Africa Corps von Russland: Russland soll Niger bei Niederschlagung von Meuterei geholfen haben
Im Niger hatten meuternde Soldaten mehrere Ziele in der Hauptstadt Niamey angegriffen. Bei der Niederschlagung half offenbar Russlands Africa Corps.
Quelle: DIE ZEIT, dpa,
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- August 2026, 16:12 Uhr
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10 KommentareRusslands Africa Corps hat die Militärregierung im Niger offenbar bei der Niederschlagung einer Meuterei unterstützt. Das sagte der russische Botschafter im Niger, Viktor Woropajew, der Nachrichtenagentur Tass. Der Militärapparat habe die russischen Soldaten um Hilfe gebeten, sagte Woropajew.
Der Botschafter machte keine näheren Angaben zum Umfang des Einsatzes. Nach seiner Darstellung versuchten die aufständischen Soldaten, in das Hotel Bravia in der Hauptstadt Niamey einzudringen. Dort hielten sich Mitarbeiter der russischen Botschaft auf. Auch Mitglieder der Allianz der Sahelstaaten (AES) waren demnach in dem Hotel untergebracht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.
In der Nacht zum Samstag hatten meuternde Soldaten zunächst Kameraden auf einem Militärstützpunkt am internationalen Flughafen festgesetzt. Danach griffen sie mehrere Ziele in Niamey an. Über Stunden waren Schüsse und Explosionen zu hören. Die Aufständischen nahmen nach Angaben eines Militäroffiziers zeitweise den Flughafen und das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders ein. Sicherheitskräfte verteidigten den Präsidentenpalast. Im Laufe der Nacht konnten die Streitkräfte die Angriffe eindämmen und die Kontrolle über die betroffenen Orte zurückerlangen.
Niger wird seit einem Militärputsch im Juli 2023 von General Abdourahamane Tiani geführt, der inzwischen ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum Präsidenten erklärt wurde. Seine Militärjunta ist eng mit Russland verbündet: Das Land stellt der Junta militärische Ausrüstung und Ausbildung bereit und unterstützt sie politisch. Niger verfügt über große Uranvorkommen und ist für Russland deshalb strategisch bedeutsam.
Dritter Vorfall in diesem Jahr
Zur Sahelallianz gehören Burkina Faso, Mali und Niger. Die drei von Militärregierungen geführten Staaten haben sich von Frankreich abgewandt und ihre Zusammenarbeit mit der früheren Kolonialmacht weitgehend beendet.
Der Angriff auf den Flughafen war in diesem Jahr der dritte Vorfall dieser Art. Im Januar und Mitte Juni waren ebenfalls Regierungsgebäude und der Flughafen angegriffen worden. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis waren bis 2024 Bundeswehrsoldaten stationiert. Heute befinden sich dort unter anderem russische Söldner und türkische Drohnen. Die Angriffe im Januar und Juni reklamierte ein Ableger der Terrormiliz »Islamischer Staat« in der Sahelzone für sich.