Als Schafe auf dem Bürgerplatz weideten: Sonderausstellung beleuchtet Eching in den 70er- und 80er-Jahren


Stand: 29.09.2026, 14:00 Uhr

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Das Eching der 70er- und 80er-Jahre wird durch die zahlreichen Bilder der Sonderausstellung im Heimatmuseum dokumentiert.

Das Eching der 70er- und 80er-Jahre wird durch die zahlreichen Bilder der Sonderausstellung im Heimatmuseum dokumentiert. © wu

Das Echinger Heimatmuseum zeigt Luftbilder aus den 70er- und 80er-Jahren. Fast 600 historische Aufnahmen machen das rasante Wachstum der Gemeinde sichtbar.

Eching – Auf reges Interesse stieß die Einladung des Echinger Heimatmuseums kürzlich beim Tag des offenen Denkmals zu einem historischen Ausflug in das Eching der 70er- und 80er-Jahre. Der Begriff „Flug“ ist hier wörtlich gemeint, denn bei der zu diesem Anlass erstellten Sonderschau handelt es sich um Bilddokumente aus der Vogelperspektive. Sie stammen aus einer Sammlung des Luftbildverlags Hans Bertram GmbH mit knapp 600 Bildern, die die Archivarin Rebecca Eckl Ende 2024 für das Gemeindearchiv erwerben konnte.

Aktuell auf Ausstellungswänden zusammengestellt wurde die Dokumentation vom vormaligen Archivpfleger und Ehrenbürger Günter Lammel, der zusammen mit Pia Hahn, Sachbearbeiterin im Kulturreferat, den gut 100 Besuchern auch gerne als Museumsführer durch die bäuerliche Gerätesammlung zur Verfügung stand. „Es waren auch einige Kinder und Jugendliche dabei“, freuten sich Hahn und Lammel. Unterstützt hat sie der über 90‑jährige Konrad Hirtenreiter, der für die Abteilung der Maischer Heimatecke verantwortlich zeichnet. Mit ihren liebevoll zusammengestellten Exponaten erinnert sie an die Heimat der aus Ungarn geflohenen Donauschwaben, die, wie auch die Familie Hirtenreiter, nach dem Zweiten Weltkrieg in Eching ein neues Zuhause fanden.

Die aktuelle Sonderschau wurde thematisch flankiert von der bereits im Frühjahr gezeigten chronologisch vorausgehenden Dokumentation „Eching in den 50er- und 60er-Jahren“. Von oben lässt sich verstärkt die ab den 70er-Jahren einsetzende städtebauliche Entwicklung vom Bauerndorf Eching in eine moderne Gemeinde unter Bürgermeister Joachim Enßlin (1972 bis 1992) ablesen. Innerhalb weniger Jahrzehnte vollzog sich eine Entwicklung mit einem rasanten Wachstum, in der sich das bäuerlich geprägte Eching durch die Erstellung zentraler Infrastruktur-Einrichtungen wie Rathaus (1973), Jugendzentrum (1980), Bürgerhaus und Bücherei (1981) in einen Wirtschaftsstandort mit städtischem Charakter verwandelte. Parallel entstanden neue Siedlungen und es wurden Gewerbeflächen ausgewiesen. Exemplarisch darf dabei 1974 die Eröffnung des ersten deutschen Möbelmarktes von IKEA gelten, dessen ursprünglicher Standort auf dem Gelände der jetzigen Poco-Domäne in einem der zahlreichen Bilder aus der Luft zu sehen ist.

Angesichts der seit den 80er- und 90er-Jahren von der Bildfläche verschwundenen Hofstellen, insbesondere im heutigen Ortszentrum, gab es unter den Besuchern bei den Bildmotiven das große Rätselraten. Hilfreich bei der Orientierung sind neben Alt-Sankt-Andreas, der ortsprägenden Kirche in Eching, die Autobahnen und die S-Bahn-Trasse, die bei den vielen neu entstandenen Siedlungen auf ehemals freier Fläche und der Auflösung vieler landwirtschaftlicher Anwesen unverändert geblieben sind.

In Gesprächen mit alteingesessenen und ortskundigen Besuchern, zu denen insbesondere auch Landwirte zählen, konnten neu hinzugezogene Bewohner viele aufschlussreiche Details aus erster Hand erfahren. Wie etwa: „Auf dem Gelände des jetzigen Bürgerplatzes haben bis in die 90er noch Schafe geweidet“ – und es wurden vielerlei Erinnerungen geweckt.