„Wir sind keine destruktiven Verhinderer“: Vier Stadträte legen eigenes Konzept für Johannispark vor


Stand: 15.09.2026, 19:00 Uhr

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Wollen den an die Innenstadt angrenzenden Johannispark mit geringerem Geldaufwand umgestalten als vom Rathaus vorgeschlagen: (v.l.) Rudi Schwaiger (CSU), Sebastian Habermeyer (Grüne), Robert Weller (FW) und Peter Warlimont (SPD).

Wollen den an die Innenstadt angrenzenden Johannispark mit geringerem Geldaufwand umgestalten, als vom Rathaus vorgeschlagen: (v.l.) die Freisinger Stadträte Rudi Schwaiger (CSU), Sebastian Habermeyer (Grüne), Robert Weller (FW) und Peter Warlimont (SPD). © Eser

Nach ihrem Nein zum Johannispark-Konzept der Stadt präsentieren vier Freisinger Räte nun einen Gegenvorschlag. Ein Hauptanliegen eint das Quartett dabei.

Freising – Diese Konstellation hat es so noch nicht gegeben: CSU, Grüne, Freie Wähler und SPD haben einen gemeinsamen Vorschlag erarbeitet, wie es mit dem Johannispark im Westen der Altstadt weitergehen soll, der während der Freisinger Innenstadtdanierung als Baustelleneinrichtung genutzt wurde. „Als wir den Beschluss des Planungsausschusses reklamiert haben, war uns bewusst, dass wir etwas auf die Beine stellen müssen für den Fall, dass der Stadtrat das Konzept der Verwaltung ablehnt“, berichtete Peter Warlimont (SPD) in einem Pressegespräch mit dem FT, an dem auch Sebastian Habermeyer (Grüne), Robert Weller (FW) und Rudi Schwaiger (CSU) teilnahmen.

Letzterer erklärte: „Was uns vier geeint hat, war angesichts der angespannten Haushaltslage, die Frage: Wie geht es billiger?“ Schwaiger hatte in einem Interview mit dem Tagblatt vor der Sommerpause bereits ein fraktionsübergreifendes Konzept angekündigt.

Vier Stadträte haben anderen Standort für Touristenbusse im Blick

Wie berichtet, hatte der Planungsausschuss die Umgestaltung des Parks, wie von der Stadtverwaltung vorgesehen, zunächst mit 8:6 Stimmen beschlossen. Nach der Reklamation aber wurde das Konzept, das neben einer Neugestaltung der Grünanlage auch eine Haltestelle für Tourismus- und Stadtbusse sowie eine Fahrradspur beinhaltet hatte, mit 22:15 Stimmen im Stadtrat abgelehnt. Für das rund 1,21 Millionen Euro teure Projekt waren bis zu 60 Prozent an Fördergeldern in Aussicht gestanden. Im besten Fall also hätte die Stadt dafür 484.000 Euro bezahlen müssen. Das Stadtratsquartett spricht nun bei seinem Gegenentwurf von einem „niedrigen sechsstelligen Betrag“, der benötigt werde.

Statt der Haltestelle am Johannispark schlägt das Bündnis einen Kurzzeithalt für Tourismusbusse auf Höhe der Gartenstraße 2 vor. Dafür müssten rund drei bis vier dort vorhandene Pkw-Stellplätze geopfert werden. „Für die meisten Touristen ist der Domberg das Hauptziel“, erklärte Schwaiger. „Bei unserem Vorschlag liegt die Dombergbahn direkt um die Ecke.“ Auch seitens der Aktiven City sei signalisiert worden, dass es wünschenswert sei, wenn Bushalt und Schrägaufzug möglichst nah beieinander seien. Öffentliche Toiletten seien im Parkhaus am Wörth vorhanden.

Die Lösung ist nicht unbedingt State of the Art, aber rechtlich in Ordnung.

Die großen Stadtbusse müssen dann allerdings weiter durch die Obere Hauptstraße mit ihrem Engpass an der offenen Moosach fahren. Doch das haben die vier Räte eingepreist. „Wir brauchen den Busverkehr in der Innenstadt“, betonte Habermeyer mit Blick auf ältere und bewegungseingeschränkte Menschen. Das sei auch immer so geplant gewesen. Deshalb habe man sich dort auch für ein Pflaster entschieden, das für Schwerlastverkehr ausgelegt sei. Perspektivisch hofft der Grünen-Rat auf Elektro-Kleinbusse.

Sparen beim Park

Statt der vom Rathaus geplanten Linksabbiegespur für Fahrräder inklusive Fahrradschleuse plädiert das Quartett für einen einfachen Radschutzstreifen, der entlang des Johannisparks markiert werden soll. Zugleich könnten jüngere Radler aus Sicherheitsgründen weiter den bereits vorhandenen, gemeinsamen Geh- und Radweg nutzen. Zuvor habe man sich laut Habermeyer bei den Verkehrsclubs ADFC und VCD Rat geholt: „Die Lösung ist nicht unbedingt State of the Art, aber rechtlich in Ordnung.“

Deutlich sparen will man bei der Parkgestaltung, wobei im Ursprungskonzept vor allem der Unterbau teuer geworden wäre, wie Weller betont: „Da wäre viel Beton vergraben worden.“ Der FW-Rat sprach von über 400.000 Euro. Das Bündnis schlägt nun ein Konzept vor, bei dem auch eine Landschaftsplanerin und eine Gartenbaufirma involviert waren. Es sieht Schotterwege, Bänke, Wiesenflächen und Bäume vor. Die Umsetzung sieht eine Beteiligung von Bauhof und Stadtgärtnerei vor. Auch Fördermöglichkeiten sollen geprüft werden. „Und vielleicht findet sich ja ein nobler Spender für einen Brunnen“, so Habermeyer.

Der Antrag wurde bereits eingereicht. „Das zeigt, dass wir keine destruktiven Verhinderer sind“, betont Schwaiger, und Habermeyer ergänzt: „Dieser Vorschlag ist nun unsere Handreichung.“