37-Jähriger tot an Bushaltestelle in Kirchdorf: Todesursache unklar
Stand: 16.09.2026, 14:07 Uhr
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Ein 37-Jähriger wurde am Sonntag leblos an einer Bushaltestelle in Kirchdorf gefunden. Die Obduktion läuft – ob dem Mann noch hätte geholfen werden können, ist offen.
Kirchdorf – Die besondere Bushaltestelle an der Langen Straße in Kirchdorf ist immer wieder mal Schlafplatz für wohnungslose Menschen. Anders, als die gläsernen neuen Häuschen, ist dieses nicht einsehbar, eher wie ein kleines Fachwerkhaus konstruiert. Dass also am Morgen des Wahlsonntags jemand dort liegt, ist nicht sofort zu sehen. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, weil die Haltestelle eben immer mal als Unterschlupf genutzt wird. Und doch ist die Situation anders: Denn tatsächlich ist der Mann, der dort liegt, tot.
Rettungsdienst und Polizei sind gegen halb zehn vor Ort, berichten Passanten, die um diese Zeit aufmerksam werden auf die Situation. Es ist Wahlsonntag und mancher Wähler muss am Einsatzort vorbeigehen.
Das ganz normale Prozedere ist, dass untersucht wird, ob Fremdeinwirkung vorliegt oder nicht. Das sogenannte „Todesermittlungsverfahren“ läuft, zuständig ist damit nicht mehr die Polizei, um Auskünfte zu geben, sondern die Staatsanwaltschaft in Verden. Deren Pressesprecher Alexander Hege, Erster Staatsanwalt, erklärt auf Nachfrage der Mediengruppe am Mittwoch, dass das Amtsgericht die Obduktion des Leichnams angeordnet habe. Der Arzt habe eine „unklare Todesursache“ angegeben. „Das passiert sehr oft“, erklärt Hege, denn der Arzt vor Ort kenne die Menschen und ihre Krankheitsgeschichte oft nicht.
Der Mann ist 37 Jahre alt, soll aus Kirchdorf kommen. Hat ein medizinischer Notfall zum Tod geführt? Lag eine Vorerkrankung vor? „Für eine Fremdeinwirkung liegt derzeit kein Anhaltspunkt vor“, sagt Alexander Hege. Das Ergebnis der Obduktion werde für die kommende Woche erwartet. Die Ermittlungen laufen weiter.
Die Nachricht von diesem Todesfall in Kirchdorf fand sich nicht in der täglichen Pressemitteilung der Polizei. „Todesermittlungsfälle gehören nicht proaktiv in die Mitteilung, nur auf Nachfrage“, erklärt Maximilian Höge, Pressesprecher der Polizei. Geredet wurde darüber aber natürlich: Zu viele Personen waren am Sonntag unterwegs, auch die Busse mit Schützen auf dem Weg zum Kreiskönigstreffen in Wetschen passierten die Lange Straße.
Und hier setzt Staatsanwaltschaftssprecher Hege an: „Der Mann hat dort offensichtlich schon eine ganze Weile gelegen. Die Auffindesituation ist ungewöhnlich. Auch deshalb ist die Obduktion angeordnet worden.“ Hege möchte sensibilisieren: „Da, wo jemand an einer Bushaltestelle liegt, darf man auch einfach mal hingucken, ob derjenige Hilfe braucht“, lautet sein Rat. Aktuell wisse man nicht, ob dem Mann hätte geholfen werden können. Diese Bushaltestelle ist nicht einsehbar. Eine Person hat hingeguckt, hat den Notruf gewählt. Aber da kam jede Hilfe bereits zu spät.