Auf Kosten der Allgemeinheit: Warum illegaler Müll Homburg teuer zu stehen kommt
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Auf Kosten der Allgemeinheit Warum illegaler Müll Homburg teuer zu stehen kommt
Kühlschränke im Wald und Matratzen neben dem Glascontainer: Illegaler Müll ist ein großes Problem. Für die Entsorgung ist die Stadt zuständig. Auf Kosten der Allgemeinheit. Wie häufig es gelingt, die Täter zu ermitteln.
16.09.2026 , 19:00 Uhr
Illegal entsorgter Müll verursacht für die Stadt hohe Kosten. Die Täter kommen meist unerkannt davon.
Foto: picture alliance / dpa/Boris Roessler
Von Nils Klein
Wilder Müll stellt die Stadt Homburg immer wieder vor Probleme. Allein im vergangenen Jahr registrierte die Stadt 114 Fälle. Im Vergleich zu den Vorjahren ist Zahl gesunken. Waren es 2023 noch 159 Fälle, sank die Zahl 2024 leicht auf 155. Wie die Stadtverwaltung auf eine Anfrage unserer Zeitung mitteilt, werden neben Hausmüll und Möbeln auch Bauschutt und Altreifen besonders häufig entsorgt. „Eigentlich jeglicher Unrat, den die Leute loswerden wollen“, heißt es vonseiten der Stadt. Containerplätze, abgelegene Parkplätze und Feldwege gelten dabei als Hotspots.
Gesetzesänderung ermöglicht Videoüberwachung
Auch wenn die Zahl der Fälle nicht hoch klingen mag: Für die Stadt bedeutet die Entsorgung eine enorme finanzielle Belastung. Rund 200.000 Euro muss sie dafür jährlich aufbringen. Zuständig für die Entsorgung ist der Baubetriebshof. Die Täter bleiben meist unerkannt. Nur in rund zehn Prozent der Fälle gelinge es, einen Täter zu ermitteln. Meist führen persönliche Daten im gefundenen Müll zu den Verursachern. Genau die sind bei den Ermittlungen besonders wichtig. „Die Hinweise beschränken sich fast nur auf die Örtlichkeit. Infos über die Verursacher gibt es nicht oder sehr selten“, erklärt die Stadt.
Wie aus den Daten für das Jahr 2025 hervorgeht, wurden insgesamt 53 Ordnungswidrigkeitenverfahren eröffnet. Davon wurden neun wieder eingestellt – aufgrund neuer Erkenntnisse oder weil der Verursacher nicht zu ermitteln war. Zwölf Verfahren wurden aufgrund der entsprechenden Zuständigkeit an andere Stellen abgegeben, darunter das Landesverwaltungsamt oder die Staatsanwaltschaft. Bezogen auf die Zahlen für das Jahr 2025, führten 24 Verfahren zu einem Bußgeld. Um weitere Fälle zu verhindern, kontrolliert die Stadt regelmäßig entsprechende Stellen.
Künftig sollen Täter einfacher identifiziert werden können. Möglichst macht das eine Änderung des saarländischen Abfallwirtschaftsgesetzes. Diese ist zum 1. Januar in Kraft getreten. Demnach können, befristet auf fünf Jahre, Containerstellplätze videoüberwacht werden, an denen wiederholt Abfall illegal entsorgt wird. Um das zu vermeiden, führt die zuständige Ortspolizeibehörde regelmäßig Kontrollen zu verschiedenen Zeiten durch. Darüber hinaus sammeln die Behörden Hinweise und Erkenntnisse, die zu den Verursachern führen.
Thementag findet weltweit statt
Um auf das Problem Müll aufmerksam zu machen, beteiligt sich die Stadt auch in diesem Jahr wieder am World Cleanup Day. Dieser findet am kommenden Samstag, 19. September, statt. Mit dem Aktionstag lädt die Stadt dazu ein, sich gemeinsam für eine saubere Stadt einzusetzen. Der weltweite Cleanup Day findet jährlich am dritten Samstag im September statt. Dabei kommen Menschen zusammen, um Straßen, Parks, Wälder oder andere öffentliche Bereiche von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien.
In Homburg organisiert die Initiative Cleanup Homburg eine gemeinsame Müllsammel-Aktion. Diese findet ebenfalls am Samstag, 19. September, von 11 bis 13 Uhr statt. Wie es in einer Ankündigung heißt, treffen sich Interessierte am Haupteingang des Saarpfalz-Centers in Homburg. Von dort aus brechen die Teilnehmer dann auf, um gemeinsam Müll einzusammeln. Die Aktion endet am Christian-Weber-Platz. Um die Aktion zu unterstützen, stellen die Stadt und der Baubetriebshof benötigte Materialien wie Müllsäcke, Greifzangen und Handschuhe bereit. Anschließend entsorgt der Baubetriebshof den gesammelten Müll.
Aktion soll Umweltbewusstsein stärken
Beim Aktionstag soll es nicht nur darum gehen, gemeinsam aufzuräumen. Unter dem Motto „Cleanup – sei Teil der Lösung, nicht des Problems“ soll der Aktionstag dazu beitragen, das Umweltbewusstsein zu stärken. „Denn weniger Müll beginnt nicht erst beim Aufsammeln, sondern bereits bei der Frage, wie Abfälle, vermieden, richtig entsorgt und Ressourcen bewusster genutzt werden können“, heißt es von der Stadt weiter.