Albert-Schweitzer-Schule in Mörfelden erhält Neubau
Stand: 19.09.2026, 06:00 Uhr
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Um künftig den Anforderungen einer zweizügigen inklusiven Ganztagsschule gerecht zu werden, wird die Albert-Schweitzer-Schule um ein Gebäude (D) erweitert. Außerdem wird das Bestandsgebäude (C), um das die Schule zuletzt im Jahr 2002 erweitert worden war, umgebaut und eine bereits 2018 eingerichtete Containeranlage mit zwei Klassenräumen auf dem Gelände umgesetzt.
Mörfelden-Walldorf – Die Maßnahmen hat der Kreistag Groß-Gerau im vergangenen November beschlossen. Einige Vorarbeiten sind nun bereits erledigt, Mitte September sollen eine Rigole – ein unterirdischer Speicher, der Regenwasser aufnimmt und anschließend versickern lässt – installiert und Spielgeräte auf dem Schulhof abgebaut werden. Anfang 2027 sollen dann die Arbeiten am Neubau beginnen, der Mitte 2028 fertig sein soll, teilt die Kreisverwaltung auf Anfrage mit. Während der Arbeiten wird der Schulhof im Bereich der Baustelle gesperrt sein.
Kreis investiert rund 12,6 Millionen Euro
Der geplante Neubau wird zweigeschossig errichtet und eine Nutzfläche von rund 1.200 Quadratmetern haben. Im Erdgeschoss liegen die Räume für den Ganztag. Über eine zentrale Pausenhalle erreichen Schüler, Lehrer und Betreuer unter anderem die Mensa mit angrenzender Schulküche, eine Lehrküche, das zentrale Treppenhaus sowie die Sanitäranlagen. Im Obergeschoss ist ein Lerncluster geplant. Dort befinden sich vier Unterrichtsräume, die um einen zentralen Marktplatz – einen Aufenthaltsbereich – angeordnet sind. Zudem gibt es eine Garderobe, eine Bibliothek und einen Besprechungsraum. Sowohl im Ober- als auch im Erdgeschoss entsteht je einen Multifunktionsraum, der für den Ganztag genutzt werden kann.
Ursprünglich waren die Multifunktionsräume als Anbau am Gebäude C vorgesehen, das derzeit unter anderem für die Ganztagsbetreuung genutzt wird. Stattdessen wird jenes nun im Anschluss an den Neubau umgebaut, sodass dort künftig die Verwaltung ihren Platz haben wird: Anlaufstellen für Kinder und Eltern wie Sekretariat, Schulleitung und Schulsozialarbeit im Erd- sowie Räume für das pädagogische Team im Obergeschoss. Sind alle Arbeiten abgeschlossen, wird die Raumnutzung im denkmalgeschützten Hauptgebäude, Baujahr 1906, ebenfalls umstrukturiert.
Insgesamt rechnet der Kreis mit Gesamtinvestitionskosten von mehr als 14,3 Millionen Euro, inklusive 500.000 Euro Sicherheit aufgrund aktuell unkalkulierbarer Preissteigerungen im Baugewerbe. Allerdings stehen dem Kreis Groß-Gerau nach einer Richtlinie des Landes zur Förderung baulicher Schallschutzmaßnahmen an Grundschulen rund 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Somit belaufen sich die Investitionskosten für den Kreis letztlich auf rund 12,6 Millionen Euro, die im Haushalt 2025 beziehungsweise der mittelfristigen Finanzplanung 2026 bis 2028 vorgesehen sind. Aufgrund des Doppelförderverbots und weil der Bedarf an anderen Schulen im Kreisgebiet zu jenem Zeitpunkt noch nicht festgestanden hatte, werden die Fördermittel nun komplett für die Albert-Schweitzer-Schule abgerufen, wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht – und zwar für die Errichtung der Mensa und der Ganztagsräume.
Einsatz von Lüftungsanlagen wegen Fluglärm
Hinsichtlich des Gebäudekonzepts heißt es darin: „Mörfelden ist durch den Flugbetrieb des Frankfurter Flughafens unmittelbar betroffen. Entsprechende bauliche Maßnahmen für die Gebäudehülle sind zu planen. Durch den Einsatz von Lüftungsanlagen kann eine Nutzung des Schulneubaus ohne Fensterlüftung im Unterricht sichergestellt werden.“ Und: „Der denkmalgeschützte Altbau hat mit seinem prägnanten Steildach hat eine hervorgehobene Bedeutung für das Stadtbild, die es bei der Ausbildung des Neubaus zu berücksichtigen gilt.“ Letzterer soll deshalb möglichst nah an der östlichen Kleiststraße gebaut werden. Mit der Planung beauftragt wurde das Architekturbüro SDKS Architekten, die Ausschreibung für den Generalunternehmer ist noch nicht abgeschlossen.
Um die Bauzeit und damit die Beeinträchtigungen auf dem Schulgelände im laufenden Betrieb auf das Nötigste zu reduzieren, ist ein Bau mit hohem Vorfertigungsgrad vorgesehen, sprich: als Holz- beziehungsweise Holzhybridbau. Das Dach ist als begrüntes Flachdach mit außenliegender Entwässerung und Photovoltaikanlage geplant. Der Neubau wird über eine Nahwärmeleitung an die Wärmeversorgung der Bestandsgebäude angeschlossen, die vorhandenen Gaskessel werden um eine Wärmepumpe ergänzt. Da auf Bestandsgelände gebaut wird, verringern sich durch den Neubau die bisherigen Freiflächen. Diese sollen anschließend bestmöglich ausgestattet werden, um verschiedenen pädagogischen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Für gefällte Bäume sind Ersatzpflanzungen vorgesehen, die ortsbildprägenden Bäume entlang der Bert-Brecht-Straße sollen erhalten bleiben. (Ursula Friedrich)
