Antisemitismus und Putin-Nähe: Wie Wähler aus Frust die gefährlichsten Parteien groß machen


Stand: 17.09.2026, 19:09 Uhr

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Die Enttäuschung über Ampel und Schwarz-Rot ist groß. Doch Sigmund Gottlieb sieht in AfD und Linkspartei keine Alternative. Ein Kommentar.

München – Nur die dümmsten Kälber wählen sich ihre Metzger selber. Dieser Satz war noch nie so richtig wie jetzt. Die deutschen Wähler verprügeln ihre Regierung, wofür es sicher viele Gründe gibt. Gleichzeitig tun sie etwas, was die deutsche Geschichte verbietet, unsere Demokratie jedoch erlaubt: Ohne Hemmung wählen sie extrem. Rechtsaußen gehen sie der AfD auf den Leim, die in ihrem Kern braun ist, die Putins Nähe sucht und Deutschland aus dem westlichen Bündnis brechen will. Noch dazu die hirnlosen Remigrations-Thesen der Blauen, die immer mehr Deutschen gerade rechtzukommen scheinen.

Sigmund Gottlieb

Der renommierte Journalist und langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kommentiert für den Münchner Merkur von Ippen.Media mit scharfem Blick wöchentlich in seiner Kolumne „Gottlieb direkt“ aktuelle Themen wie die Merz-Regierung aus SPD, CDU und CSU und der Opposition. Genauso beschäftigt er sich mit der Wirtschaft und der allgemeinen Stimmung im Land. ©  Eibner/imago

Genauso unbegreiflich sind die stattlichen Wahlergebnisse am linken Rand. Die Linkspartei wird nicht müde, die Vermögenden und die Erfolgreichen aus dem Land zu jagen. Vor allem jedoch ist sie inzwischen die Partei des Antisemitismus. Ihre Parlamentarier halten es für überflüssig, sich von den Linksextremen außerhalb des Bundestags klar zu distanzieren. Ihr perverses und krudes Treiben auf unseren Straßen ist seit dem 7. Oktober 2023 eine systematische Täter-Opfer-Umkehr, eine Welle der Sympathie nicht mit den 1200 israelischen Opfern, sondern mit den palästinensischen Mördern. Nicht zu fassen!

Antisemitismus und Putin-Nähe: Wie Wähler aus Frust die gefährlichsten Parteien groß machen

Es ist wahr: Ampel und Schwarz-Rot haben vielen Menschen das Gefühl gegeben, sie können es nicht. Aber zu glauben, die Blauen oder die Dunkelroten könnten es besser, ist Ausdruck extremer Naivität. Statt unser Heil an den Rändern zu suchen, sollten wir ans Gelingen glauben – dort wo es im letzten dreiviertel Jahrhundert auch gelungen ist: in der Mitte. Beenden wir dieses gefährliche Spiel an der Wahlurne!