300.000 Euro Mehrkosten: Giftiger Bauschutt stoppt Bahnhofsvorplatz


Stand: 10.08.2026, 18:13 Uhr

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Das Bahnhofsgebäude in Zorneding ist neu, der Bahnhofsvorplatz muss dringend saniert werden – seit Jahren passiert hier nichts.

Das Bahnhofsgebäude in Zorneding ist neu, der Bahnhofsvorplatz muss dringend saniert werden – seit Jahren passiert hier nichts. © SE

Bei den Bauarbeiten am Zornedinger Bahnhofsvorplatz stießen Arbeiter auf kontaminiertes Material. 2000 Tonnen müssen als gefährlicher Abfall entsorgt werden.

Zorneding – Zu früh gefreut: Noch im April hatte Bürgermeister Piet Mayr (CSU) im Gemeinderat und in der Bürgerversammlung verkündet, dass ein langjähriges Verdrussthema hoffentlich bald vorbei sein könnte. Es ging um die lang ersehnte Fertigstellung des Bahnhofsvorplatzes. Nachdem der erforderliche Gestattungsvertrag der Bahn endlich vorlag, konnte im Mai mit den Arbeiten angefangen werden.

Falsche Lagepläne der DB führen zu großem Mehraufwand

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats musste Mayr nun unerfreuliche Neuigkeiten bekannt geben: Im Zuge der Bauarbeiten wurden verschiedene Sachverhalte festgestellt, die nach Auffassung der Gemeinde auf unzutreffende oder unvollständige Unterlagen und Vorleistungen der Deutschen Bahn zurückzuführen sind. So wurden aufgrund falscher Lagepläne zusätzliche Handschachtungen für Spannungsmatten nötig. Außerdem machten nicht funktionsfähige Regenrückhalte- und Versickerungsbecken einen erhöhten Aufwand bei Entwässerungsarbeiten erforderlich. Auch mussten die tatsächlichen Leitungsverläufe mit umfangreichen Such- und Handschachtungen festgestellt werden. Die Trinkwasserleitung war nicht korrekt eingemessen und eingebettet und die DB-Kabeltrassen wichen in ihrer Lage von den Plänen ab.

Vor allem aber fiel eine außergewöhnlich hohe Menge an Bauschutt an, die mit Fundamentresten früherer Gebäude durchsetzt ist. Dieser Aushub erwies sich zudem als höchst belastet und muss als gefährlicher Abfall entsorgt werden. „Vermutlich wurden da früher mal Bahnschwellen gelagert“, mutmaßte Johannes Stanzel vom Bauamt.

All diese zusätzlichen Maßnahmen verursachen Mehrkosten in Höhe von mindestens 300.000 Euro. Diese will die Gemeinde gegenüber der DB InfraGO AG geltend machen, was sich angesichts der bisherigen Erfahrungen mit der Bahn sicher lange hinziehen dürfte. Derzeit müssen rund 2000 Tonnen kontaminiertes Material zwischengelagert werden, deren Entsorgung allein schon erhebliche Kosten verursachen wird.

Die gute Nachricht: „Aktuell gibt es beim Bau keine Zeitverzögerung“, so Stanzel. Dennoch: Wie Mayr schon bei der Bürgerversammlung unkte, hat der Zornedinger Bahnhofsvorplatz inzwischen gute Chancen, im Hinblick auf Bauverzögerung dem Berliner Flughafen Konkurrenz zu machen. Ob die Fertigstellung bis November 2026 noch realistisch ist, wird sich zeigen. Das einstige Leuchtturmprojekt der Bahn hat sich jedenfalls schon lange zum Albtraum entwickelt.