Lokale KI ohne Cloud: Lenovos Mini-PC bleibt bei 128 statt 192 GiB


Lenovo hat auf der IFA 2026 in Berlin den ThinkCentre X Ultra vorgestellt, einen winzigen Mini-PC mit 1,6 Litern Volumen und AMDs derzeit größter Zen-5-APU. Der Hersteller zielt auf Entwickler und Unternehmen, die Sprachmodelle lokal betreiben wollen, statt ihre mitunter sensiblen Daten über eine Cloud an ein Rechenzentrum zu übergeben.

Lenovo ThinkCentre X Ultra (2)
Bildquelle: Lenovo
Lenovo ThinkCentre X Ultra (3)
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Beim Systemspeicher bleibt Lenovo allerdings unter dem Maximum der APU, welche bis zu 192 GiB LPDDR5-8533 als Unified Memory für CPU und GPU unterstützt. Der genannte Preis versteht sich zudem ohne Umsatzsteuer.

Ryzen AI Max+ Pro 495: Gorgon Halo im Lenovos Business-PC

Der Ryzen AI Max+ Pro 495 ("Gorgon Halo") stellt im ThinkCentre X Ultra 16 Zen-5-Kerne mit bis zu 5,2 GHz, eine integrierte Radeon 8065S ("RDNA 3.5") mit 40 Compute Units bei 3 GHz und eine XDNA-2-NPU mit 55 TOPS bereit.

Für lokale Sprachmodelle zählt zunächst der zuweisbare Grafikspeicher, erst danach werden Taktfrequenz und NPU-Durchsatz interessant: Lenovo weist der Radeon bis zu 96 GiB aus dem gemeinsamen Speicherpool zu.

Lenovo ThinkCentre X Ultra (6)
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Bei der Zen-5-APU handelt es sich um die Pro-Ausführung des bereits im Mai 2026 vorgestellten Ryzen AI Max+ 495, eines Refreshs von Strix Halo mit höheren Frequenzen und größerem Speicherausbau. Die konfigurierbare TDP reicht von 45 bis 120 Watt. Das kompakte Gehäuse des Mini-PCs misst 183 x 183 x 51 mm und wiegt ab 2,0 kg.

Vorne sitzen zwei USB-C-Buchsen nach USB 3.2 Gen 2 und ein Kombianschluss für Headsets. Hinten stehen DisplayPort 2.1 UHBR10, HDMI 2.1 FRL, zwei USB-A-Ports, zwei Thunderbolt-4-Buchsen und Ethernet mit 10 GBit/s bereit.

Lenovo ThinkCentre X Ultra (5)
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Lenovo ThinkCentre X Ultra (7)
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Hinzu kommt ein wechselbarer Anschluss, den Lenovo "Punch-out Port" nennt und der wahlweise VGA, DisplayPort, HDMI, eine serielle Schnittstelle oder einen zweiten 10GbE-Port aufnimmt. Für Funkverbindungen stehen Wi-Fi 7 und Bluetooth 5.4 bereit.

Beim Massenspeicher lohnt der Blick ins Datenblatt: Lenovo bewirbt zwei M.2-2280-Steckplätze für Gen5-SSDs mit je 4 TB, vermerkt daneben aber "Platform-only support for Gen4" und führt beide Steckplätze als PCIe 4.0 x4. Schnellere Laufwerke passen dementsprechend hinein, können ihre höhere Bandbreite aber nicht ausspielen.

Speicher: 128 GiB LPDDR5X statt der möglichen 192 GiB

Lenovo bestückt den ThinkCentre X Ultra zum Marktstart mit höchstens 128 GiB LPDDR5X-8533 über vier Kanäle, obwohl die Gorgon-Halo-APU bis zu 192 GiB adressiert. Gegenüber Journalisten vor Ort begründet der Hersteller das mit der Nachfrage: Genau diese Ausbaustufe bestelle die Kundschaft derzeit, eine größere Variante sei später durchaus möglich, so der Hersteller im Rahmen der IFA 2026 in Berlin.

Der Zeitpunkt spricht für eine zweite Erklärung. LPDDR5X zählt zu den Speichertypen, welche von den Rekordpreisen am DRAM-Markt am härtesten getroffen werden, und entsprechend bestückte Strix-Halo-Systeme sind zuletzt spürbar teurer geworden.

Damit verliert das Gerät genau die Eigenschaft, die Gorgon Halo vom Vorgänger abhebt. AMD nennt für den vollen Ausbau bis zu 160 GiB Grafikspeicher, was für Sprachmodelle mit rund 300 Milliarden Parametern reicht. Die Speicherbausteine im Lenovo-Rechner stammen von SK Hynix.

Lokale KI unter Linux: AMD AI OS und Ubuntu

Lenovo führt für den ThinkCentre X Ultra neben Windows 11 Pro und Home ein "Linux AMD AI OS" auf, während Ubuntu ausschließlich als zertifizierte Konfiguration und nicht als Vorinstallation erscheint. Wer will, bestellt das Gerät ganz ohne Betriebssystem. Die Werkzeuge liefert das Ryzen AI Developer Center von AMD, das vorkonfigurierte Modelle und Workflows unter Windows wie unter Linux bereitstellt.

Lenovo ThinkCentre X Ultra (4)
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Bis zu vier Systeme lassen sich zu einem Verbund zusammenschalten, der Rechenleistung und Speicher bündelt. Dadurch sollen größere Modelle und längere Kontextfenster möglich werden, ebenso mehrere gleichzeitige Anfragen. Die Verbindung übernimmt ausgerechnet Intels Thunderbolt 4, das Lenovo in Berlin an einem Aufbau aus mehreren Geräten demonstriert hat.

Preis und Verfügbarkeit: Was der Rechner in Deutschland kostet

Lenovo veranschlagt für den ThinkCentre X Ultra einen Einstiegspreis von 3.100 Euro. Lenovos Preisangaben im Geschäftskundenumfeld verstehen sich ohne Steuern. Bei 19 Prozent Umsatzsteuer kostet die Einstiegskonfiguration damit rund 3.689 Euro brutto. In den USA ruft Lenovo 3.699 US-Dollar auf. Der Marktstart soll im November erfolgen.

Zur Einordnung: AMDs eigener Ryzen AI Halo kostet mit dem Vorgänger Strix Halo ab 3.999 US-Dollar, das Minisforum N5 Max mit vergleichbarem Speicherausbau ab 3.839 Euro. Deutlich darunter positioniert Lenovo die kleineren ThinkCentre M75q Gen 6 und M75s Gen 6 mit Ryzen AI Pro 400 und 50 TOPS, welche ab Oktober zu Preisen ab 999 beziehungsweise 1.059 Euro netto starten.

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Quelle: Lenovo