So viel Trinkwasser verbrauchen die Dietzenbacher täglich
Stand: 21.08.2026, 06:09 Uhr
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Der durchschnittliche Pro-Kopf-Wasserverbrauch in Dietzenbach liegt bei etwa 144 Litern am Tag. Das ist nicht mehr als im Kreis-Durchschnitt, aber laut Bürgermeister immer noch zuviel.
Dietzenbach – Rätsel gibt den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Städtebau, Verkehr und Umwelt ein vermeintlich hoher Wasserverbrauch pro Kopf in Dietzenbach auf. Doch offenbar handelt es sich dabei um ein Missverständnis.
Angesichts des im Juni ausgerufenen Trinkwassernotstands stellen CDU und SPD einen Antrag, in dem sie ein Konzept zur dauerhaften Sicherstellung der Trinkwasserversorgung fordern. Benachbarte Versorgungsgebiete seien von einem vergleichbaren Notstand nicht betroffen gewesen, in Stadt und Kreis Offenbach seien die technischen Förderkapazitäten an ihre Grenzen gestoßen. „Dies zeigt, dass neben dem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser insbesondere die Leistungsfähigkeit der bestehenden Infrastruktur künftig eine entscheidende Rolle spielt“, heißt es in der Begründung der Vorlage. Die Verwaltung wird aufgefordert, mit Kreis und Zweckverband Wasserversorgung Offenbach (ZWO) eine langfristige Investitions- und Infrastrukturstrategie zu entwickeln, die auch „bei außergewöhnlichen Verbrauchsspitzen“ eine Versorgungssicherheit gewährleiste.
Rätsel gibt Politik und Verwaltung der vermeintlich überdurchschnittliche Wasserverbrauch pro Tag in Dietzenbach auf: Dieser liege bei fast 150 Litern pro Kopf und damit über dem Kreis-Durchschnitt, informiert Bürgermeister Dieter Lang. Rolf von Kiesling (FDP) möchte wissen, warum in Dietzenbach mehr Wasser verbraucht werde, doch offenbar liegt der Information ein Missverständnis zugrunde: Laut Auskunft der Stadtwerke lag zum Zeitpunkt der letzten Erhebung im Jahr 2021 der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 144 Litern und damit unterhalb des Durchschnittswerts von knapp 148 Litern. Als Vergleichswert werde allerdings oft von 125 Litern pro Kopf und Tag ausgegangen. „Dies ist ein statistischer Mittelwert für den personenbezogenen Trinkwassergebrauch von Haushalten und Kleingewerbe“, erläutert Stadtwerke-Chef Guido Schick das Missverständnis. „Nicht in diesem pauschalen Haushaltsansatz enthalten sind größere oder besondere Abnehmer wie Hotels, Schulen, Verwaltungsgebäude, Krankenhäuser, Sportanlagen, Schwimmbäder und Produktionsbetriebe.“
Bürgermeister Lang stellt auf Nachfrage der Redaktion klar, dass es auch laut aktuellen Zahlen keinen überdurchschnittlichen Wasserverbrauch in Dietzenbach gebe. Dennoch sei es wichtig, sparsam mit der Ressource umzugehen. Er appelliert an die Bevölkerung, auf das Bewässern von Rasenflächen, die Fahrzeugreinigung mit Trinkwasser und das Befüllen von Pools und Schwimmbecken zu verzichten. (Niels Britsch)