TV-Doku zeigt: Als seine Ex-Frau Diana starb, wurde Charles zum heimlichen Helden


Stand: 30.08.2026, 06:00 Uhr

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Royal Couple At Westminster Abbey - Die Ehe von Prince Charles und Lady Diana endete dramatisch.

Royal Couple At Westminster Abbey - Die Ehe von Prince Charles und Lady Diana endete dramatisch. © 2017 Getty Images/Fox Photos

Am 31. August 1997 starb Lady Diana. Die Welt hielt vor Schock den Atem an. In Großbritannien mühten sich das Königshaus und die Regierung, das Unbegreifliche zu verstehen. Im Chaos behielt ausgerechnet einer den Überblick, dem es viele nicht zutrauten: Prinz Charles.

Als der Morgen des 31. August 1997 anbrach, verbreitete sich die furchtbare Nachricht in Europa und der ganzen Welt. Um 0.25 Uhr war der Mercedes-Benz S 280 von Dianas Freund Dodi Al-Fayed in der Alma-Unterführung in Paris gegen einen Tunnelpfeiler geprallt. Al-Fayed und der Fahrer des Wagens, Henri Paul, waren sofort tot.

On Honeymoon With Charles & Diana - Als seine Ex-Frau Diana (hier ein Archivfoto von ihren Flitterwochen 1981) im August 1997 starb, zeigte Prince Charles Größe und erwies Diana wahrlich Ehre.

On Honeymoon With Charles & Diana - Als seine Ex-Frau Diana (hier ein Archivfoto von ihren Flitterwochen 1981) im August 1997 starb, zeigte Prince Charles Größe und erwies Diana wahrlich Ehre. © Getty Images/Central Press

Wie schwer verletzt Lady Diana war, wusste anfangs niemand. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und führte in Großbritannien in Königshaus, Regierung und Medienhäusern zu hektischer Betriebsamkeit zwischen Entsetzen, Trauer und Pflichterfüllung. Eine zentrale Rolle spielte dabei Prinz Charles. Er wurde im Chaos zum heimlichen Held. So schildert es die neue TV-Dokumentation „Der Tag, an dem Diana starb“.

Das britische Volk vergötterte Diana, die Prinzessin von Wales. Auch nach der Scheidung von Prinz Charles. Die wurde 1996 vollzogen, dreieinhalb Jahre nach der offiziellen Trennung des Paares, das seit 1981 verheiratet gewesen war. Als die Ehe - sehr schnell - Risse bekam und schließlich in boulevardesken Schlammschlachten zerfiel, war Prinz Charles meistens der Buhmann, der „Bösewicht“. Er äußerte sich am Ende selten positiv über die Mutter seiner Söhne William und Harry. Aber als es darauf ankam, als Lady Diana starb, zeigte er Größe.

Um 5.15 Uhr morgens erfuhr Prinz Charles vom Tod von Lady Diana

Die neue Dokumentation „Der Tag, an dem Diana starb“ wird am 31. August, wenn sich Dianas Tod zu 29. Mal jährt, auf dem History-Channel (21 Uhr) gezeigt. Der 66-minütige Film zeichnet die 24 Stunden nach Dianas Tod nach.

Die ersten Stunden nach der Unfallmeldung waren chaotisch. „Keiner wusste, was vor sich ging“, gibt Nick Gowing zu, der damals für BBC live berichtete - aus London. „In den ersten Stunden war das meiste reine Vermutung, ein Stochern im Nebel.“ Und es nahm kuriose Züge an. Denn als endlich die Todesnachricht kam, wurde sie nicht vom Königshaus oder der Regierung in London verkündet. Sondern von Außenminister Robin Cook - und zwar auf dem Rollfeld des Flughafens von Manila auf den Philippinen, wo Cook zur Dienstreise weilte.

Als Diana gegen 4 Uhr morgens offiziell für tot erklärt wurde, lag Balmoral Castle, die schottische Sommerresidenz der Königsfamilie, noch in tiefem Schlaf. Um 5.15 Uhr wurde die Queen informiert. Ebenso Prinz Charles, der mit seinen Söhnen William und Harry auf Balmoral urlaubte. Ingrid Seward, königliche Biografin, schildert in der Doku: „Die Queen hielt eine Wärmflasche umklammert“, als sich alle trafen. „Der Schock war gewaltig. Charles war außer sich, ein total verstörter Mann.“

Prinz Charles überbrachte William und Harry die schreckliche Nachricht

Charles fasste sich. Kurz nach 7 Uhr teilte er seinen Söhnen William, damals 15, und Harry, damals 12, die Tragödie mit. „Es war wohl das Schlimmste, was er in seinem Leben bis dahin hatte tun müssen.“

Charles tat noch mehr. Er ging auf einen langen frühmorgendlichen Spaziergang und ordnete seine Gedanken. Denn es galt, Entscheidungen zu treffen. Denn: Seit ihrer Scheidung war seine Ex-Frau Diana Spencer faktisch nicht mehr Mitglied der Royals. Wie sollte man also das Begräbnis organisieren? Als Privatsache der Familie Spencer? Oder als royale Beisetzung?

Das Königshaus, allen voran Queen Elizabeth II., war nicht gut auf Diana zu sprechen. Aber Dianas Bruder Charlie Spencer verkündete, es solle eine royale Beisetzung geben. Und Prinz Charles entschloss sich auch: Er würde seine Ex-Frau nach Hause holen. Und zwar sofort und wider das Protokoll. Das sah nämlich vor, dass im Ausland verstorbene Mitglieder der Königsfamilie erst am vierten Tag überführt werden.

Charles wollte keine Zeit verlieren. Nach dem traditionellen Sonntagsgottesdienst wurde er von Royal Jet in Schottland abgeholt und flog gegen 13 Uhr mit Dianas Schwestern Sarah und Jane nach Paris und fuhr ins Krankenhaus Pitié-Salpêtrière, wo Lady Di gestorben war. Als der Sarg aus dem Hospital in einen Leichenwagen getragen wurde, war er mit der königlichen Standarte bedeckt. Das hatte Charles veranlasst - und es war ein weiterer Bruch mit den Traditionen. Die königliche Flagge für eine „Bürgerliche“? Charles setzte ein klares Zeichen: Diana wurde als geliebtes Mitglied der royal Family nach Hause geholt!

Für Lady Di: Prinz Charles setzte sich mehrfach über das Protokoll hinweg

Pilot Graham Laurie und Dianas Chauffeur Colin Tebbutt, die bei Dianas letzter Reise an Steuerknüppel und Lenkrad saßen, waren beeindruckt vom Prinzen: „Er hatte seine Ex-Frau verloren, aber er hielt alles zusammen. Er hätte zerbrechen können. Aber er tat es nicht.“

Um 18 Uhr hob der Royal Jet in Paris vom Militärflugplatz Villacoublay ab. 17 Stunden nach ihrem Unfall landete Dianas Leichnam in London. Die Fahrt zur Leichenhalle sollte eigentlich nur 40 Minuten dauern, wurde aber zum stundenlangen Trauerzug. Denn Londons Bevölkerung eilte herbei. Autos parkten auf der Autobahn, die Fahrer stiegen aus, applaudierten. Passanten warfen Blumen auf die Wagenkolonne. Jayne Fincher, damals Fotografin und mit Diana gut bekannt: „Die Völkerwanderung hatte begonnen. Alle kamen. Klatschten, trauerten. Ich habe geheult wie ein Schlosshund.“

Lady Diana, die Premierminister Tony Blair in seiner Stellungnahme erstmals als „Prinzessin des Volkes“ bezeichnete, fand an diesem Abend ihre Ruhe in der Chapel Royal in St. James's Palace. Die Überführung wurde zu einer Prozession, bei der die Londoner Abschied nehmen konnten. Das hatte vor allem Prinz Charles mit seinen emotionalen und mutigen Entscheidungen ermöglicht - von denen die Bürger gar nichts wussten. Prinz Charles, der heimliche Held. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)