Xbox Helix: Next-Gen-Konsole mit Disc-Laufwerk? Asha Sharma antwortet - oder auch nicht
Verzichtet Microsoft für die nächste Xbox auf ein Laufwerk? In einem aktuellen Interview wich Xbox-Chefin Asha Sharma jetzt genau dieser Frage geschickt aus und verwies stattdessen auf die „Effizienz und Erschwinglichkeit“.
Anfang Juli gab Sony offiziell bekannt, dass man ab Januar 2028 die Disc-Produktion für neue PlayStation-Spiele einstellen wird. Damit ist klar: Die Zukunft wird rein digital, was faktisch auch das Aus für ein Laufwerk bei der kommenden PS6 bedeutet.
Blickt man nun zu Microsoft, zeigt sich ein anderes Bild: Berichten zufolge könnte die nächste Xbox, die derzeit unter dem Codenamen Project Helix gehandelt wird, entgegen der ursprünglichen Annahme womöglich doch noch über ein Laufwerk verfügen. Eine finale Entscheidung sei in Redmond noch nicht gefallen.
Jetzt hat sich Xbox-Chefin Asha Sharma persönlich zur Laufwerksfrage geäußert. Eine klare Entwarnung für Disc-Fans und Sammler gab es allerdings nicht.
Keine klare Antwort, aber ein klarer Blick auf die Kosten
Wie GamesRadar berichtet, wich Sharma in einem aktuellen Interview mit der BBC der direkten Frage, ob die nächste Xbox mit einem integrierten Disc-Laufwerk daherkommen wird, gekonnt aus. Stattdessen verwies die neue Xbox-Chefin, die seit dem Frühjahr im Amt ist, auf die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen, die aktuell in der Gaming-Branche herrschen.
„In dieser nächsten Generation müssen wir neben der Leistung auch über Effizienz und Erschwinglichkeit nachdenken“, sagte Sharma und spielte damit auf die Hardware-Kosten an, die infolge des KI-Booms nach wie vor durch die Decke gehen. Analysten befürchten bereits, dass kommende Next-Gen-Konsolen die 1.000-Dollar-Marke knacken könnten.
Daher versuchen die Hersteller natürlich, jeden Cent zu sparen. Vor allem in Zeiten, in denen ein Großteil der Spieler laut Statistiken ohnehin rein digital unterwegs ist, treibt ein optisches Laufwerk die Produktionskosten unnötig nach oben. Sony macht es mit der PS5 Pro schließlich vor, bei der das Laufwerk ebenfalls nur noch als separates Zubehör erhältlich ist.
„Die gesamte Industrie muss anfangen, in puncto Erschwinglichkeit und Effizienz zu innovieren. Das ist etwas, das wir [bisher] so nicht tun mussten“, so Sharma weiter.
„Aber angesichts der Krise, die sich derzeit bei Hardware und Komponenten abspielt, ist es absolut notwendig, dass wir alle darüber nachdenken, Innovationen vorantreiben und den Menschen mehr Auswahlmöglichkeiten bieten – sowohl bezüglich der Art und Weise, wie sie auf ihrer Konsole spielen, als auch wie sie sie kaufen.“
Das Disc-to-Digital-Programm als Rettungsanker?
Ganz vergraulen will Microsoft die Disc-Fans allerdings nicht. Da man sich in Redmond darüber im Klaren ist, dass die Spieler noch stapelweise Games im Regal stehen haben, kündigte man erst heute ein entsprechendes Disc-to-Digital-Programm an. Damit soll die Abwärtskompatibilität auch in einer rein digitalen Zukunft gewährleistet werden.
„Ich weiß, dass Spieler physische Medien lieben, und ich weiß, dass es viele Vorteile in digitalen Medien gibt, und ich möchte sicherstellen, dass die Menschen eine Wahl haben“, beteuerte Sharma.
Klar ist aber auch: Sollte die nächste Xbox ohne Laufwerk erscheinen, braucht Microsoft genau ein solches Programm, um die eigene Abwärtskompatibilität nicht an die Wand zu fahren. Schließlich ist das ein Thema, auf das man keinesfalls verzichten will: „Wir sind seit langem Pioniere der Abwärtskompatibilität, und das werdet ihr auch in den kommenden Generationen weiterhin sehen.“
Ob Project Helix am Ende nun ein Laufwerk bekommt oder nicht, bleibt also weiterhin abzuwarten. Sharma scheint sich jedenfalls noch alle Türen offenzuhalten, lässt aber dennoch durchblicken, wohin die Reise gehen könnte.
Aufgrund hoher Kosten und aktueller Trends stehen die Zeichen wohl klar auf digital, auch wenn man versucht, den Schmerz der Disc-Fans mit Software-Tricks wie dem Disc-to-Digital-Programm etwas zu mildern – so eigennützig das Ganze für Microsoft am Ende auch sein mag.
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