Anschlagsserie in Frankfurt und Offenbach: Spur führt offenbar zu Bandenkrieg mit „Tiger“
Stand: 26.09.2026, 13:08 Uhr
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Nach den Sprengstoff- und Brandanschlägen in Frankfurt und Offenbach verdichten sich die Hinweise auf einen grenzüberschreitenden Drogenkrieg.
Frankfurt/Offenbach – Die Serie von Sprengstoffdetonationen und Brandanschlägen, die in den vergangenen Wochen Frankfurt und Offenbach erschütterte, ist offenbar Teil eines veritablen Drogenkriegs. Nach Berichten niederländischer Medien rächen sich organisierte Rauschgiftbanden offenbar für den Diebstahl einer Drogenlieferung.
„De Limburger“ berichtet: Drogenkrieg schwappt von den Niederlanden nach Hessen
Wie die niederländische Regionalzeitung „De Limburger“ berichtet, stehen die Vorfälle in direktem Zusammenhang mit Gewaltexzessen in den Niederlanden. Dort kam es unter anderem in der vergangenen Woche in einem Stadtteil von Venlo zu einem Anschlag, Auch in Amsterdam sollen Taten verübt worden sein. Das Blatt spricht von „Racheakten“ wegen einer angeblich gestohlenen Drogenlieferung. Die Spur führe zu einem Mann mit dem Spitznamen „Tiger“ aus Venlo, der eine zentrale Figur in dem Konflikt sein soll. Darüber berichtet auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Zunächst explodierten in der Nacht zum 13. September drei Sprengsätze an einem Cafe in der Frankfurter Straße in Offenbach sowie einem Kiosk an der Mörfelder Landstraße und einem Mehrfamilienhaus in Bockenheim in Frankfurt. Kurz nach den Anschlägen nahm die Polizei einen 15-jährigen Niederländer fest. Nach den Detonationen vor dem Café Rio auf der Berger Straße und einer Shisha-Bar auf der Zeil weniger Tage später klickten bei einem 17-jähriger Niederländer die Handschellen.
Für die Ausführung der nächtlichen Anschläge reisen häufig junge Handlanger aus den Niederlanden an. Die Hintermänner nutzen das perfide Modell „Violence-as-a-Service“, bei dem teils Minderjährige für geringe Summen rekrutiert werden.
Immer wieder Anschläge in Rhein-Main mit niederländischem Anstrich
Während Hessens Innenminister Roman Poseck von einer neuen Dimension der organisierten Kriminalität sprach und die Ermittler der Europol-Taskforce „OTF Grimm“ die internationalen Verbindungen aufdröseln, fordern auch betroffene Gewerbetreibende und der Handelsverband mehr Polizeischutz vor den unberechenbaren Sprengstoffangriffen.
Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Polizei nach einem Anschlag vor einer Bar in Offenbach ein Fluchtfahrzeug mit niederländischen Kennzeichen auf der Autobahn 3 gestoppt.