Alkoholverbot zeigt Wirkung: Deutlich weniger Müll und Gewalt
Stand: 04.08.2026, 06:00 Uhr
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Seit Mai gilt am Frankfurter Hauptbahnhof ein Alkoholverbot. Die Deutsche Bahn zieht nun eine positive Bilanz – allerdings ohne konkrete Zahlen zu nennen.
Frankfurt – Was die Deutsche Bahn in ganz Deutschland plant, gibt es in Frankfurt bereits seit Mai: ein Alkoholverbot im Bahnhof. Das Ziel war, „das Sicherheitsempfinden im Bahnhof weiter zu erhöhen“, erklärte Melanie Kühner, Leiterin des DB-Bahnhofsmanagements in Frankfurt, damals. Es ist nun nicht mehr erlaubt, Alkohol im Hauptbahnhof zu konsumieren. Dabeihaben geht – aber nur, wenn man ihn nicht im Bahnhof trinken will. Lediglich in den Gastronomien im Bahnhof dürfen Gäste ihn auch konsumieren.
Die DB zieht ein positives Resümee aus den vergangenen Monaten. So weit, so erwartbar. Sonst würde sie es kaum in ganz Deutschland einführen. Nicht nur in Frankfurt hat sie bereits zuvor ein Alkoholverbot eingeführt, auch in Köln und Hannover und am Bahnhof Zoo in Berlin gilt Konsumverbot.
„In den Modellprojekten konnte gezeigt werden, dass deutlich weniger Müll anfällt und das Verbot auch dazu beiträgt, Gewaltkriminalität, Konflikte und Auseinandersetzungen unter Alkoholeinfluss zu verringern“, sagt eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage. Dadurch verbessere sich auch das Sicherheitsgefühl für Reisende.
Weil Alkohol bei Konflikt- und Gewaltsituationen häufig eine Rolle spiele – sie verweist auf eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung –, leisteten Konsumverbote einen Beitrag zu mehr Sicherheit und einem respektvollen Miteinander im Bahnhof.
Mitarbeiter der DB Sicherheit kontrollieren das Verbot. Allerdings „mit Augenmaß“, wie die DB bei der Verkündung des Modellprojekts erklärte. Die Mitarbeiter setzten nach wie vor hauptsächlich auf Information und Einsicht und verwiesen auf das Konsumverbot.
Wer sich nicht daran hält, kann einen Platzverweis bekommen. Wird er erneut erwischt, können die Mitarbeiter sogar ein Hausverbot aussprechen. Auch die Bundespolizei kann dann eingebunden werden, erklärt die Sprecherin. „Bei Verstoß erfolgt ein Strafantrag bei der Bundespolizei“, sagt sie, und ergänzt: „Das Vorgehen hat sich bisher bewährt.“
Verstoß kann zu Strafanzeige führen
Allerdings kann die Bahn nicht sagen, wie oft Leute gegen das Verbot verstoßen haben. Zahlen zu Platzverweisen oder Hausverboten würden nicht erhoben, erklärt die Sprecherin. Auch die Bundespolizei äußert sich nicht zu Zahlen oder zum Alkoholverbot insgesamt. Verstöße würden durch den Hausrechtsinhaber geahndet, heißt es in der Pressestelle der Behörde.
Natürlich ist die Maßnahme bisher auch erst recht kurz in Kraft. Für ein richtiges Zwischenfazit ist es also noch zu früh. Kristen Kempf, Leiter des Frankfurter Präventionsrats, begrüßt das Alkoholkonsumverbot aber grundsätzlich. „Wenn jemand sehr stark alkoholisiert ist, ist er oft aggressiv“, sagt er. Er erwähnt vor allem Männergruppen. Die DB habe diese Gefahr erkannt.
Allerdings, so die Bahn-Sprecherin, ließen sich einzelne Maßnahmen eines Bündels nicht so einfach zuordnen. Denn die Deutsche Bahn hat sich in den vergangenen Monaten immer mehr einfallen lassen, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Sie hat etwa das Sicherheitspersonal erhöht und technische Maßnahmen ergriffen – mehr als 260 Kameras wurden Mitte 2025 installiert. Und auch die Bundespolizei ist laut Bahn-Angaben mit Streifen und einer Inspektion vor Ort, die rund um die Uhr besetzt ist.