Dreckige Toiletten, kaputte Anlagen: NRW-Rastplätze fallen beim ADAC durch


Zahlreiche Rastplätze weisen demnach erhebliche Mängel bei Sauberkeit, Ausstattung, Sicherheit und Zustand auf. Besonders kritisch ist die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen, wo fünf der acht getesteten Rastplätze sogar noch schlechter abschnitten als noch 2022.

"Grundsätzliches Versäumnis der Verantwortlichen"

Der ADAC sieht darin ein grundsätzliches Versäumnis der Verantwortlichen. "Die Testergebnisse zeigen, dass die unbewirtschafteten Rastplätze weiterhin systematisch vernachlässigt werden", sagt Prof. Dr. Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC in NRW. "Der Wunsch der Autofahrer nach Sauberkeit, einem gepflegten Zustand und angemessener Ausstattung wird offenbar ignoriert."

Bundesweit erhielten nur noch 18 Prozent der Rastplätze die Note "gut" – vor vier Jahren waren es noch 40 Prozent. Besonders deutlich verschlechterte sich der Rastplatz Rur-Scholle an der A4 bei Düren, der von "gut" auf "mangelhaft" herabgestuft wurde. Suthold kritisiert: "Dass sich die Zustände trotz der Kritik vor vier Jahren teilweise sogar weiter verschlechtert haben, ist schockierend und aus Autofahrer-Sicht inakzeptabel."

Vier von acht Anlagen "mangelhaft" - Anlage bei Rees "sehr mangelhaft"

In Nordrhein-Westfalen erhielt lediglich der Rastplatz Röllingser Graben an der A44 bei Soest die Note "gut". Vier der acht getesteten Anlagen wurden mit "mangelhaft" bewertet, der Rastplatz Wittenhorst an der A3 bei Rees sogar mit "sehr mangelhaft".

Toilettengang ist häufigster Grund für Rastplatz-Besuch

Bundesweit fielen laut ADAC 62 Prozent der Rastplätze bei den sanitären Anlagen durch. Suthold betont: "Der Gang zur Toilette ist einer der Hauptgründe der Autofahrer, einen Rastplatz anzusteuern. Die Räumlichkeiten müssen daher deutlich öfter gereinigt und mit Toilettenpapier versorgt werden."

Besser schnitten die Rastplätze im Bereich "Verkehr und Parken" ab. Allerdings erhielt Wittenhorst als einer von bundesweit nur drei Rastplätzen die schlechteste Bewertung in dieser Kategorie, weil unter anderem Parkplätze für Menschen mit Behinderung sowie Stellplätze für Busse und Fahrzeuge mit Anhänger fehlten.

"Verantwortliche müssen dringend handeln".

Der ADAC fordert deshalb regelmäßige Pflege und Reinigung der Rastplätze, häufigere Reinigungsintervalle insbesondere in Ferienzeiten und eine zuverlässige und funktionsfähige Ausstattung der Toiletten.