Spektakulärer Fund: Archäologen entdecken verborgene Kammer unter Grabeskirche in Jerusalem


Stand: 20.10.2026, 20:14 Uhr

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Die Grabeskirche in Jerusalem: Der christlichen Überlieferung zufolge ist diese religilöse Stätte über dem Grab Jesu errichtet.

Die Grabeskirche in Jerusalem: Der christlichen Überlieferung zufolge ist diese religiöse Stätte über dem Grab Jesu errichtet. © IMAGO/Christian Offenberg

Unter einer der heiligsten Stätten der Christenheit schlummerte jahrhundertelang eine unentdeckte Struktur. Die Entdeckung sorgt für Aufsehen.

Jerusalem – Tief unter dem Fundament der Grabeskirche in Jerusalem haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine bislang unbekannte antike Struktur entdeckt. Die Kammern lag all die Jahrhunderte unter dem Boden jener Kirche, die christliche Gläubige weltweit als überlieferten Ort der Kreuzigung und Auferstehung Jesu verehren.

Der Fund ereignete sich im Zuge umfangreicher Restaurierungsarbeiten des Kirchenfußbodens. Das Team der Archäologin Francesca Romana Stasolla von der Universität La Sapienza in Rom legte dabei unter der Grabeskirche eine antike Bestattungslandschaft frei. Dazu gehören ein aufgelassener Steinbruch, Felsengräber sowie Spuren antiker Landwirtschaft mit Oliven und Weinreben. Erste Details der Ausgrabungen wurden jetzt in der Fachzeitschrift Liber Annuus veröffentlicht.

Überraschung bei Renovierungsarbeiten

Die im vierten Jahrhundert errichtete Grabeskirche gilt als eine der bedeutendsten Pilgerstätten des Christentums. Kaiser Konstantin ließ an dieser Stelle die erste Basilika über den Resten eines heidnischen Tempels errichten. Seitdem wurde das Bauwerk mehrfach zerstört, umgebaut und erweitert. Die nun entdeckten Strukturen könnten aus einer dieser früheren Bauphasen stammen. Ein Beweis, dass es sich bei der Stätte um das Grab Jesu handelt, liefern die Ausgrabungen nicht. Der Ort stimmt jedoch mit den Schilderungen im Johannes-Evangelium überein.

„Der wahre Schatz, den wir freilegen, ist die Geschichte der Menschen, die diesen Ort durch ihren Glauben zu dem gemacht haben, was er ist“, zitiert 20min.ch die Archäologin Stasolla.

Dass die Grabeskirche immer wieder historische Überraschungen birgt, zeigte sich bereits bei früheren Sanierungsphasen: So sorgte etwa die Wiederentdeckung des kunstvoll mit Kosmaten-Marmor verzierten Kreuzritter-Hochaltars für internationales Aufsehen.

Jahrhundertealtes Geheimnis enthüllt

Ausgrabungen und bauliche Eingriffe im Herzen der Jerusalemer Altstadt sind jedoch weit mehr als ein rein wissenschaftliches Unterfangen. Seit einem osmanischen Ferman aus dem Jahr 1852 regelt das strikte Abkommen des sogenannten „Status Quo“ die Besitz- und Nutzungsrechte an der Grabeskirche. Sechs christliche Konfessionen – darunter Griechisch-Orthodoxe, römisch-katholische Franziskaner und Armenier sowie Kopten, Syrer und Äthiopier – verwalten das Gotteshaus gemeinsam. Jede noch so kleine bauliche Veränderung, Restaurierung oder wissenschaftliche Untersuchung bedarf oft jahrelanger diplomatischer Abstimmungen zwischen den Gemeinschaften.

Für die Öffentlichkeit und Pilger bleibt der Bereich vorerst unzugänglich, während die archäologische Dokumentation fortgesetzt wird.