Orkanböen, meterhohe Wellen und Sturmflut befürchtet: Taifun könnte schon bald auf Land treffen
Stand: 20.10.2026, 20:14 Uhr
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Sturm Champi könnte zum stärksten Sturm des Herbstes werden und genau auf Taiwan und die japanischen Inseln zielen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Was sich gerade über der Philippinensee zusammenbraut, lässt selbst erfahrenen Wetterbeobachtern den Atem stocken. Champi, auf den Philippinen inzwischen Rosal getauft, ist bereits ein Supertaifun gewesen, hat kurz Luft geholt und legt jetzt wieder kräftig nach. Bis Mittwoch (21. Oktober) soll der Kerndruck auf rund 920 Hektopascal fallen. Im Inneren drohen dann Spitzenböen von bis zu 280 km/h. Der Sturm zieht stetig nach Nordwesten, und das Wasser unter ihm ist noch immer warm genug, um ihn weiter zu füttern.

Wann es Taiwan und die Inseln trifft
Am Donnerstag (22. Oktober) liegt das Auge nach aktuellen Berechnungen südöstlich von Taiwan, nordöstlich von Luzon. Zwischen Freitag und Samstagmorgen dürfte Champi dann die japanischen Sakishima-Inseln mit Ishigaki und Miyakojima erreichen. Dort drohen Orkanböen, meterhohe Wellen und Sturmflut.
Für Taiwan wird es spätestens ab Freitag (23. Oktober) und am Wochenende ernst. Ob der Kern direkt auf die Insel trifft oder knapp östlich vorbeizieht, hängt vom Hoch über dem Pazifik ab. Schon wenige Dutzend Kilometer Verschiebung entscheiden hier über Volltreffer oder Streifschuss. Sicher ist aber: Ost- und Nordtaiwan mit Hualien, Yilan und Taipeh bekommen den Sturm so oder so zu spüren.
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Die eigentliche Gefahr kommt von oben
Das größte Risiko ist nicht einmal der Wind, sondern der Regen. Trifft die feuchte Luft des Taifuns auf den kühlen Nordostmonsun und wird an Taiwans Bergen nach oben gedrückt, können dort mehrere hundert Liter pro Quadratmeter fallen. Erdrutsche, Sturzfluten und gesperrte Bergstraßen wären die Folge. Auch Nordluzon und die Batanes-Inseln bekommen Ausläufer mit Starkregen ab, selbst wenn ein Landfall auf den Philippinen unwahrscheinlich ist.
Wer in den kommenden Tagen nach Taiwan, Okinawa oder auf die Philippinen reisen will, sollte sich auf Flugausfälle und gestrichene Fährverbindungen einstellen. Nach Deutschland kommt Champi übrigens nicht – für unser Wetter spielt er keine Rolle.