(+) Bürgerservice in drei Stadtteilen vor harten Einschnitten
Hamburg
90 Stellen weg, immer mehr Anträge: Bürgerservice teilweise nur noch einmal pro Woche
Sparzwang: Das Angebot wird deutlich verringert, weil größere Standorte laut Finanzbehörde effizienter arbeiten.
Für viele Hamburger wird sich beim Gang zum Bürgerservice einiges ändern: In Finkenwerder und Wilhelmsburg soll das Angebot deutlich reduziert werden, die Kooperation mit der Haspa-Filiale in Horn soll ganz enden. Die Änderungen sind für die erste Jahreshälfte 2027 geplant.
Das schreibt die Behörde für Finanzen und Bezirke in einer Bitte um Stellungnahme an die Bezirksversammlung Mitte. In Finkenwerder soll der Hamburg Service künftig nur noch an einem Tag pro Woche vor Ort sein, in Wilhelmsburg an zwei Tagen. Jeweils zwei Mitarbeiter sollen dort eingesetzt werden. Das Personal kommt vom Standort Harburg. In Wilhelmsburg soll zudem die bisher genutzte Fläche verkleinert werden.
Noch deutlicher fällt die Änderung in Horn aus: Die Zusammenarbeit mit der dortigen Haspa-Filiale soll komplett eingestellt werden. Die Finanzbehörde verweist darauf, dass die Filiale sehr klein sei und im direkten Einzugsgebiet des Standorts Billstedt liege. Von dort könnten die Bürger aus Horn und den angrenzenden Stadtteilen „gut und effizient“ versorgt werden.
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Finanzbehörde: Größere Standorte arbeiten effizienter
Hinter den Plänen steht vor allem der Sparzwang. Die Finanzbehörde erklärt, weitere Einsparungen seien nach den Effizienzsteigerungen der vergangenen Jahre nur noch durch „strukturelle Änderungen“ möglich. Ziel sei es, Personalkosten, Fixkosten sowie Leitungs- und Betreuungsaufwand zu senken, ohne das Dienstleistungsvolumen wesentlich zu reduzieren.
Die Behörde setzt deshalb verstärkt auf größere Standorte. Dort könne das Personal flexibler eingesetzt werden. Nach ihren Angaben bieten modernisierte Großstandorte 19 Prozent mehr Termine und haben eine rund elf Prozent kürzere Terminvorlaufzeit als kleinere Standorte.
Zudem argumentiert die Finanzbehörde, dass Hamburger für die meisten Dienstleistungen ohnehin nicht an ihren Wohnbezirk gebunden seien. Anliegen könnten grundsätzlich an fast jedem der 21 Standorte erledigt werden. Entscheidend sei deshalb nicht allein die Nähe zur Wohnung, sondern etwa auch, wo kurzfristig ein Termin frei ist oder welcher Standort auf dem Arbeitsweg liegt.
Trotz der Einschnitte verspricht die Behörde, weiterhin genügend Termine und eine „gewohnt hohe“ Servicequalität anzubieten.