Nach außen reitet die NRW-AfD auf einer Erfolgswelle, nach innen lächelt sie Probleme weg


Vertrauliche Vorab-Runde der AfD

Vor dem öffentlichen Teil des Abends hatte zudem ein Treffen von Alice Weidel mit AfD-Funktionären aus NRW stattgefunden. Dort habe man ihr die eigene Sicht auf den Streit im Landesverband geschildert. Das sei "ermutigend" gewesen, sagte Christian Zaum. Auch andere Teilnehmer berichteten, dass man die vertrauliche Runde mit einem Gefühl der "Stärkung" verlassen habe. Somit unterstrich Weidel mit dem Besuch in NRW ihre Unterstützung für die Anti-Vincentz-Leute. 

"Remigration" als Stimmungsgarant

Im Gespräch mit dem WDR kurz vor Beginn des öffentlichen Teils der Veranstaltung betonte der AfD-Bundestagsabgeordnete Maximilian Kneller aus Bielefeld, man arbeite auch in NRW auf ein baldiges Einreißen der sogenannten "Brandmauer" - so wie im Europaparlament. "Wo es ja längst schon keine Brandmauer mehr gibt", so Kneller.

Im Frühjahr war bekannt geworden, dass die Fraktion von CDU und CSU im Europäischen Parlament enger mit der AfD und anderen rechten Parteien zusammenarbeiteten, als bis dato bekannt gewesen war.

Störende Fragen nach AfD-Hack

Weniger gut war die Stimmung, sobald das massive Datenleck innerhalb der AfD zu Sprache kam. Im Gespräch mit dem WDR gab Christian Zaum an, "auf Zuruf" keine Bewertungen abgeben zu wollen. Er fand, man solle sich eher Gedanken über die IT-Sicherheit machen.

Maximilian Kneller verwies darauf, dass man das Datenleck jetzt AfD-seitig aufarbeiten wolle. Er erklärte aber auch, dass man überprüfen müsse, inwiefern "das alles echt" sei.

Hunderttausende mutmaßliche AfD-Mails im Netz

Im September ist die AfD gehackt worden. Nun sind rund 420.000 Mails mutmaßlich von AfD-Nutzerkonten ins Internet gestellt worden. Die Authentizität aller Mails lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht belegen. Die veröffentlichen Datensätze deuten darauf hin, dass Fotos von Ausweisen, Zeugnisse sowie Mitgliederlisten veröffentlicht wurden. Sie sollen auch Versuche der NRW-AfD abbilden, intern gegen Mitglieder vorzugehen, die sexistisch, rassistisch oder antisemitisch aufgefallen sind. 

AfD-Erfolgswelle auch in NRW?

Dennoch ist offen, inwiefern sich diese augenscheinliche Erfolgswelle der AfD nach Nordrhein-Westfalen übertragen lässt. Zu sehr dominieren hierzulande parteiinterne Streitigkeiten um einzelne Abgeordnete bis hin zur Gültigkeit der Wahlliste für Landtagswahl das öffentliche Bild der Partei. Treibende Kraft hinter diesen mitunter öffentlich ausgetragenen Disputen sind immer wieder auch diejenigen, die in Leverkusen auf der Bühne standen.