politischen Entscheidungsträger im Fussball die richtigen Fragen stellen und die richtigen Entscheidungen treffen.»

Lamour erklärte zwar nicht den Rücktritt von seinem Amt, das er seit dem 1. November 2024 ausübt, und begründete dies mit der Verpflichtung gegenüber seinen Kollegen. Der Franzose, der auch Schweizer Staatsbürger ist, stellte aber klar: «Falls das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann ist es so. Ich werde diese Entscheidung verstehen und respektieren. Zumindest werde ich nachts ruhig schlafen.»
Mehrheit für Pläne scheint inzwischen fraglich
Seit dem Bekanntwerden der Fifa-Pläne hat sich massiver Widerstand dagegen formiert. Die Europäische Fussball-Union droht sogar damit, dass ihre 55 Mitgliedsverbände nicht mehr bei Fifa-Wettbewerben wie Weltmeisterschaften antreten.
Nach Angaben der Fifa sollen private Geldgeber rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen FFE erwerben können, dessen Wert zunächst auf insgesamt 20 Milliarden Dollar festgelegt ist. Im FFE werden die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM gebündelt.
Die Fifa würde Mehrheitsgesellschafter des Unternehmens bleiben und hätte nach eigenen Angaben auch weiter die Kontrolle über den Spielkalender und alle Fragen des Regelwerks. Derzeit ist allerdings fraglich, ob sich eine Mehrheit der weltweit 211 Verbände für die Pläne aussprechen würde.

Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.

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