FC Penzberg mit einer Woche zum Vergessen – Trainer spricht Klartext
Stand: 08.08.2026, 07:45 Uhr
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Beim FC Penzberg ist nach der ersten Saisonniederlage in der Liga und dem Aus im Pokal gegen einen Kreisklassisten die Stimmung nicht die beste.
Penzberg – Johannes Franz hat gewusst, dass eines Tages die Vergangenheit seine Penzberger Fußballer einholt. „Aber nicht, dass es so früh kommt“, räumt der Trainer nach einer Woche zum Vergessen ein. Die erste Saisonniederlage (2:3 bei München West) und das Pokalaus beim Kreisklassisten Schäftlarn/Baierbrunn legen Mängel offen, die unschwer zu übersehen sind. Eine Vorbereitung ohne Konstanz, ein kleiner Kader, Ausfälle en masse und die altbekannte Penzberger Kapriziösität bilden in Summe ein Problem aus „ganz, ganz vielen Puzzleteilen“, wie der Coach vor dem Heimspiel diesen Samstag gegen den SC Oberweikertshofen (15 Uhr) anmerkt.
„Keine Mannschaft hat dich gefordert. Du bist fast schon in eine Lethargie gefallen.“
Wenigstens im Bereich des Kontrollierbaren erkannte er kleine Fortschritte. Verhalten, Auftreten, das Aufwärmen, Körpersprache – „der Wille war voll da“, sagt er über das Pokalspiel unter der Woche, dem klare Worte vorausgegangen waren. „Jeder hat probiert, eine Reaktion zu zeigen.“ Dafür traten die Versäumnisse der Vorbereitung an anderer Stelle deutlich hervor. Praktisch den ganzen Testlauf hat der FCP ohne eine Startelf durchlaufen, die sich einspielt. In Training wie Spiel gingen permanent wichtige Leute ab. Schwache Gegner um den Saisonstart herum vermittelten ein falsches Gefühl von Sicherheit. In Wahrheit – die Trainer ahnten es bereits – fehlte über lange Zeit Wettkampf auf gutem Niveau. „Keine Mannschaft hat dich gefordert. Du bist fast schon in eine Lethargie gefallen“, bemerkt Hannes Franz.
Im Pokal bei Schäftlarn/Baierbrunn beim FC Penzberg nur A-Jugendliche auf der Bank
Für manches, etwa die Verletzung von Ugurkan Verep, kann niemand etwas. In Summe gehen den Penzbergern aber einfach zu viele Kicker in einem starken, jedoch keinesfalls üppig bestückten Kader ab. Beim Pokalspiel vergangenen Mittwoch saßen ausschließlich A-Jugendliche auf der Bank. Aktuell fehlen die Urlauber Fazlican Verep und – neu – Samir Neziri, Mirko Ramcic plagt sich weiter mit Leistenproblemen herum. „Es ist ein bisserl verhext, niemand kann sich einspielen“, klagt Hannes Franz. Im Toto-Pokal mussten so Florian Langenegger und Moritz Schwarz hinten im Abwehrzentrum aushelfen. Eine Position, die nicht wirklich geeignet ist für Experimente. Gerade geht es nur mit Tüfteleien aus der Fußball-Werkstatt.
Weg zurück zum Erfolg nur mit Charakter und im Kollektiv
Die Folgen sind an so banalen Dingen wie Standardsituationen abzulesen. Bei beiden Niederlagen wurden die Penzberger nach ruhenden Bällen per Flanke übertölpelt. Danach breitete sich eine Verunsicherung im ganzen Team aus, die laut Franz „ungewöhnlich für so eine Mannschaft“ mit vielen hochklassigen Leuten ist. Der Weg zurück ans Licht hat nichts mit Können zu tun, sondern mit Charakter, erklärt der FC-Coach. „Jetzt gilt es, zusammen im Kollektiv mit Teamspirit aus dem Loch rauszukommen.“
Jonas Kirschner und Sinan Grgic wieder im Kader des FC Penzberg
Erste Sonnenstrahlen: die Rückkehr von Jonas Kirschner und Sinan Grgic, die zwar beide über zwei Wochen ohne Training sind, aber wenigstens die Bank am Samstag ein wenig breiter machen. Gegenüber steht dem FCP ein Klub mit ganz eigenen Problemchen. Der Absteiger aus der Landesliga hat ein neues Team zu formen, die Fortschritte sind unübersehbar. Zum Auftakt spähte Hannes Franz die Oberweikertshofener in seiner ehemaligen Heimat Raisting aus, wo der SCO mit 0:1 unterlag. Zwei Wochen später „steht eine andere Mannschaft auf dem Platz“, hat er herausgefunden. Gerade aber geht es gar nicht um die Kontrahenten in der Bezirksliga – sondern alleine um den FCP und seinen Kampf mit sich selbst.