Xbox-Abwärtskompatibilität: Spiele der ersten Xbox laufen auf dem PC
Alte Xbox-Titel laufen auch auf neuen Konsolen, das ist ein alter Hut. Neu ist, dass auch der PC ab sofort Spiele der allerersten Xbox wiedergeben kann. Das klappt zum Start mit vier Titeln und wirft große Fragen auf.
Den Auftakt bilden die beiden Jump'n'Run Blinkx: The Time Sweeper und Conker: Live and Reloaded, das Partyspiel Fuzion Frenzy und der actionlastige Arcade-Flieger Crimson Skies: High Road to Revenge. Sie können auf dem PC sowie Handhelds über die Xbox-App gekauft und heruntergeladen werden. Wer bereits eine Lizenz besitzt oder Game-Pass-Kunde ist, kann den Titel sofort spielen.
Microsoft emuliert dabei nicht einfach nur das Original. Die Auflösung wird per Upscaling maximal um den Faktor 4 erhöht, zudem dürfen Spieler Vsync-Unterstützung sowie Fullscreen- und Fenstermodus sowie weitere Grafikeinstellungen erwarten. Sprache und Audioausgabe lassen sich ebenfalls konfigurieren, Achievements sollen später nachgereicht werden. Systemanforderungen für das Feature bleiben niedrig. Selbst im Optimalfall reicht ein älterer Sechskern-Prozessor, Anforderungen an RAM und Grafikkarte bleiben ebenso niedrig.
| Minimal | Empfohlen | |
|---|---|---|
| Prozessor | Intel Core i3-8100 AMD Ryzen 3 1200 Ryzen Z2A |
Intel Core i5-10400 AMD Ryzen 5 3600 Ryzen AI Z2 Extreme |
| Arbeitsspeicher | 8 GB RAM | |
| Grafikkarte | Nvidia GTX 950 AMD Radeon RX 550 Intel UHD 770 / Arc A310 |
Nvidia GTX 1070 Ti AMD Radeon RX 6800 Intel Arc A770 |
| Speicherplatz | k.A. | |
| Betriebssystem | Windows 11 (64-Bit) |
Schlau und nicht schlau zugleich
Auf der einen Seite ist das ein schlauer Zug. Während Sony ohne große Worte das Ende klassischer Discs ankündigt, parallel den PlayStation-Store auf der PlayStation 3 abschaltet und Filme aus den Bibliotheken von Kunden entfernt, legt Microsoft den Fokus geschickt auf den Erhalt von Spielen unabhängig der technischen Entwicklung. Egal was kommt, ihr könnt Spiele weiter spielen, lautet die Botschaft, die Microsoft in der Ankündigung extra noch einmal hervorhebt. „Wir erwarten, dass wir unsere Spielebibliothek mitnehmen und auf neue Weise spielen können“, unterstreicht der Konzern, man mache es damit „einfacher, mehr von den Spielen auf den Geräten zu spielen, die ihr besitzt und jeden Tag benutzt“. Das ist aktuell ein klarer Gegenentwurf zu Sony und eine der wenigen positiven Nachrichten im aktuellen Xbox-Chaos.
Gleichzeitig stellt sich in genau diesem Chaos aber erneut die Frage, was eine Xbox eigentlich ist und wird. Die nächste Konsole soll ein PC werden, das ist klar. Gleichzeitig soll sie offenbar aber wieder wie eine Konsole funktionieren und in Mitten der großen Entlassungswelle mehr exklusive Spiele bekommen, während nun auch der PC zumindest ganz alte Spiele der Konsole wiedergeben kann. Wenn aber alles eine Xbox ist, dann kann es keine Rückkehr zur klassischen Xbox geben, die Microsoft – unter anderem – so deutlich zu signalisieren versucht, was den Betrachter nach dieser jüngsten Ankündigung wieder so schlau wie zuvor macht. Auch sie bringt weniger Klarheit in die Zukunft von Xbox.
Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „NovumVeritas“ für den Hinweis zu dieser Meldung!