Schwingen als Beruf: Samuel Giger bricht mit Traditionen


Publiziert3. August 2026, 17:35

Premiere im SagmehlAls erster Schwinger: Giger gibt seinen Job auf und wird Profi

Samuel Giger hat seinen Job als Lastwagenfahrer aufgegeben. Der 28-Jährige setzt als erster Schwinger ganz auf den Sport und wird damit zum Vorreiter.

Céline Eicher

Darum gehts

Auf der Schwägalp kann Samuel Giger Mitte August zum achten Mal gewinnen – das hat vor ihm noch keiner geschafft. Was vor ihm auch noch kein Schwinger geschafft hat, ist, den Schwingsport zur einzigen Einnahmequelle zu machen. Im Podcast «GanzLanz» verrät der 28-Jährige, dass er seinen Job als Lastwagenfahrer an den Nagel gehängt hat.

Giger als Vorreiter

Was in anderen Sportarten längst dazugehört, ist im Schwingen eine Ausnahme: Da die Nationalsportart offiziell als Amateursport gilt, gehen die Schwinger neben dem Training und den Wettkämpfen ihren Berufen nach. Trotz Werbeverträgen reicht das Schwingen bislang nicht, um den Lebensunterhalt zu stemmen.

Das könnte sich durch Giger als Vorreiter nun ändern. Der Ostschweizer hat sich nach eigenen Angaben vor einem Jahr zu diesem Schritt entschieden, nachdem er bereits seit 2019 immer wieder sein Arbeitspensum heruntergestuft hatte.

Zu wenig Zeit fürs Training

Zuletzt sei er in einem 40-Prozent-Pensum angestellt gewesen – das führte aber immer wieder zu zeitlichen Engpässen. «An den zwei Tagen, an denen ich am Arbeiten bin, muss ja trotzdem irgendwo das Training Platz haben», erklärt der Sieger des Unspunnen von 2023. Irgendwann sei ihm bewusst geworden, dass dieser Modus weder für die Regeneration noch für das Training selbst förderlich ist.

Was denkst du darüber, dass Samuel Giger als erster Schwinger ganz auf den Sport setzt?

Finde ich super, das ist ein wichtiger Schritt für den Schwingsport.

Ich sehe das kritisch, Schwingen sollte ein Amateursport bleiben.

Es war nur eine Frage der Zeit, dass jemand diesen Schritt wagt.

Ich hoffe, es zahlt sich für ihn aus, aber es birgt auch Risiken.

Auf die Frage von Ex-Schwinger Andreas Lanz, ob er jetzt Profisportler sei, erwiedert Giger nur: «Kann man so sagen» – und revolutioniert damit die Welt des Schwingens. Gearbeitet wird nur noch, «wo ich gerade Lücken habe», ansonsten drehe sich sein Alltag alleinig um das Schwingen. Ob diese Taktik aufgeht, kann der Thurgauer am kommenden Wochenende beim Schaffhauser Kantonalschwingfest zeigen.

Céline Eicher

Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.

Deine Meinung zählt