57 Prozent der Ärmsten in Frankfurt leben in überbelegten Wohnungen


Stand: 30.08.2026, 06:00 Uhr

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77 Prozent der Frankfurter mit dauerhaftem Wohnsitz zahlen inzwischen mehr für die Wohnung als noch 2019.

77 Prozent der Frankfurter mit dauerhaftem Wohnsitz zahlen inzwischen mehr für die Wohnung als noch 2019. © Andreas Gebert

In der niedrigsten Einkommensgruppe unter 1000 Euro wohnen mehr als die Hälfte der Frankfurter in zu kleinen Wohnungen. Jedem steht dort im Schnitt nur 23 Quadratmeter zur Verfügung.

Frankfurt – Hohe Mieten, wenig Platz und eine starke finanzielle Belastung: Wohnen bleibt aus Sicht der Frankfurter eines der drängendsten Probleme der Stadt. Das zeigt die aktuelle Bürgerumfrage „Leben in Frankfurt 2025“. Besonders deutlich werden dabei die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen. Menschen mit wenig Geld leben nicht nur häufiger zur Miete, sondern verfügen auch über deutlich weniger Wohnraum und wohnen wesentlich häufiger in überbelegten Wohnungen.

„Der Frankfurter Wohnungsmarkt ist angespannt – die Mieten sind hoch und der Wohnraum ist knapp“, heißt es in der Studie. An der Befragung beteiligten sich 8185 Menschen, die Rücklaufquote betrug 31,7 Prozent.

Beim Blick auf die größten Probleme der Stadt landet Wohnen erneut ganz vorne. 21 Prozent nennen teuren Wohnraum, sieben Prozent das mangelnde Wohnraumangebot und fünf Prozent den Wohnungsmarkt. Zusammengenommen nennt damit etwa jeder Dritte Wohnen als Problemkreis. Die Autoren kommen zu dem Schluss: „Die Sorgen um Wohnen haben sich als andauernde Kernproblematik verfestigt.“

Fast drei Viertel der Frankfurter leben zur Miete, 23 Prozent in selbst genutztem Eigentum. Dabei zeigt sich ein deutliches Einkommensgefälle: Von den Menschen mit einem Nettoäquivalenzeinkommen unter 1000 Euro wohnen 91 Prozent zur Miete. Bei mindestens 5000 Euro sind es nur noch 64 Prozent.

Auch beim verfügbaren Platz geht die Schere auseinander. Im Mittel stehen jedem Frankfurter 36 Quadratmeter zur Verfügung. Bei Einkommen ab 5000 Euro sind es 45 Quadratmeter, bei weniger als 1000 Euro nur 23 Quadratmeter. Ein Viertel der Menschen aus der niedrigsten Einkommensgruppe muss sogar mit höchstens 17 Quadratmetern pro Kopf auskommen.

Bindung an die Stadt bleibt hoch

Besonders deutlich zeigt sich die soziale Ungleichheit bei der Überbelegung. Stadtweit leben 21 Prozent in Wohnungen mit zu wenigen Räumen. Bei einem Einkommen unter 1000 Euro trifft das auf 57 Prozent zu, bei 1000 bis unter 2000 Euro auf 34 Prozent. Ab 3000 Euro sinkt der Anteil auf weniger als zehn Prozent.

Gleichzeitig überschreiten die Mieten eine weitere Schwelle. Die mittlere Kaltmiete liegt bei 800 Euro. Die Warmmiete beträgt im Median erstmals 1030 Euro und erreicht damit den vierstelligen Bereich. Ein Viertel zahlt mindestens 1400 Euro warm. Die Hälfte der Frankfurter gibt mindestens 29 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens allein für Wohnkosten aus.

Mehr als die Hälfte der Mieter empfindet die Belastung durch die Wohnkosten als hoch, 22 Prozent sogar als sehr hoch. Bei Eigentümern liegt der Anteil der stark Belasteten mit 38 Prozent niedriger.

Steigende Bestandsmieten

Hinzu kommen steigende Bestandsmieten. Von den Befragten, die seit mindestens sechs Jahren in derselben Wohnung leben, zahlen 77 Prozent inzwischen mehr als 2019. Bei öffentlichen Wohnungsunternehmen waren 91 Prozent von einer Erhöhung betroffen, bei Genossenschaften 90 Prozent und bei privatwirtschaftlichen Unternehmen 88 Prozent. Bei privaten Einzelvermietern waren es 63 Prozent.

Trotz des angespannten Wohnungsmarktes ist die Bindung an Frankfurt hoch. Fast ein Viertel erwägt zwar innerhalb der kommenden zwölf Monate einen Umzug. Nur für neun Prozent ist ein Verbleib in Frankfurt jedoch keine Option. 62 Prozent würden ihr Wohnviertel vermissen, müssten sie fortziehen. Besonders ausgeprägt ist die Bindung im Nordend: Dort würden 82 Prozent ihrem Viertel nachtrauern.