Mammut: Schweizer Kult-Marke wird chinesisch


Ausverkauf der Schweiz

Chinesen krallen sich Traditionsmarke Mammut

Die 164-jährige Schweizer Traditionsfirma Mammut wird von der chinesischen Investmentgesellschaft CPE übernommen. Der Verkauf reiht sich in eine Reihe bekannter Schweizer Unternehmen ein, die in den vergangenen Jahren an Chinesen übergingen.

Publiziert: 18:22 Uhr

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Aktualisiert: vor 46 Minuten

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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Was 1862 als kleine Seilerei im aargauischen Dintikon startete, ist heute eine Schweizer Marke mit Kult-Status und weltweit über 50 Filialen: Mammut ist für viele ein fester Bestandteil der Regen-, Wander- oder Skiausrüstung.

Jetzt geht das Unternehmen mit Sitz in Seon AG in chinesische Hände über, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die neue Besitzerin heisst CPE und ist eine chinesische Investmentgesellschaft.

Übernommen hat sie die Sportbekleidungsmarke von der Investmentfirma Jacobs Holding mit Niederlassungen in London und Zürich. Hinter der Firma steckt die Schweizer Unternehmerfamilie Jacobs, die mit Kaffee- und Schokoladenhandel ein Millionenvermögen aufbaute. 

Grossteil des Umsatzes aus dem Ausland

Bereits heute setzt Mammut laut eigenen Angaben mehr als 50 Prozent des Umsatzes ausserhalb Europas um. Nun sollen die Chinesen das Wachstum weiter vorantreiben – insbesondere in Asien.

«Wir sind überzeugt, dass CPE der richtige Partner für diese nächste Wachstumsphase ist – und dabei die Werte, das Erbe und die Identität bewahrt, die Mammut einzigartig machen», lässt sich Firmenchef Heiko Schäfer (52) in der Mitteilung zitieren.

Letzteres wird mehrfach betont: Mammut bleibe seinen Schweizer Wurzeln und dem Hauptsitz in Seon treu – obwohl die neue Eigentümerin jetzt in Peking sitzt. Schäfer verspricht: «Mammuts Identität und die kompromisslose Leidenschaft für Qualität und Leistung bleiben unverändert.»

Chinesische Investoren haben Schweiz im Visier

Für die Marke ist es der zweite Besitzerwechsel innert fünf Jahren. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, doch Schätzungen beziffern den Unternehmenswert auf über 460 Millionen Franken. Laut Jacobs Capital, dem vorherigen Besitzer, konnte Mammut jährlich zweistellige Wachstumsraten verzeichnen: Der Umsatz soll bei rund 400 Millionen Franken pro Jahr liegen. 

Die Schweiz ist bei chinesischen Investoren offenbar beliebt: In den vergangenen Jahren sorgten Verkäufe an die Volksrepublik immer wieder für Aufsehen. Ein prominentes Beispiel ist der Agrochemiekonzern Syngenta: 2017 übernahm die chinesische Staatsfirma ChemChina das Basler Unternehmen. Die rund 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme ist eine der grössten chinesischen Auslandsübernahmen überhaupt. Seit rund 10 Jahren geschäftet zudem der Thurgauer Trinkflaschenproduzent Sigg unter einem chinesischen Besitzer. 

Und auch der Schweizer Aluminiumverarbeiter Alu Menziken ging 2024 in chinesische Hände über: Die Mengtai-Gruppe kaufte die Traditionsfirma, heute gehört sie zu deren Tochtergesellschaft in Deutschland.

Auch hinter dem Verkauf des Zürcher Grasshopper Clubs steckt ein chinesischer Investor: Erst Ende Juni war der Deal zwischen dem Rekordmeister und der neuen Eigentümerin Bridge Football Group in trockenen Tüchern. Ein chinesischer Unternehmer ist massgeblich an der Gruppe mit Sitz in Wil SG beteiligt. Dieser ist ebenfalls Grossaktionär beim Tech-Riesen Bytedance, zu dem unter anderem die Kurzvideoplattform Tiktok gehört.