KMU finden kein Personal: Kaum Bewerbungen und zu wenig Wissen


Arbeitskräftemangel im Betrieb KMU finden kein Personal – wo es harzt

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz steigt. Dennoch haben viele KMU Mühe, Personal zu finden. Wie passt das zusammen?

21.08.2026, 06:09

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Die Ausgangslage: Das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind die vielen kleinen und mittelgrossen Betriebe, die KMU. Der Elektriker um die Ecke, die Bäckerei, die Coiffeuse, der Industriebetrieb, die Beiz. Es gibt in der Schweiz insgesamt 624’000 solcher Betriebe mit weniger als 250 Angestellten. Eine Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo zeigt: KMU-Betriebe stossen bei der Personalrekrutierung weiterhin auf erhebliche Schwierigkeiten. Im verarbeitenden Gewerbe hat sich die Lage sogar verschärft.

Die Studie

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Die KMU-Arbeitsmarktstudie des Forschungsinstituts Sotomo wurde im Auftrag der AXA realisiert. Dabei wurden vom 11. bis 18. März 2026 insgesamt 336 KMU aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz befragt.

Arbeitskräftemangel: Die Hälfte der KMU gibt an, bei der Personalsuche mehrheitlich oder immer auf Schwierigkeiten zu stossen. Gemäss Studie öffnet sich zwischen den Wirtschaftszweigen eine Schere. Im produzierenden Gewerbe ist der Anteil der KMU mit Rekrutierungsproblemen seit 2022 von 45 auf 65 Prozent gestiegen, während er im Dienstleistungssektor stabil geblieben ist.

Hier drückt der Schuh: Die vertiefte Analyse zeigt: Fast die Hälfte der Betriebe im produzierenden Gewerbe erhält zu wenige oder gar keine Bewerbungen. Im Dienstleistungssektor ist es lediglich ein Viertel der KMU, die kaum Bewerbungen erhalten. Wenn dann mal Bewerbungen eintreffen, dann sind die fehlenden Fachkenntnisse und die unterschiedlichen Vorstellungen über die Löhne die grössten Hürden.

Studium versus Lehre: Häufig stimmen die gesuchten Profile nicht mit den Bewerbungen überein. Das hat auch mit der Ausbildung zu tun. Im Schweizer Bildungssystem gibt es seit Jahren den Trend zur Akademisierung. Ein Drittel der befragten KMU geht nun aber davon aus, künftig eher weniger Akademikerinnen und Akademiker einzustellen, während nur 15 Prozent eine Aufstockung planen. Auffallend bei der Studie: Eine deutliche Mehrheit der KMU rät den Schulabgängerinnen und -abgängern eher, eine Berufslehre statt eines Studiums zu machen.

Immer mehr Ausfälle: Schwierigkeiten haben die Betriebe nicht nur in der Rekrutierung, sondern auch mit zunehmenden Ausfällen bei der bestehenden Belegschaft: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund verschiedener Probleme abwesend sind, vor allem auch aus psychischen Gründen, oder Menschen, die in einer Lebenskrise stecken. Die Kosten aufgrund von Absenzen nehmen zu, wie es in der Studie heisst. «Die mentale Gesundheit der Belegschaft entwickelt sich zu einer drängenden Herausforderung für Schweizer KMU», so ein Fazit der Autoren. Gut ein Drittel der KMU sei mittelmässig oder stark von Ausfällen betroffen, die auf die psychische Verfassung der Mitarbeitenden zurückgehen. Gegenüber 2023 entspricht dies einem Anstieg von zehn Prozentpunkten.

Mehr Eigenverantwortung

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Eine Rolle bei den Ausfällen spielt laut Studie die Firmenkultur: «KMU, die auf Eigenverantwortung setzen, berichten von weniger Fehlzeiten.» Dies decke sich mit den Erkenntnissen der Arbeitspsychologie. Mitarbeitende, die ihre Arbeit selbst gestalten könnten, seien resilienter gegenüber psychischen Belastungen.

Fehlende Massnahmen: Trotz häufiger Ausfälle verzichten viele Betriebe auf präventive Massnahmen. Es gebe eine Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Relevanz und konkretem Handeln, schreiben die Studienautorinnen. Der Anteil jener Unternehmen, die gezielt auf eine offene Feedbackkultur setzen, ist gegenüber 2023 leicht zurückgegangen – von 35 auf 28 Prozent. Jedes vierte KMU berichtet zudem, keinerlei spezifische Massnahmen zu ergreifen, um psychisch bedingten Fehlzeiten vorzubeugen.

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SRF 4 News, 20.8.2026, 16:35 Uhr