50 Jahre KGS Brinkum: 200 Gäste feiern Auftakt zur Jubiläumswoche


Stand: 15.09.2026, 19:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Zahlreiche Ehemalige, Lehrer, Schüler, Politik und Verwaltung füllen am Montagabend die Mensa der KGS Brinkum.

Zahlreiche Ehemalige, Lehrer, Schüler, Politik und Verwaltung füllen am Montagabend die Mensa der KGS Brinkum. © Tobias Schulte

Die Kooperative Gesamtschule Brinkum eröffnete ihre Festwoche mit einem Abend voller Reden, Musik und Erinnerungen. Auch drei ehemalige Schulleiter waren dabei.

Brinkum – 50 Jahre lang gibt es nun schon die Kooperative Gesamtschule Brinkum (KGS). Ein Meilenstein, den die Schule mit einer Festwoche begleitet. Den offiziellen Auftakt dafür wagten Lehrer, Schüler, Schulleiter, Eltern, Ehemalige sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung am Montagabend in der Mensa. Unter ihnen auch Stuhrs Bürgermeister Stephan Korte. Gemeinsam schwelgten die rund 200 Anwesenden in Erinnerungen, lauschten den Worten von KGS-Urgesteinen und sahen und hörten sich Schüler- wie Lehreraufführungen an.

„Es fühlt sich so ein bisschen wie ein Klassentreffen an, nur viel schöner. Mit so vielen ehemaligen Gesichtern habe ich gar nicht gerechnet“, wandte sich Schulleiter Dieter Meyer an das Publikum. Unter den Ehemaligen befinden sich auch drei ehemalige Schulleiter der KGS. Darunter auch Otto Kähler, der viele Jahre als Leiter für die Schule tätig war und einen Einblick in ihre Entstehungsgeschichte gab.

Im Takt: Die Bläserklasse eröffnet die Feierlichkeiten.

Im Takt: Die Bläserklasse eröffnet die Feierlichkeiten. © Tobias Schulte

„Es sind heute viele unter uns, die im Jahr 1976 noch gar nicht geboren waren“, so Kähler zu Beginn seiner Rede. „Und mehr als die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer sind erst in den vergangenen sieben Jahren an diese Schule gekommen.“ Für das KGS-Urgeistein ein Grund zu erklären, wie es überhaupt zum heutigen Stand gekommen ist.

Dafür seien maßgeblich zwei Faktoren relevant. Zum einen: „Mitte der 1960er-Jahre setzte in der Bundesrepublik eine umfassende Bildungs- und Schulreform ein“, erinnerte Kähler. Am Ende des Jahrzehnts beschloss die damalige Kultusministerkonferenz „Schulversuche mit Gesamtschulen“, zitiert er den damaligen Wortlaut. Zum anderen: Im Jahr 1971 habe sich die Landesregierung (Koalition aus CDU und SPD, die Red.) daher als Kompromiss auf neun Standorte in Niedersachsen für die besagten Schulversuche geeinigt.

Der Beschluss, eine KGS in Brinkum zu gründen, kam kurz darauf. Das Land Niedersachsen beschloss eine Gemeindegebietsreform. So sollten die heutigen Stuhrer Mitgliedskommunen südlich und nördlich der A1 zusammengefasst werden. Nachdem die Bezirksregierung 1974 mitgeteilt hatte, dass es nur zwei Möglichkeiten für eine Schulbildung für die Klassen 7 bis 10 gebe, habe man sich noch kurz vor Gründung der Gemeinde Stuhr für eine KGS statt einer IGS entschieden.

Brinkumer Beteiligung an Weltausstellung Expo 2000

Der langjährige Lehrer Ulrich Breitsprecher kam hingegen auf das Mitwirken der KGS an der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover zu sprechen. „Sie alle sind heute ganz selbstverständlich mit Videokonferenzen aufgewachsen. Aber wenn damals Schüler zum Beispiel über eine Leitung, die die Telekom bis in die Antarktis gelegt hat, mit den Köchen der Neumeyerstation (Polarforschungsstation, die Red.) sprechen konnten, dann war das eine ganz besondere Leistung.“

Einen Blick in die Zukunft wagte Bürgermeister Stephan Korte: „Wir werden bis 2029 den Trakt an der Feldstraße auflösen und dafür hier ein neues Gebäude errichten.“ Welche Variante genau dabei infrage komme, stehe im Moment noch zur Abstimmung.

Die Theater AG sorgt mit ihrer humorvollen Version von Aschenputtel für schallendes Gelächter.

Die Theater‑AG sorgt mit ihrer humorvollen Version von Aschenputtel für schallendes Gelächter. © Tobias Schulte

In einem weiteren Wortbeitrag nahm Schulleiter Meyer Bezug auf die aktuelle Pisa-Studie. Er kritisierte mit Blick auf die Ergebnisse insbesondere, dass der Bildungserfolg in Deutschland „immer noch so stark von der sozialen Herkunft des Elternhauses abhängt“. Er riet: „Wir dürfen die Schüler nicht einfach zurücklassen.“ Etwas anderes, als das Potenzial jedes Einzelnen auszuschöpfen, bliebe aktuell gar nicht über. „Andere Ressourcen werden wir nicht haben, es sei denn, wir stoßen auf Erdgas, Erdöl oder Sonstiges.“

Eine Spende in Höhe von 3.500 Euro zur Errichtung von Bänken für die Schüler übergab der Verein Kickers for Help an die KGS. Das Geld nahmen die Kicker über das Event Brinkumer 3Days ein.

Musik und Schauspiel runden Abend ab

Schüler und Lehrer untermalten die Veranstaltung mit verschiedenen Darbietungen. Bereits zu Beginn war die Bläserklasse der Schule zu hören. Die Musical-AG leistete mit „Echo bleibt“ einen emotionalen musikalischen Beitrag. Später brachte die Zumba‑AG unter Leitung von Tatjana Baronkin nicht nur sich selbst, sondern auch das Publikum in Schwung.

Und spätestens nach dem noch am selben Tag einstudierten Stück der Theater-AG – eine humorvoll umgeschriebene Variante des Märchen-Klassikers Aschenputtel – konnte sich das Publikum nicht mehr halten. Zuletzt stand der Lehrerchor auf der Bühne und rundete den Auftakt der Jubiläumswoche mit einer mehrstimmigen Version von Katy Perrys „Firework“ ab. Für ihre Aufmerksamkeit wurden die Besucher mit einer Schulführung sowie einem kleinen Büfett belohnt.