342 Engel und 272 Jahre nach der Kirchenweihe: Beim Schutzengelfest lebt die Tradition fort
Stand: 10.09.2026, 18:00 Uhr
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Wieskurat Florian Geis hob in seiner Predigt hervor, dass 342 Engel in der Wieskirche das Irdische mit dem Himmlischen verbinden. Er dankte dabei auch einem Mesner, der seit 25 Jahren in dem Gotteshaus wirkt.
Wies – Die 272. Wiederkehr der Kirchenweihe führte die Gläubigen aus Nah und Fern beim Schutzengelfest in der Wies einmal mehr zu einer großen Familie zusammen. Beim eindrucksvollen Amt stillte der Vierklang von Theologie, Kunst, Licht und Musik den Durst der Seele und die spirituellen Sehnsüchte. „Was eine blühende Wiese ohne Blumenduft, ohne Vogelsang, Insektengesumm und Schmetterlingsspiel wäre – das ist das berühmteste und schönste Kunstwerk einer Kirche ohne Liturgie, Licht und Mensch“: In seinem Büchlein „Geliebte Wies“ schildert Willi Mauthe das geistliche und musikalische Leben in dem Rokokojuwel unter dem langjährigen Kustos Max Vierthaler (1920 bis 1946). Dieses lebendige Glaubenszeugnis ist bis zum heutigen Tage geblieben. Strahlender Sonnenschein lud am vergangenen Sonntag viele Gläubige ein, sich zu Fuß auf den Weg zur Gnadenstätte des gegeißelten Heilands auf den Weg zu machen,
So auch Johann Angerer aus Bad Kohlgrub, der eine Dankwallfahrt zur Geburt seines Enkels Emilian unternahm. Sein Onkel, der in Rottenbuch geborene ehemalige Prämonstratenserabt des Stifts Geras, Prälat Joachim Angerer, war schon beim damaligen Wieskuraten Georg Kirchmeir ein gern gesehener Gast. Heuer kam Pfarrer Josef Fegg aus Rottenbuch als Co-Zelebrant in die Wies.
Da er am Schutzengelfest im Jahr 2021 dort eingeführt wurde, wollte es sich Wieskurat Florian Geis nicht nehmen lassen, diesmal als Hauptzelebrant Gott zu danken, dass er seit fünf Jahren hier in der Wies sein darf.
Es war dem Wies-Kuraten zugleich ein Herzensanliegen, allen zu danken, die ihn dort unterstützen. Stellvertretend seien erwähnt Mesner Antoni Riedel, der in diesem Gotteshaus seit 25 Jahren wirkt und wiederum für einen festlichen Blumenschmuck sorgte. Diakon Xaver Käser ist der Wies schon seit Zeiten von Alfons Satzger und Johannes Dischinger verbunden. Auch Kirchenpfleger Dietmar Hollmann und Museumskurator Helmut Schmidbauer sind feste Stützen.
Mit dem Organisten Erik Konietzko lebt die musikalische Tradition der Prämonstratenser in Steingaden fort. „Einen besseren Nachfolger hätte ich mir nicht wünschen können“, freut sich der langjährige Chorleiter Caspar Berlinger im Rahmen des Schutzengelfestes.
Alle Menschen als lebendige Steine
Auch Jürgen Krätzig, der bei der Orgelweihe am Schutzengelfest im Jahr 1959 im Peitinger Kirchenchor und -orchester unter Leitung von Josef Kaes Geige spielte, ist regelrecht begeistert von ihm. Versteht er es doch, die jungen Talente in dem ehemaligen Klosterdorf zu fördern. So sang Verena Wörz aus Steingaden gleich drei Solostücke: „Du bist da“, „Das muss ein Engel gewesen sein“ sowie „Und geh nun deinen Weg“.
Nach dem Horn-Solo von Mario Löhde zum Einzug erklang das „Ein Haus voll Glorie schauet“. Gekrönt wurde die Feier vom „Großer Gott, wir loben Dich“ und dem Wallfahrerlied „Schönster Jesus auf der Wies“, bei dem alle kräftig mitsangen.
„Angesichts der 342 Engel, die in der Wieskirche alle Irdischen mit den Himmlischen verbinden, ist die Bezeichnung Schutzengelfest besonders charmant“, hob Florian Geis in seiner Predigt hervor. Zum Kirchweihfest gehöre nicht nur der Bau, sondern alle Menschen als lebendige Steine dazu.
„Unsere Botschaft ist freundlich, fröhlich und fromm“, stellte der Kustos deutlich heraus, und „wo erleben wir die Kirche fröhlicher als hier?“ Und so mögen auch kommende Generationen spüren dürfen, dass in der Wies der Frieden wohnt. Diesen Wunsch schrieb schon in den 1940er Jahren ein Geistlicher ins Gästebuch: „Gott erhalte dich, unsere liebe Kirche in der Wies, du lichtvolle Offenbarung der Liebe und ewigen Glorie Gottes an die Menschheit in ihrer Not und ihrem Leid.“
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