Asus NUC 16 Pro im Test
Der neue NUC 16 Pro von Asus folgt auf den sehr guten NUC 15 Pro – nun aber mit Intel Panther Lake. Das klingt fast nach einem Selbstläufer, im Test zeigt sich aber, dass dem nicht immer so ist. Er ist schnell, kann dabei aber laut sein, überzeugt letztlich jedoch durch ein sehr gutes Gesamtpaket. Das Problem: der Preis.
Der Asus NUC 16 Pro wurde zwar bereits zur CES 2026 vorgestellt, in den Handel gekommen ist er hierzulande aber nicht wie geplant im Frühjahr, sondern erst nach der Aufhebung des von Nokia erwirkten Verkaufsverbots gegenüber Asus und Acer jetzt im Sommer. Die Auswahl an NUC 16 Pro ist dabei wieder einmal extrem groß, von dem kleinen Mainboard nur mit verlöteter CPU bis hin zum komplett ausgestatteten Flaggschiff ist alles dabei. Dass die Preisspanne deshalb einen Bereich von mehreren tausend Euro abdeckt, ist leicht nachzuvollziehen: Vom blanken Barebone mit kleinster CPU hinauf zum voll ausgestatteten Mini-PC mit viel verlötetem LPDDR5X für die nahezu größte CPU mit großer SSD.
Für den etwas günstigeren Markt gibt es die NUC 16. Im gleichen Gehäuseformat steckt hier Intel Wildcat Lake. Die günstigere CPU, flankiert von nur einem SO-DIMM-Slot, sorgt hier bereits für einen geringeren Startpreis. Diese Lösungen sollen in Kürze mit Intel Core 7 350, Core 5 320 und Core 3 304 in den Handel kommen.
Mit dem neuen, verbreiterten Gehäuse gibt Asus aber die zuvor sehr interessanten und im letzten Jahr getesteten Erweiterungsmöglichkeiten in der NUC-Pro-Serie auf. Einen zweiten LAN-Anschluss gibt es nun gleich ab Werk und es ist nun stets Platz für zwei M.2-2280-SSDs. Beim Kauf kann der Kunde zwischen der Version mit zwei HDMI-Ports oder zwei DisplayPorts wählen – nachträglich änderbar ist das nicht. Verzichtet werden muss jetzt auf den Rüstsatz bezüglich COM-Port – Interessenten müssen sich diesbezüglich bei anderen Produkten umsehen.
Platz ist so auch für einen zweiten Lüfter. Doch dieser ist nicht, wie oft behauptet, für den RAM zuständig – bei den LPDDR5X-basierten NUCs ist der RAM nämlich gar nicht an dieser Stelle verbaut. Vielmehr zielt der zweite Lüfter auf die Kühlung der SSDs, denn im Doppelpack auf kleinstem Raum sind diese auch heutzutage noch gern Hitzköpfe und drosseln bei zu hoher Temperatur die Leistung, zumal der NUC auch schnellste PCIe-Gen5-SSDs ansprechen kann. Heran kommt man an sie erneut ohne Werkzeug: Mit einer Lasche wird die Bodenplatte einfach aufgezogen.
Statt „Slim“ und „Tall“, eben die Version mit den optionalen Erweiterungsmöglichkeiten, ist der neue NUC 16 Pro immer „Slim“, dafür aber auch immer breiter. In blanken Zahlen ausgedrückt ändert sich das Format von quadratischen 4×4 auf rechteckige 5×4 Zoll.
Wenngleich es kein Slim oder Tall gibt, heißt es nicht, dass es keine Auswahl gibt. Diese unterscheidet sich jetzt beim RAM, der CPU und den Displayanschlüssen – und dann natürlich auch noch darin, ob das Gerät als Mini-PC, also mit RAM und SSD vorinstalliert, oder als blankes Kit respektive Mainboard angeboten wird. Heraus kommen so beinahe unzählige Möglichkeiten, da es natürlich auch noch Abstufungen bei den CPUs gibt, beim RAM, der SSD und sogar dem mitgelieferten Netzteil – 120 oder 150 Watt.
Technische Daten im Überblick
Das Testmuster in der Mini-PC-Variante mit HDMI stellt eine sehr gehobene Version der NUC 16 Pro dar – mit einem X9 und 96 GByte RAM geht aber auch hier sogar noch mehr. 64 GByte RAM sind aber bereits aktuell ein massiver Kostenfaktor, immerhin ist die SSD hier nicht ans Maximum gebracht worden – das wären 16 TByte in Form von zwei M.2-Lösungen.
Dreimal USB-C bringt der NUC mit, doch Power Delivery beherrschen alle Ports nicht. Für die Stromversorgung ist ein klassisches externes Netzteil mit 150 Watt und Hohlstecker mit dabei. Das geht im Jahr 2026 aber durchaus schon anders – der Asus Ascent GX10 (Test) zum Beispiel realisiert das über USB-C.
Wie zuletzt üblich hat die Pro-Serie keinen Klinkenanschluss mehr, was im starken Gegensatz zu Mini-PCs aus China steht, die oft sogar zwei davon verbauen. Bei Asus wird der Sound wahlweise über USB oder auch HDMI ausgegeben.
| Asus NUC 16 Pro | ||
|---|---|---|
| CPU | Intel Core Ultra X7 358H, „Panther Lake“ | |
| GPU | Intel Arc B390 | |
| RAM | verbaut | 64 GByte LPDDR5X-8533 |
| maximal | da verlötet nicht aufrüstbar | |
| SSD | verbaut | 1 GByte Samsung PM9E1, M.2 2280, PCIe 5.0 x4 |
| maximal | 1× PCIe 5.0 x4 (M.2 2280), 1× PCIe 4.0 x4 (M.2 2280) unterstützt bis zu 16 TByte Speicherplatz |
|
| Anschlüsse | vorne | 2× USB Typ A (3.2 Gen 2, 10 Gbit/s) 1× USB Typ C (3.2 Gen 2, 10 Gbit/s) Ein-/Ausschalter |
| hinten | 2× USB Typ A (3.2 Gen 2, 10 Gbit/s) 2× Thunderbolt 4 USB Typ C (4.0, mit DisplayPort 2.1) 2× HDMI 2.1 2× 2,5 Gbit/s LAN (Intel I226-V), Stromanschluss |
|
| rechts | Kensington-Lock | |
| Drahtlos | WiFi 7, Bluetooth 6.0 (Intel BE211) | |
| Netzteil | 150 W (extern) | |
| Abmessungen | 144 × 117 × 42 mm | |
| Gewicht | 750 g | |
| Betriebssystem | Windows 11 Pro vorinstalliert | |
| Garantie | 3 Jahre, 24/7-Support | |
| Sonstiges | VESA-Halterung im Lieferumfang | |
| Preis | UVP | nackte Basisversion ab 514 Euro, X-Version mit 32 GB RAM ab 1.448 Euro |
Service und Support sehr umfangreich
Asus garniert das NUC-Komplettpaket gegenüber den Mini-PCs aus Asien mit einem umfassenden Ökosystem, dem Support und auch der Garantie. 24/7-Support, drei Jahre Garantie plus zusätzlich buchbarer Verlängerungsoption und weitere Möglichkeiten bietet Asus.
Support, Garantie, aber auch schon einfach das vorinstallierte Windows bleiben auch 2026 ein großes Thema. Gerade „Top-10-Bestenlisten“ und ähnliche Angebote im Internet werben gern mit billigen, aber höchst problematischen PCs, die mittlerweile von unzähligen Firmen aus China kommen (können), bei denen es sich im Kern aber oft um die gleichen PCs mit lediglich anderem Namen und eventuell verändertem Gehäuse handelt. Auch hier auf ComputerBase kreidet die Redaktion den noch namhaftesten dieser Hersteller und deren Angeboten stets Support und Garantieabwicklungen an, beispielsweise mit Downloadlinks via Mega.nz oder einfach Windows-ISOs via Google Drive.
Gefeit ist der Kunde vor möglichen Trojanern/Malware, dubioser Software und gar Viren wie in der Vergangenheit unter anderem ganz prominent bei Acemagic/Ace Magician, aber auch NiPoGi, Bmax, OUVIS und T-Bao und mit Sicherheit weiteren schwarzen Schafen auch in Zukunft jedoch nicht, da der Markt ständig in Bewegung ist. Hier bleibt nur der Appell an den gesunden Menschenverstand – ein Unter-200-Euro-System von einem chinesischen Hersteller, von dem man noch nie gehört hat, ist dann eventuell nicht das richtige System für seine persönlichen Daten, auch wenn es die „Bestenliste“ mit untergeschobenem Ref-Link vielleicht empfiehlt.
Installation und Einrichtung
Das Testmodell des Asus NUC 16 Pro wurde direkt ab Werk als sogenannte Mini-PC-Variante bereitgestellt. Dies hat den Vorteil, dass der Kunde nichts mehr machen muss: Kabel eingesteckt und losgelegt. Das vorinstallierte Windows 11 war bereits halbwegs aktuell, die MyAsus-App und Intel-Software sorgen dafür, dass nach der Ersteinrichtung die neuesten Updates für Treiber inklusive BIOS bezogen werden. Alle Anschlüsse funktionieren so aus dem Stand heraus.
Über die MyAsus-App werden auch die drei Leistungsprofile des Mini-PCs gesteuert: der Flüstermodus mit einer dauerhaft deutlich abgesenkten TDP und Lautstärke, dazu der Standardmodus und ein Leistungsmodus, der eigentlich nur noch überproportional laut wird, statt mehr Leistung zu bieten. Doch mehr dazu später.
Gänzlich bugfrei scheint die Software aber auch noch nicht zu sein. Dass die Lüfter tatsächlich stillstehen, lässt sich sowohl an der Anzeige von 0 U/min als auch durch Auflegen des Ohrs auf den PC überprüfen. Springt der Lüfter an, zeigt das Asus-Tool sofort eine Millionendrehzahl. Es wird zwar durchaus laut, aber so viel nun auch wieder nicht.
Benchmarks und weitere Betrachtungen
Intel Core Ultra 300 alias Panther Lake steht im Notebook seit diesem Jahr für eine sehr hohe Leistung, aber auch ein äußerst rundes Gesamtpaket. Denn nicht nur die Prozessorkerne überzeugen, auch die integrierte Grafik ist überaus stark – insbesondere in den X-Modellen mit der Arc B390, die sogar AMD-Radeon-Grafikeinheiten im gleichen Umfeld in die Schranken weisen kann.
Testergebnisse
Der im Testmuster verbaute Intel Core Ultra X7 358H leistet letztlich exakt das, was bereits vom ersten Mini-PC mit Intel Panther Lake bekannt war, aber auch bereits die diversen Tests mit Intels neuester Plattform seit Januar dieses Jahres dargelegt hatten. Der NUC 16 Pro steht dem in nichts nach.
Glatt 200 Prozent der Leistung eines NUC 15 Pro liefert der NUC 16 Pro mit Intels X-Chip in 3DMark. Je nach Anwendung geht das aber dann deutlich zurück, manchmal ist es nur ein einstelliger Prozentwert.
Stromverbrauch
Mini-PCs glänzen vor allem in leichten Lastszenarien. Im Leerlauf unter Windows 11 an einem 4K-Bildschirm verbraucht das System im Bereich der CPU-Kerne noch weniger als im Vorjahr, kaum drei Watt werden hier benötigt. Unter CPU-Volllast sind es in allen drei Profilen bis zu 75 Watt. Und wie sieht es mit dem subjektiven Thema Lautstärke „Idle“ und „Volllast“ aus?
Lautstärke
Im neuen NUC 16 Pro ist hinsichtlich der Lautstärke alles anders. Unter Windows bei keiner Last schaltet das System dabei stets die Lüfter ab – ausgezeichnet umgesetzt. Dies konnte der NUC 15 Pro nur im Flüstermodus. Der Flüstermodus überzeugt dabei auch heute mit geringer Geräuschkulisse in allen Lebenslagen.
Geht es dann aber ans Eingemachte, muss die Kühlung der sehr hohen Leistung Tribut zollen. Bis zu 75 Watt abzuführen ist für so ein kleines Kühlsystem nur schwerlich möglich, sodass dies nur über Drehzahl und am Ende so auch zusätzliche Lautstärke geschieht. Schon im Standardmodus ist das System so bereits etwas lauter als im letzten Jahr, im Leistungsprofil wird es je nach Sensibilität für dieses Thema mitunter unerträglich. Wie bereits gezeigt, braucht es diesen Modus aber zum Glück nicht.
| Profil | Lautstärke, Temperatur und Stromverbrauch (nur CPU gesamt) | ||
|---|---|---|---|
| zum Start | Durchschnitt | am Ende | |
| Windows 11 im Leerlauf | |||
| Flüstermodus (65/80 W) | 28 dB(A) bei 54°C und 2,8 Watt | ||
| Standardmodus (65/80 W) | 28 dB(A) bei 51°C und 2,7 Watt | ||
| Leistungsmodus (65/80 W) | 28 dB(A) bei 45°C und 2,6 Watt | ||
| Cinebench 2024 Multi-Core | |||
| Flüstermodus (65/80 W) | 32 dB(A) bei 99°C und 70,6 Watt | 32 dB(A) bei 95°C und 53 Watt | 32 dB(A) bei 94°C und 51 Watt |
| Standardmodus (65/80 W) | 43 dB(A) bei 99°C und 72,7 Watt | 43 dB(A) bei 92°C und 61 Watt | 43 dB(A) bei 91°C und 60 Watt |
| Leistungsmodus (65/80 W) | 52 dB(A) bei 98°C und 74,5 Watt | 50 dB(A) bei 91°C und 63 Watt | 50 dB(A) bei 89°C und 62 Watt |
| 3DMark Steel Nomad Light | |||
| Flüstermodus (65/80 W) | 29 dB(A) bei 67°C und 23 Watt | ||
| Standardmodus (65/80 W) | 30 dB(A) bei 64°C und 23 Watt | ||
| Leistungsmodus (65/80 W) | 30 dB(A) bei 63°C und 23 Watt | ||
| Windows Power Profil immer auf „Ausbalanciert“, Verbrauch laut Telemetrie (CPU only) |
Um die Geräuschkulisse besser zu dokumentieren, finden sich nachfolgend drei Tonaufnahmen, die den Flüstermodus, das Standardprofil und den Leistungsmodus abbilden. Die Aufnahme erfolgte mit 40 Zentimetern zur Gehäusefront aus dem Leerlauf in einen CPU-Volllast-Benchmark.
Fazit
Der Asus NUC 16 Pro ist ein extrem flotter Mini-PC in leicht geändertem, aber weiterhin zeitlosem Design. Er bietet modernste Anschlüsse in vielfältiger Natur und macht auch sonst fast alles richtig. Die schnellsten Prozessoren kämpfen aber aufgrund der zugelassenen hohen Verbrauchswerte von bis zu 75/80 Watt mitunter mit einer zu hohen Lautstärke – aber genau hier kommt die Vielfalt ins Spiel.
Denn NUC 16 Pro heißt einmal mehr nicht nur ein Mini-PC in drei Konfigurationen – es sind mehrere Dutzend. Vor allem die kleineren Varianten mit Intel Panther Lake bei maximal 45 statt 65 Watt TDP könnten diesem Problem der Lautstärke begegnen. Natürlich geht dann auch etwas Leistung verloren, das Komplettpaket dürfte aber vor allem im Büroumfeld weiterhin ein extrem ansprechendes sein. Dann stimmt zudem auch der Preis, als Barebone geht es hier bereits ab 514 Euro los, die Kosten für den benötigten DDR5-SODIMM und eine SSD sind heutzutage natürlich nicht ohne, aber so zumindest frei wählbar.
Das Testmuster mit Intel Core Ultra X7 358H und 64 GByte verlötetem RAM und vorinstallierter SSD spielt in der Liga des mindestens zwei- oder gar dreifachen Preises des nackten Basismodells. Hier ist im Handel stets Obacht geboten, da die Spezifikationen mitunter falsch oder unvollständig sind: Wenn eine X-CPU im System steckt, dann ist auch immer bereits RAM verbaut, da die große Grafikeinheit nur mit verlötetem LPDDR5X verbaut werden darf.
Asus garniert das NUC-Komplettpaket gegenüber den zumeist günstigeren Mini-PCs aus Asien mit ähnlicher Ausstattung mit einem umfassenden Ökosystem, dem Support und auch der Garantie. 24/7-Support, drei Jahre Garantie plus zusätzlich buchbarer Verlängerungsoption und weitere Möglichkeiten bietet Asus.
Unterm Strich ist es erneut das Komplettpaket, für das der NUC steht und das ihn empfehlenswert macht. Ja, der Preis für neueste Hardware ist wie überall aktuell nicht gering, doch das Komplettpaket überzeugt am Ende immer noch mehr als bei den meisten anderen Mini-PCs.
- Unter Volllast zu laut (ab Standard-Profil)
- Drei Mal USB-C aber kein Power Delivery
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