Abba-Fieber auf der Seebühne: Tribute-Show nimmt das Publikum mit auf eine glitzernde Zeitreise


Stand: 23.08.2026, 12:19 Uhr

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Abba

Abba Gold auf der Seebühne: Die Mitglieder der Tribute-Show lassen mit großen Hits, glitzernden Kostümen und viel Spielfreude das Abba-Feeling wieder aufleben. © Lars Warnecke

Abba-Fieber an der Wanterfront: „Abba Gold“ brachte die großen Hits der Schweden auf die Seebühne – und das Publikum gleich zum Mitsingen und Mittanzen.

Bremen – „Mamma Mia!“ Viel besser hätte das Motto für diesen Abend auf der Bremer Seebühne kaum passen können. Kaum erklingen mit der Auftaktnummer „Summer Night City“ die ersten vertrauten Abba-Töne, ist die Zeitreise zurück in die 70er-Jahre perfekt. Mit „Abba Gold – The Concert Show“ gastiert am Freitag an der Waterfront eine Tribute-Show, die den Sound und das Lebensgefühl der schwedischen Pop-Ikonen möglichst authentisch aufleben lässt. Und schon bald zeigt sich: Hier wird nicht nur einfach zugehört – nein, hier wird mitgesungen, mitgeklatscht und getanzt.

Die Produktion, die seit nunmehr schon über 20 Jahren unterwegs ist, setzt dabei auf die großen Klassiker: „Dancing Queen“, „Mamma Mia“, „Waterloo“, „Super Trouper“, „Take a Chance on Me“, „S.O.S.“, „Chiquitita“ und „Thank You for the Music“ dürfen natürlich nicht fehlen. Dazu kommen glitzernde Kostüme, Plateauschuhe, aufwendige Lichteffekte und eine Choreografie, die ganz bewusst an die großen ABBA-Auftritte erinnert.

Von der ersten Minute an bemühen sich die vier Musiker (plus Drummer und Bassist) nicht um ein gewöhnliches Konzert. Sie wollen ihr Publikum regelrecht in die Show hineinziehen. Die beiden Sängerinnen verkörpern Agnetha und Anni-Frid, die männlichen Kollegen stehen für Björn und Benny. Schon bald lautet die Aufforderung von der Bühne: Aufstehen, Hände in die Luft und mitmachen.

„Jetzt wissen wir, dass ihr alle singen könnt. Wir wollen wissen, ob ihr auch tanzen könnt“, fordern die Sängerinnen das Publikum heraus. Selbst die Zuschauer in den hinteren Reihen werden ausdrücklich aufgefordert, sich zu beteiligen. Die anfängliche Zurückhaltung weicht schnell einer ausgelassenen Stimmung.

Musikalisch bleibt die Show dabei nicht ausschließlich bei den bekannten Disco-Krachern. Gerade die ruhigeren Passagen geben den Stimmen Raum. „One of Us“ wird als emotionaler Höhepunkt angekündigt, „Chiquitita“ beginnt zunächst ganz leise mit Gitarrenbegleitung, bevor der Song seine volle Wirkung entfaltet. Auch hier zeigt sich, wie abwechslungsreich das Repertoire von Abba ist.

Interessant wird es zudem, als „Benny“ (Dietrich Pinnhammer) über die Arbeitsweise der echten Abba-Musiker erzählt. Die Schweden hätten ihre Songs nicht einfach eingespielt, sondern Tage, Wochen und Monate im Studio an Produktionen und Arrangements gefeilt. Eine besondere Rolle spielte dabei in den 70er-Jahren der Synthesizer – damals eine technische Innovation. Auch zwei Instrumentalstücke („Arrival“ und „Intermezzo No. 1“) finden ihren Platz im Programm.

Nach der Pause wird die Beziehungsgeschichte der vier Abba-Mitglieder thematisiert. „Knowing Me, Knowing You“ bildet dafür den passenden musikalischen Einstieg. Doch der eigentliche Höhepunkt des Abends folgt wenig später: Die Show wird zur Mitmach-Veranstaltung.

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Mitklatschen, mitsingen und mittanzen: Das Publikum ließ sich vom Abba-Fieber anstecken. © Lars Warnecke

Für den akustischen Teil werden Klavier, Gitarre und Stimmen in den Mittelpunkt gestellt. „Das ist ein wunderbarer Zeitpunkt, um plötzlich eure Stimmen zu hören“, kündigt Benny an. Zunächst fällt die Reaktion des Publikums noch etwas verhalten aus. „Die Begeisterung ist ausbaufähig“, scherzt der Moderator. Doch die Musiker geben nicht auf.

Für „I Have a Dream“ wird schließlich auf einer Leinwand der Liedtext eingeblendet. Damit ist die letzte Ausrede beseitigt. „Wir wollen hier auf dieser wunderschönen Seebühne in Bremen eine riesengroße Karaoke-Party starten“, lautet die Ansage. Und genau das passiert. Immer mehr Zuschauer stimmen ein, aus den Sitzreihen wird ein großer Chor.

Spätestens bei „Thank You for the Music“ ist klar, dass die Grenzen zwischen Bühne und Publikum an diesem Freitagabend längst verschwunden sind. Die Zuschauer singen, klatschen und feiern gemeinsam mit der Band. Einer bringt die Stimmung nach einem der Songs mit einem kurzen, aber eindeutigen Urteil auf den Punkt: „Das war einfach nur geil!“

Überhaupt sind es die Reaktionen aus dem Publikum, die dieses Konzert so besonders machen. Immer wieder sind laute Rufe und Applaus zu hören. Viele, selbst Leute im Teenager-Alter, singen die Refrains erstaunlich textsicher mit.

Und genau darin liegt die Stärke von „Abba Gold“: Die Show versucht nicht, die echten Abba zu ersetzen. Sie holt vielmehr deren Musik in die Gegenwart und erinnert daran, warum die Songs auch mehr als vier Jahrzehnte nach ihrer Entstehung noch so wunderbar funktionieren.

So wird die Seebühne an diesem Abend zum Treffpunkt verschiedener Generationen. Für die einen ist es eine Reise zurück in die eigene Jugend, für die anderen die Gelegenheit, die großen Abba-Hits erstmals live in einer aufwendigen Tribute-Show zu erleben. Plateauschuhe mögen heute vielleicht nicht mehr ganz so bequem sein – die Musik passt allerdings noch immer. Und wie sie das tut.