Angriff auf Kinderfest - Gewalt am türkischen Kinderfest in Basel: Elf Männer verurteilt


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Die elf kurdischen Männer wurden mit einer Ausnahme sowohl wegen Angriffs als auch wegen Landfriedensbruchs verurteilt. Das Strafgericht Basel-Stadt sprach grösstenteils bedingte Freiheitsstrafen zwischen neun und 23 Monaten aus.

Zwei der elf Männer erhielten teilbedingte Freiheitsstrafen. Sie bekamen 34 respektive 36 Monate, wovon sie sechs respektive acht Monate ins Gefängnis müssen.

Auf Landesverweisungen verzichtete das Gericht. Einzelne Urteile umfassten auch einfache sowie versuchte schwere Körperverletzung.

Grosse Menschenmenge auf einem belebten Platz.
Legende:

Das türkische Kinderfest war am Nachmittag gut besucht. Der Angriff ereignete sich, nachdem die Darbietungen bereits zu Ende waren.

zVg

Die drei Freigesprochenen wie auch die Verurteilten waren am Tag des Angriffs an einem Kongress von Kurdinnen und Kurden in Gerlafingen SO. Die Ermittlungen haben jedoch ergeben, dass einige erst nach der Auseinandersetzung an den Marktplatz nach Basel gekommen waren.

Der Hintergrund des teils gewalttätigen Streits sei «politisch und emotional», sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Es handle sich «zweifelsohne um einen kurdisch-türkischen Konflikt». Dieser sei «auf offener Strasse und auf verwerfliche Weise» ausgetragen worden.

«Wie ein Fussball» gegen Hinterkopf getreten

Zum Angriff auf das türkische Kinderfest auf dem Basler Marktplatz kam es gegen Abend, als dieses bereits am Ausklingen war.

In Basel haben die nun Verurteilten zuerst politische Parolen geschrien, etwa gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Politik. Das alleine wäre unproblematisch gewesen, so der Richter. Danach kam es aber zu Gewalt – zuerst beim Absperrgitter, welches rund um das Fest aufgestellt worden war, dann auf dem Platz selbst.

Gesang, Tanz und Türkeifahnen

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Der 23. April ist in der Türkei der «Tag der Nationalen Souveränität und des Kindes». Das bestimmte Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk 1920. Der Tag wird in der Türkei mit einem Kinderfest begangen. In Basel findet dieses seit einigen Jahren ebenfalls statt. Neben vielen Ständen gibt es Musik und Auftritte von Kindern, die singen und tanzen. Die Festbühne wird in Basel mit vielen türkischen Fahnen geschmückt. Auch Angestellte der türkischen Botschaft sind jeweils zugegen.

Die Gewalttaten haben teils mit einfachen Gegenständen stattgefunden, die kaum dazu dienen, jemanden schwer zu verletzen. So hat beispielsweise ein Verurteilter mit einem Knirpsschirm zugeschlagen, der «weder hart, noch robust» gewesen sei. Das hat zu einem Schuldspruch wegen versuchter einfacher Körperverletzung geführt. Ein weiterer Mann, der der schweren Körperverletzung schuldig gesprochen wurde, hat einem Mann «wie einen Fussball» gegen den Hinterkopf getreten.

Wolfsgruss, aber keine Rauferei

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Festes sind nach Ansicht des Gerichts nicht passiv geblieben. So haben sie sich beispielsweise nicht zurückgezogen. Einige hätten auch den Wolfsgruss gezeigt, also das Zeichen einer türkischen rechtsextremen Partei. Dennoch handle es sich nicht um eine wechselseitige Rauferei, sondern um einen Angriff, der von den Männern mit kurdischem Hintergrund ausgegangen sei.

Die Angreifer sind zwischen 26 und 40 Jahre alt. Sie kommen aus verschiedenen Kantonen. Viele sagten aus, sie seien aus politischen Gründen aus der Türkei geflüchtet.

Regionaljournal Basel, 7. 8.2026, 12:03 Uhr ;  kenc;swam;liea