Diese beiden Frauen sind Werwölfe – vielleicht


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Zweite Staffel "Werwölfe" Diese Frauen sind Profis im Täuschen

Sind sie nur harmlose Dorfbewohnerinnen – oder doch gefährliche Werwölfe? Zwei Hessinnen säen in der neuen Staffel der Reality-Spielshow "Werwölfe" Misstrauen, taktieren und tricksen. Dabei ist für sie im wirklichen Leben Vertrauen das größte Kapital.

Collage: zwei Frauen stehen rechts und links neben einer leicht zurückgesetzten Visualisierung mit kleinen Hütten, die in der grünlich schimmernden Dunkel gelblich leuchten.

Valentina Busik (links) und Sabrina Müller sind Teilnehmerinnen der zweiten Staffel “Werwölfe” in der ARD. Bild © ARD/Marc Rehbeck und ARD/BR/SWR/ITV/Homayoun Fiamo, Collage: hessenschau.de

An ihren ersten "Werwölfe"-Kontakt kann sich Valentina Busik noch gut erinnern: Sie war 15 und Stipendiatin bei der Start-Stiftung, die jungen Menschen mit Migrationsgeschichte fit machen will für die Zukunft. Bei den Gruppentreffen in der Jugendherberge spielten die Teilnehmer das Gesellschaftsspiel bis tief in die Nacht.

Auch später ließ das Spiel die Gießenerin nicht los. Beim Auswahlverfahren zum Titel "Miss Germany", den sie 2025 gewann, begeisterte sie die anderen Kandidatinnen dafür. "Da habe ich gelernt, was ein Anfängerfehler ist, nämlich zuerst zu sprechen. Die anderen hielten mich sofort für einen Werwolf und wollten mich natürlich töten", erzählt sie.

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03:28 Min.|Thorsten Schweinhardt

Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite

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Das Spiel lebt von Bluff, Menschenkenntnis, Diskussionen und Täuschung. Es eignet sich besonders für größere Gruppen und ist ein Klassiker für Spieleabende mit Freunden oder Familie.

Beliebt in Gruppenkonstellationen

Als angehende Hautärztin, Influencerin und Unternehmerin hat Busik eigentlich genug zu tun. Trotzdem war sie begeistert, als sie via Instagram gefragt wurde, ob sie bei der zweiten Ausgabe der Fernsehversion des Spiels dabei sein wolle.

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Das Spiel

"Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung" beruht auf dem französischen Gesellschaftsspiel "Die Werwölfe von Düsterwald" (Originaltitel: "Les Loups-Garous de Thiercelieux"). Zu Beginn erhalten die Teilnehmenden geheime Rollen. Einige sind Werwölfe, die übrigen Dorfbewohner. Die Rollen bleiben geheim.

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"Habe mich klein gemacht"

Die erste Staffel der Reality-Spielshow war 2025 ein Überraschungserfolg. In der ARD Mediathek erzielten die zwölf Folgen in wenigen Wochen fast sechs Millionen Abrufe, das Format gewann den Deutschen Fernsehpreis und den German Entertainment Award.

An die Dreharbeiten zur zweiten Staffel im Frühjahr ging Werwölfe-Fan Busik strategisch heran: "Ich habe mich klein gemacht, sagte, ich sei Assistenzärztin im ersten Jahr." Bloß nicht als Miss Germany erkannt werden, bloß nicht zu große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, war ihre Strategie.

Dass Handys während der Dreharbeiten abgegeben werden mussten und es keinen Kontakt zur Außenwelt gab, habe dabei geholfen.

Eine Gruppe von Menschen, einige heben die Hand

In den sogenannten “Quests” können die Mitspieler sich spielrelevante Vorteile sichern. Bild © ARD/BR/SWR/ITV/Homayoun Fiamo

Haarkleine Dokumentation

Sie selbst habe abends oft noch lange gesessen, um alle Informationen des Tages zu dokumentieren – wie auch in ihrem Hauptberuf als Ärztin.

Und noch eine Parallele drängt sich Valentina Busik auf: die Dorfversammlungen, bei denen über das Schicksal der Teilnehmer entschieden wurde. "Das war manchmal anstrengend wie bei einem Ärztekongress: Alle wollten reden, auch wenn schon alles gesagt war."

Vier Menschen sitzen am Lagerfeuer

Sabrina Müller (2. von rechts) in der Diskussion mit Mitspielern. Bild © ARD/BR/SWR/ITV/Homayoun Fiamo

Strafverteidigerin und Menschenkennerin

Ihre beruflichen Erfahrungen kamen auch der zweiten hessischen Teilnehmerin, der Frankfurterin Sabrina Müller, zugute. "Wenn ich in einen Gerichtssaal komme, treffe ich auch auf viele unbekannte Gesichter, Zeugen und Anwälte. Da hilft ein Gespür für Menschen und Situationen", erklärt die Strafverteidigerin mit eigener Kanzlei. Auch ihre Verschwiegenheit sei beim Spiel nützlich gewesen.

Die erste Anfrage, an einer Reality-Show teilzunehmen, habe sie gar nicht ernst genommen. Die Produktionsfirma ITV Studios Germany sei auf sie aufmerksam geworden, weil sie sich schon im Studium mit Kriminalistik beschäftigt habe, erzählt die 41-Jährige. Das Spiel kannte sie nur über ihre Tochter.

"Stehe 100 Prozent hinter dem Format"

Die spannende Erfahrung habe dann den Ausschlag gegeben, bei der Produktion dabei zu sein. Angst, dass die Teilnahme ihr beruflich schadet, hat sie nicht, sagt sie. "Werwölfe" sei anders als andere Realityformate: "Hier ging es wirklich ausschließlich ums Spiel, da stehe ich 100 Prozent dahinter."

Was ihr eher zu schaffen machte: "Die Aufgabe jeglicher Selbstbestimmung." Es gab während der 14-tägigen Dreharbeiten keinerlei Kontakt zur Außenwelt, "man steht 24/7 vor der Kamera oder zumindest unter Beobachtung." Auch abends im Bett seien ihre Gedanken weiter gekreist.

"Ich glaube, das war die anstrengendste Zeit meines Lebens", sagt Müller. "Mein Staatsexamen habe ich mit einem zweieinhalbjährigen Kind gemacht, aber dieses Spiel war nochmal anstrengender."

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“Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung”

Die Folgen 1 bis 4 der 2. Staffel sind ab sofort in der ARD Mediathek zu sehen. Am 1. Oktober gibt es die Folgen 5 bis 8 und am 8. Oktober die Episoden 9 bis 12.
Auch die erste Staffel ist noch in der ARD Mediathek zu finden.

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