590 Sirenen sollen am Donnerstag heulen: So läuft der Warntag am 10. September im Saarland ab


590 Sirenen sollen am Donnerstag heulen So läuft der Warntag am 10. September im Saarland ab

Saarbrücken · Wie erreicht man im Ernstfall Millionen von Menschen? Das wird beim bundesweiten Warntag am 10. September geprobt. Mehr als drei Millionen Euro Förderung sind bislang in den Ausbau im Saarland geflossen. Eine Flächenabdeckung von 90 Prozent ist noch nicht ganz erreicht.

09.09.2026 , 07:39 Uhr

Laut dem saarländischen Innenministerium gibt es im Saarland 535 Sirenen.

Laut dem saarländischen Innenministerium gibt es im Saarland 535 Sirenen.

Foto: MIBS

Handys vibrieren und schlagen Alarm, Sirenen heulen auf: Am Donnerstag, 10. September, wird es auch im Saarland laut. Beim bundesweiten Warntag testen Bund, Länder und Kommunen, wie zuverlässig ihre Warnsysteme im Ernstfall funktionieren.

52 Bilder

Spektakuläre Drohnen-Fotos zeigen den Rauch über dem Saarland

52 Bilder

Foto: Michael Weber

Am 10. September ist der bundesweite Warntag

Gegen 11 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das Modulare Warnsystem des Bundes eine Probewarnung aus. Die Nachricht läuft anschließend über Rundfunk und Fernsehen, erscheint auf digitalen Anzeigetafeln und landet in Warn-Apps. Über den sogenannten Cell Broadcast erhalten Menschen die Nachricht auch direkt auf ihre Handys ohne spezielle App. Zusätzlich heulen Sirenen auf.

So viele Sirenen gibt es im Saarland

Wenn alle Anlagen funktionieren, könnten im Saarland circa 590 Sirenen zu hören sein. Der Ausbau des Sirenennetzes schreitet laut Innenministerium stetig voran. Die Gemeindeverbände, die für den Ausbau in ihrem Gebiet zuständig sind, werden dabei finanziell durch Förderprogramme unterstützt. Insgesamt sind demnach bislang 1,15 Millionen Euro Bundes- und zwei Millionen Euro Landesmittel in den Sirenenausbau investiert worden. Es wurden seit Beginn der Förderungen ab 2021 über 380 neue elektrische Sirenen installiert. 260 davon waren im vergangenen Jahr elektronische Anlagen, die neben einem Warnton auch Sprachnachrichten übertragen können. Seit dem letzten Warntag 2025 sind laut Ministerium 82 weitere elektronische Sirenen hinzugekommen. Sie haben teilweise ältere mechanische Anlagen ersetzt. Das Ziel einer Flächenabdeckung von 90 Prozent „wurde bisher noch nicht vollumfänglich über alle Gemeindeverbände hinweg erreicht“, antwortet das Ministerium auf SZ-Anfrage. Wie viel tatsächlich abgedeckt ist, lässt es aber offen.

Bilanz des vergangenen Warntags 2025

520 von 535 teilnehmenden festinstallierten Sirenen funktionierten beim vergangenen Warntag korrekt. Sie lösten eine korrekte Warnung und Entwarnung aus. Bei 2,8 Prozent der Anlagen traten Fehler auf – in der Regel technischer Natur. Damit zieht das Innenministerium eine positive Bilanz.

„Die Möglichkeit, Fehler zu identifizieren und die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen zur Mängelbeseitigung zu überprüfen, ist wesentlicher Bestandteil der Erprobung von Warnmitteln im Rahmen des bundesweiten Warntages. Erkannte Defekte wurden im Nachgang in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gemeindeverbänden sowie den Kommunen schnellstmöglich behoben“, heißt es.

Nicht nur die Infrastruktur wird getestet. Der Warntag habe zudem das Ziel, „die Saarländerinnen und Saarländer für das Thema Warnung zu sensibilisieren und unsere Warnmittel wie Sirenen, Warn-Apps oder digitale Werbeflächen wieder ins Bewusstsein zu rücken“, sagt Innenminister Reinhold Jost (SPD).

Wann gibt es Entwarnung?

Die Entwarnung soll am Donnerstag gegen 11.45 Uhr erfolgen. Erstmals wird sie bundesweit auch über Cell Broadcast verschickt. Warnnachrichten können über diesen Dienst bereits seit Februar 2023 direkt an Mobiltelefone geschickt werden. Seit dem 25. November 2025 ist auch der Versand von Entwarnungen möglich. Cell-Broadcast-Meldungen kamen beispielsweise auch zum Einsatz als kürzlich Rauch von den Bränden in Nordrhein-Westfalen und Belgien über das Saarland zog.

Umfrage zum Warntag

Begleitend startet am Warntag eine Online-Umfrage, bei der Bürger ihre Erfahrungen mit den verschiedenen Warnkanälen melden können. Die Ergebnisse fließen zusammen mit der technischen Auswertung in die Weiterentwicklung des Warnsystems ein. Die Teilnahme ist unter www.warntag-umfrage.de möglich. (lck)