Areal an der Pappelallee kommt unter den Hammer


Stand: 01.08.2026, 06:00 Uhr

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Die Bahn AG versteigert ihr Grundstück am Hessenring (grenzt an die Siedlung Lange Meile/Ulmenweg an) - Ende der Pappelallee

Kommt man mit dem Auto von der Pappelallee nach Bad Homburg hinein, sieht man rechterhand dieses Wiesengrundstück. © Immobilienauktionshaus Deutschland

Ein prominentes Stück Bad Homburger Stadteingang gehört der Deutschen Bahn. Die will es zu Geld machen. Laut Stadt ist auf dem schmalen Streifen direkt am Autobahn-Zubringer auch Wohnungsbau möglich.

Bad Homburg – Es ist das Stück Bad Homburg, auf das der Blick zuerst fällt, kommt man von der Autobahn und über die Pappelallee in die Stadt gerauscht. Unter der Bahnbrücke durch, sind rechts noch Pappeln und wilde Wiese; weiter vorne Litfaßsäule, Parkhausübersicht und Stadtplan. Am Laternenfest parken in der Einbuchtung traditionell große Anhänger von Schaustellern.

Die Bahn AG versteigert ihr Grundstück am Hessenring (grenzt an die Siedlung Lange Meile/Ulmenweg an) - Ende der Pappelallee

Die schmale Areal grenzt an die Siedlung Lange Meile/Ulmenweg an. © Immobilienauktionshaus Deutschland

Dieser Stadteingang, den jeder in Bad Homburg kennt, kommt jetzt unter den Hammer. Denn der gut 2000 Quadratmeter große, schmale Streifen gehört der Deutschen Bahn (DB), und die will ihn zu Geld machen.

„Derzeit ist das Areal eine ungenutzte Grünfläche und wartet auf einen kreativen Investor“, erklärt der öffentlich bestellte und vereidigte Grundstücksauktionator Matthias Knake. Er ist Geschäftsführer des Immobilienauktionshauses Deutschland, das von der DB mit der Vermarktung beauftragt wurde. Genauer: mit der Versteigerung.

Im Flächennutzungsplan sei das Grundstück bereits als Wohnbaufläche dargestellt, so Knake. Das Areal grenze an die Siedlung Lange Meile/Ulmenweg an. Für den besagten Grünstreifen gibt es keinen Bebauungsplan, sagt die Stadt auf Nachfrage, „daher gilt hier § 34 Baugesetzbuch, der besagt, dass sich Neubauten an der umgebenden Bebauung orientieren müssen“.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Stadt selbst Interesse an dem Grundstück hat. „Die zuständigen Stellen im Haus befassen sich aktuell mit dem Thema“, so Stadtsprecher Marc Kolbe. Für Gewerbe komme es jedoch nicht in Frage, schon weil es so klein ist und weil die Zufahrt über den Europa-Kreisel erfolgen müsse. „Aber Wohnen ist denkbar“ – eben in der Geschosshöhe der benachbarten Wohnhäuser.

Wohnungen denkbar

Was dann mit den die Straße säumenden Pappeln passieren würde, ist noch unklar. Klar ist: Die Wohnlage ist nicht unbedingt als ruhig zu bezeichnen. Außer dem Autobahnzubringer sind auch die Bahngleise in Sichtweite. Für die U2-Verlängerung wird das Areal nicht gebraucht; für die zusätzliche Schienentrasse der U2 wird in den folgenden Jahren aber noch die Brücke über den Hessenring erneuert.

Mutige Wohnungsbau-Investoren könnten ein Schnäppchen machen, glaubt der Auktionator. Denn das Mindestgebot für das Grundstück in der Auktion liegt bei 160.000 Euro (plus Aufgeld) und damit laut Knake weit unter dem Bodenrichtwert, der für angrenzende Wohnbauflächen mit circa 1100 Euro pro Quadratmeter angegeben wird. So sei auch eine „untergeordnete Nutzung“, etwa für Garagen, denkbar. Das Areal habe „viel Potenzial“, laut Knake könne es später einmal einen Wert von zwei bis drei Millionen Euro haben.

Abgesehen vom Wohnflair wird sich so mancher in Homburg wünschen, dass die Pappelreihe erhalten bleibt. Die Stadt hat sich im beschlossenen Planungsprozess „Bad Homburg 2030“ die Maxime auferlegt, dass die Stadteingänge ansehnlich gestaltet werden.

Die Versteigerung findet am 17. September in Berlin statt. Nach Anmeldung können Interessierte auch telefonisch, online oder mit einem schriftlichen Bietungsauftrag mitbieten. An dem Tag werden unter anderem noch eine Ferienanlage auf Rügen, mehrere Immobilien im Osten Deutschlands sowie weitere Bahngrundstücke veräußert. Die Versteigerung, so Knake, sei für die Bahn ein übliches Vermarktungsinstrument.

Das Exposé mit allen Unterlagen kann beim Auktionshaus unter [email protected] oder telefonisch unter 0 30/2 00 03 46 90 angefordert werden.