Alexandra Popp beim BVB: Zwei Kopfballtore zum Auftakt
Alexandra Popp hob zum Luftsprung ab, sie schrie ihre Erleichterung der Haupttribüne im Dortmunder Stadion Rote Erde entgegen und zitierte anschließend ihre Teamkolleginnen zum kollektiven Jubel. „Es war eine kleine Befreiung“, sagte die Doppeltorschützin von Borussia Dortmund über ihr spätes zweites Tor beim 3:0-Auftaktsieg in der Regionalliga gegen Arminia Bielefeld, ehe Ronja Leubner in der 88. Minute zum 3:0-Endstand traf.
Dass sich bei Popp auch Ärger über die harte Bielefelder Gangart und Entscheidungen der Schiedsrichterin entlud, wollte die Matchwinnerin indes nicht so stehen lassen. „Mit dem zweiten Tor wurde der Sack zugemacht. Das tat uns allen extrem gut“, sagte die 35-Jährige über ihr cleveres Kopfballtor (82.) nach einer Ecke.
Widerworte erhielt die Kapitänin ausgerechnet von ihrem Trainer Markus Högner. „Da hat man schon gesehen, da hatte sie ein bisschen Wut“, sagte der 59-Jährige, der aber nicht daran dachte, Popps Beitrag kleinzureden. Natürlich sei sie die Unterschiedsspielerin gewesen. „Gerade die Lufthoheit hat uns in der letzten Saison gefehlt“, sagte er.
Bereits in der ersten Halbzeit war die 145-malige Nationalspielerin beim drückenden BVB mit ihrer Kernqualität vorangegangen, als sie sich in der 38. Spielminute im Fünfmeterraum durchsetzte und den Ball nach einer Flanke ins Tor wuchtete. Dabei war sie beim „Topspiel am ersten Spieltag“ vor Familie und Freunden eigentlich nicht nur fürs Toreschießen eingeplant. Högner ließ Popp auf der Zehnerposition spielen.
Ihr sei es ganz gut gelungen, Pässe in die Tiefe zu spielen, berichtete Popp. Was allerdings zu einer etwas zentraleren Position in der Regionalliga dazugehört, machten die Bielefelderinnen der früheren Weltklassespielerin unmissverständlich deutlich. „Das war sehr, sehr nickelig, war sehr, sehr aggressiv. Wenn das hier so ist, dann bin ich öfter mal in der Eistonne mit meinen Füßen“, sagte Popp lachend.
Um ihren „Herzensverein“ BVB langfristig in die Bundesliga zu führen, nimmt sie schmerzhafte Duelle wohl gerne in Kauf. Immerhin war sie nach 14 titelreichen Jahren beim Spitzenklub VfL Wolfsburg ganz freiwillig in die Drittklassigkeit gewechselt.
Von einem Rückschritt wollte Popp nach dem ersten Spieltag aber nichts wissen: „Über 4000 Zuschauer in einer Regionalliga? Also, ich würde jetzt sagen, mehr geht nicht. Es geht mehr, weil dann können wir das Ding hier vollmachen. Aber wir haben ja noch ein paar Spiele.“