Ältestes Okapi Europas aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert


Stand: 07.08.2026, 14:05 Uhr

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Das älteste Okapi in Europa ist tot. Das seit 1999 im Stuttgarter Zoo Wilhelma beheimatete Tier musste aus gesundheitlichen Gründen eingeschläfert werden.

Stuttgart – In jeder Gesellschaft dieser Welt gilt dasselbe unumstößliche Gesetz: Was geboren wird, muss auch sterben – ob Mensch oder Tier. Das gilt auch für den zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart. Nachdem es im vergangenen Jahr aufgrund der Geburt von mehreren Quolls (auch Beutelmarder genannt) Grund zur Freude gab, musste der Zoo der baden-württembergischen Landeshauptstadt nun einen Tod vermelden. Ende Juli wurde demnach der älteste Okapi, oftmals beschreibend Kurzhalsgiraffe genannt, in ganz Europa eingeschläfert.

Okapi Vitu in der Stuttgarter Wilhelma eingeschläfert: Er wurde 28 Jahre und 4 Monate alt

Wie die Wilhelma in einer Pressemitteilung erklärt, kam der Okapi-Bulle „Vitu“ bereits im Jahr 1999 in den Zoo im Stadtbezirk Bad Cannstatt und wurde im Laufe der Jahre ganze sechsmal Vater. Zuletzt ging es der ältesten lebenden Kurzhalsgiraffe auf dem europäischen Kontinent aber immer schlechter. „Vitu konnte sich zuletzt nur noch schlecht fortbewegen“, erklärt der leitende Tierarzt der Wilhelma, Tobias Knauf-Witzens. „Er fraß kaum mehr und zeigte immer deutlichere Alterserscheinungen. Um unnötiges Leiden zu vermeiden, mussten wir die Entscheidung treffen, ihn zu euthanasieren.“

Okapi

Okapis sind kurzhalsige Waldgiraffen, die in freier Wildbahn nur in den Regenwäldern im Norden und Nordosten der Demokratischen Republik Kongo vorkommen. Sie erreichen eine Schulterhöhe von 1,5 Metern und ernähren sich ausschließlich von frischem Laub. In Europa werden die Tiere seit 1956 gezüchtet, in der Stuttgarter Wilhelma seit 1989.
(Quelle: Wilhelma Stuttgart)

Eine Euthanasie bei Tieren ist vergleichsweise häufig und soll alte oder kranke Tiere vor Leid bewahren. Der umgangssprachlich „Einschläfern“ genannte Prozess ist für das Tier vollkommen schmerzfrei. Vitu wurde nach Angaben der Wilhelma stolze 28 Jahre und 4 Monate alt. Nach der Obduktion soll sein Körper zu wissenschaftlichen Zwecken dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart übergeben werden. Der älteste Okapi-Bulle Europas mag tot sein, sein Erbe lebt aber weiter.

Vitu, das älteste Okapi Europas, im zoologisch-botanischen Garten Wilhelma in Stuttgart, Baden-Württemberg.

Vitu, das älteste Okapi Europas, ist tot. Sein Erbe lebt aber weiter. © Wilhelma Stuttgart

Okapi: „Lebensraumverlust, Wilderei und politische Instabilität bedrohen die Wildpopulation“

Über mehrere Zoos verteilt leben der Mitteilung zufolge noch 17 Nachkommen von Vitu in insgesamt vier Generationen. Und das ist auch wichtig, da die Population der Tiere aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise nur schwer zu schätzen ist. „Fest steht jedoch: Lebensraumverlust, Wilderei und politische Instabilität bedrohen die Wildpopulation“, erklärt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin. „Wir sind sehr stolz darauf, mit insgesamt 15 erfolgreichen Nachzuchten einen wichtigen Beitrag für die europäische Reservepopulation geleistet zu haben.“ (Verwendete Quellen: Mitteilung der Wilhelma, eigene Recherche)