Alien: Isolation 2: 30 Minuten Anspielen waren der blanke Horror


Auf der Gamescom konnte ComputerBase mit Entwickler Creative sprechen und Alien: Isolation 2 selbst spielen. Schnell wird klar: Die Fortsetzung knüpft bei Atmosphäre, Gameplay und Horror-Entfaltung direkt beim inzwischen zwölf Jahre alten Alien: Isolation an. Wer auf maximale Anspannung und Stress steht, wird gnadenlos bedient.

Gestrandet und orientierungslos auf einem fernen Planeten

Die Abenddämmerung ist schon fortgeschritten, es stürmt und regnet. Auf einem fernen Kolonie-Planeten bahnt sich ein Rover den Weg durch einen dunklen Wald, mit an Bord die Protagonistin des Spiels, Blake. Sie ist gerade erst angekommen, erfahre ich im Gespräch mit zwei Mitreisenden, nach einer achtmonatigen Reise im Kryoschlaf. Die Stimmung ist trotz des extraterrestrischen Sauwetters gut, es wird gescherzt, bis plötzlich ein Alarm ertönt. Noch bevor klar wird, wieso, ertönen Explosionen in der Ferne, der Rover überschlägt sich, kommt vom Weg ab, rutscht auf der Seite liegend über den aufgeweichten Waldboden.

Weiter geht es für Blake jetzt zu Fuß. Sie soll die Landschaft auskundschaften, während ihre beiden Mitstreiter versuchen, den Rover wieder fahrtüchtig zu machen. Inzwischen ist die Nacht hereingebrochen, die hohen Bäume sind nur als dunkle Silhouetten erkennbar, die im heulenden Wind toben. Den Boden hat der gießende Niederschlag längst in einen rutschigen Morast verwandelt; Blake fällt, rutscht und kriecht voran.

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Aber wohin eigentlich? Die Benutzeroberfläche liefert mir keine Hilfestellung. Es gibt keine Markierungen, keinen Kompass, auch keinen Lebensbalken – ich bin völlig auf mich allein gestellt, orientierungslos im strömenden Regen auf einem unbekannten Planeten. Ein paar Mal laufe ich im Kreis, rutsche unter umgefallenen Baumstämmen hindurch, erklimme einen Abhang, bis in der Ferne ein großer menschlicher Außenposten sichtbar wird, beinahe eine Stadt. Aber davor, ganz in der Nähe, liegt ein abgestürztes Raumschiff, das augenscheinlich für die Explosionen verantwortlich ist.

Ins gestrandete Raumschiff

Der Dreiertrupp, der inzwischen wieder zusammengetroffen ist, überlegt: Gibt es Überlebende? Sollte man nachsehen, um sie gegebenenfalls zu retten? Blake entscheidet sich dafür, verschafft sich Zugang über eine Rettungsluke, klettert mit einem Begleiter hinein. Drinnen ist es ruhig, nur der schüttende Regen prasselt auf das metallene Dach des Raumschiffs. Und dennoch stellt sich schnell ein beklemmendes Gefühl ein – es ist dunkel, in der Ferne knistert ein Feuer, niemand scheint da zu sein.

  1. Alien Isolation 2

    Alien Isolation 2 (Bild: Creative Assembly)

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Der Strom ist augenscheinlich ausgefallen. Um ihn wiederherzustellen, gilt es, im Bauch des Schiffs ein paar Ressourcen zu finden und zu sammeln. Dann gehen die Lichter an, ein paar zumindest, und auch Türen können geöffnet werden. Stück für Stück dringe ich tiefer ins Raumschiff vor, während mein Begleiter am Eingang wartet. Ich erreiche das Feuer, sehe Blut, plötzlich im Jumpscare den abgetrennten Oberkörper eines Androiden, der im letzten Atemzug ein ominöses „Safety Procedure“ erwähnt. Was ist hier passiert?

Auftritt des Aliens

Als Spieler ahne ich es schon, finde erste Gegenstände zum Werfen und Tische, unter denen ich mich verstecken könnte. Wovor? Blake erreicht eine noch funktionstüchtige Konsole und ein Schriftzug gibt mir unliebsame Gewissheit: „Sevastopol Station“ steht da. In einem weiteren Jumpscare wackelt das ganze Schiff, rutscht tiefer in den Schlamm, Blake fliegt nach hinten, unter besagten Tisch. Jäh kracht vor ihr ein großes schwarzes Etwas auf den Boden, ein ausgewachsener Xenomorph, bedrohlich witternd.

Schauriges Schleichen

Nach Überlebenden suchen, Erklärungen finden, meine Begleiter warnen – alles zweitrangig, Blake will hier raus, so schnell es geht. Aber wie? Darüber denke ich als Spieler gar nicht nach, sondern mache mich stumpf auf den Weg zurück, da lang, wo ich hergekommen bin. Ich schleiche mich von Tisch zu Tisch, sehe mich immer wieder um. Steht das Alien noch da? Nein, plötzlich ist es weg. Entfernt höre ich rhythmisches Stampfen. Die Anspannung steht mir inzwischen ins Gesicht geschrieben, das Herz klopft, der Regen prasselt, irgendwo fällt etwas um, ich will einfach weg. Denn, das weiß ich noch aus dem ersten Alien: Isolation, in jeder Sekunde kann mich ein Jumpscare halb vom Stuhl fegen; zu jeder Zeit muss ich mit dem brutalen Ableben meiner Spielfigur rechnen.

  1. Alien Isolation 2

    Alien Isolation 2 (Bild: Creative Assembly)

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Ich arbeite mich also voran, von Raum zu Raum, Versteck zu Versteck. An einem Notruf-Terminal kann ich speichern, auch das kenne ich, aber das Alien folgt mir unentwegt. Immer mal wieder sehe ich es, mal deutlich, mal bloß als Schatten im Dunkeln, der schlagartig näher kommt. Aber ich freue mich fast, die extraterrestrische Abscheulichkeit zu erblicken – denn dann weiß ich wenigstens, wo das Mistding ist. Falls nötig, kann ich es dann mit einer geworfenen Blechdose weglocken, es in die Irre führen, zumindest kurzzeitig. Am größten ist die Panik dann aber, wenn das Alien plötzlich verschwunden ist. Einmal umdrehen, weg ist es, hinter mir kracht es, oh nein. Auch Alien: Isolation 2 liefert mir am laufenden Band Kontrollverlust par excellence.

Knappes Entkommen

Nach einigen Minuten, die mir definitiv viel zu lang vorkamen, erreiche ich schließlich, mit mehr Glück als Verstand, die Rettungsluke. Von meinem Kollegen ist nur noch eine Blutlache übrig, aber auch das ist egal, einfach raus. Eine Zwischensequenz beginnt, beinahe atme ich schon auf, aber dann kommt er doch noch – der Jumpcare, der bekannte Blick in einen sich langsam öffnenden, zahnbewehrten Schlund. Aber erneut wackelt der gesamte Bildschirm, der inzwischen reißende Strom aus Schlamm und Morast hat das Raumschiff erfasst, der Xenomorph verschwindet in der Strömung.

Genauso schlimm wie der erste Teil

Und damit ist es geschafft: Blake ist haarscharf entkommen, zu Tode verängstigt. Ich fühle mit – und kann erst einmal gar nicht darauf eingehen, dass hinter mir offenbar schon länger eine Entwicklerin steht, mir zugesehen hat, mir gratuliert und mich fragt, welchen Weg ich denn anfangs gewählt hätte. Denn, so stellt es sich heraus, tatsächlich standen mir vier mögliche Pfade zur Außenwelt offen: Ich hätte das erwähnte Feuer löschen und hindurch schreiten können, durch die Lüftungsschächte kriechen oder eine Treppe hinter der ersten Xenomorph-Erscheinung herabsteigen können. Ein paar Fragen zum Spiel stelle ich noch, Antworten erhalte ich deutlich weniger, aber dann ist es geschafft, ich verlasse den dunklen Demo-Raum.

Alien Isolation 2
Alien Isolation 2 (Bild: Creative Assembly)

Erst draußen stelle ich allmählich fest, wie angespannt ich bin, wie fertig mit den Nerven, wie hoch noch immer mein Puls ist. Ich muss mich erstmal setzen, dieser Termin war Stress pur – und damit genau das, was ich nach dem ersten Alien: Isolation, das bei mir auch schon über ein Jahrzehnt her ist, erwartet habe. Die Gameplay-Demo fängt das Erlebnis des ersten Teils exakt ein, sie erschafft die gleiche Anspannung, eine unfassbar beklemmende Horror-Atmosphäre. Und genau das sei auch das Ziel, so Creative Assembly, das gibt man mir noch mit auf den Weg.

Der zweite Teil hat noch keinen Termin

Wenn es Alien: Isolation 2 schafft, dieses Stresslevel über die gesamte Spielzeit – zu deren Länge man mir auf Nachfrage nichts sagen wollte – aufrechtzuerhalten, steht hier eines der intensivsten Horrorerlebnisse der Spielgeschichte an. Und wann wird das sein? Auch das konnte man mir noch nicht sagen; Alien: Isolation 2 hat aktuell noch keinen konkreten Veröffentlichungs­termin. Fest steht lediglich, dass das Spiel für PC, PlayStation 5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 erscheinen wird.

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