Alles am 12. August: Der verrückteste Sternenhimmel des Jahres kommt am Mittwoch
Alles am 12. August Der verrückteste Sternenhimmel des Jahres kommt am Mittwoch
Wer sich für Astronomie interessiert, bekommt eine große Show geboten. An einem einzelnen Tag kommen so viele Highlights zusammen, wie man es sonst kaum erhoffen kann.
08.08.2026 , 07:43 Uhr
Der 12. August bringt uns verrückte Zufälle am Himmel.
Foto: dpa/Paul Zinken
Nicht nur die Planeten reihen sich am Mittwoch, 12. August, nahtlos aneinander. Wer sich für Astronomie interessiert, bekommt für über 24 Stunden die gesamte Palette an Himmelsereignissen vorgeführt, die das Universum zu bieten hat. Wer früh aufsteht und lange genug wach bleibt, kann sich auf eine Show freuen, die sich für gewöhnlich eher über ein ganzes Jahr verteilt.
Der Morgen des 12. August – Eine Planetenparade zum Frühstück
So fängt alles an: Frühaufsteher bekommen am 12. August noch vor dem Sonnenaufgang das erste Spektakel zu sehen. An diesem Morgen ereignet sich nämlich eine Planetenparade, bei der Jupiter, Merkur, Mars, Uranus, Saturn und Neptun nebeneinander am Himmel stehen. Wer Interesse hat, die sechs Himmelskörper anzusehen, kann vor dem Sonnenaufgang zwischen 5 und 6 Uhr in den Himmel sehen. Nicht alle Planeten sind gleich deutlich zu erkennen. Zudem erstreckt sich die Planetenparade über den gesamten Himmel.
Mit bloßem Auge sind Mars und Saturn am besten zu sehen. Mars befindet sich hoch am Himmel und erscheint im Sternbild Zwilling. Er strahlt in einem rötlichen Ton. Saturn wird sich im Sternbild Fische zeigen und ist aus der Planetenparade am hellsten erleuchtet.
Merkur und Jupiter sind deutlich schwerer zu finden. Besonders Merkur wird kurz vor dem Sonnenaufgang sehr tief am östlichen Horizont stehen und lasst sich nur für kurze Zeit erblicken. Schon kurze Zeit später wird er überstrahlt. Jupiter steht noch niedriger und kann nur bei absolut freier Sicht beobachtet werden. Wenn das Wetter gut ist und Sie etwas Glück mitbringen, können die beiden kurz vor Sonnenaufgang am östlichen Himmel finden. Uranus und Neptun zeigen sich nur mit der Hilfe von Fernglas oder Teleskop.
Der Nachmittag des 12. August – Die Sonnefinsternis nach Feierabend
Am Abend folgt direkt die nächste Show am Himmel. An diesem Tag findet eine totale Sonnenfinsternis statt, die auch in Europa sichtbar sein wird. In Deutschland wird es zwar nur eine partielle Finsternis zu sehen geben, dennoch ist das Ereignis ein Spektakel.
In Trier beispielsweise wird sich der Mond gegen 19.20 Uhr vor die Sonne schieben. Den Hauptteil der partiellen Sonnenfinsternis gibt es um 20.14 Uhr, bevor um 20.56 Uhr schon wieder alles vorbei ist. Wie immer gilt: Auf keinen Fall ohne Spezialbrille in die Sonne gucken!
Wer sich derzeit auf Island, im Norden Spaniens oder auf Mallorca befindet, kann sogar die totale Finsternis beobachten. Das seltene Ereignis entsteht, wenn sich der Mond zwischen die Erde und die Sonne schiebt. Dabei wird das Sonnenlicht teilweise oder vollständig blockiert. Nur wenn der Mond er in genau einer Linie mit der Sonne und der Erde steht, verdunkelt sich die Sonne.
Die Nacht auf den 13. August – Perseiden und ein Neumond mit perfektem Timing
In der Nacht vom 12. auf den 13. August ist es dann an der Zeit, sich etwas zu wünschen. Nachdem die Sonnenfinsternis endet, geht die Show immer weiter. Zunächst einmal ist am 12. August Neumond. Wie es der Zufall will, schafft das die besten Voraussetzungen, um den Höhepunkt der Perseiden zu sehen. Wer zwischen 22 und 23 Uhr in den Himmel schaut, kann bis zu 100 dieser Sternschnuppen pro Stunde sehen.
Am nächsten Morgen geht es weiter. Zwischen vier und sechs Uhr morgens wird der zweite Höhepunkt des Sternschnuppenschauers erwartet.
Die Perseiden scheinen aus der Richtung des Sternbildes Perseus zu kommen. In dieser Richtung befindet sich ihr Radiant, also der Ursprung, aus dem die Sternschnuppen scheinbar kommen. Wer die Sternkonstellation nicht ausfindig machen kann, muss sich aber auch keine Sorgen machen. Die Sternschnuppen werden über den gesamten Himmel verstreut sein.
Nächstes Highlight im August – Eine partielle Mondfinsternis folgt
Damit ist der astronomische August noch nicht beendet, denn ein Spektakel fehlt noch. Am 28. August ist Vollmond, aber einer von der dunkleren Sorte. Der Grund ist eine partielle Mondfinsternis. In dieser Nacht wird sich die Erde zwischen Sonne und Mond schieben. Dabei unterbricht der Erdschatten, das Licht der Sonne, das den Mond erleuchtet.
Das Himmelsspektakel ist auch in Europa sichtbar. Der Mond wird dabei nicht nur dunkel, er erscheint orange. Die Farbe kommt von der Erdatmosphäre. Sie streut das Sonnenlicht und lässt hauptsächlich die roten Lichtanteile durch. Diese lassen den Mond dann rötlich erscheinen.