Terroranschlag auf CSD in Berlin: 29 Verletzte, Beifahrer verhaftet, mutmaßlicher Täter flüchtig


Nach dem Angriff im Berliner Tiergarten in der Nähe des Festivalgeländes des Christopher Street Days (CSD) in Berlin hat die Polizei den Beifahrer des mutmaßlichen Attentäters festgenommen. Der Mann soll iranischer Staatsbürger sein. Die Festnahme soll bereits in der Nacht auf Sonntag erfolgt sein, berichtet der RBB am Sonntag. 

Weiterhin gefahndet wird nach dem mutmaßlichen Hauptverdächtigen: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Die Polizei veröffentlichte am Sonntag ein Foto des Tatverdächtigen Abdul B.

Der deutsche Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht am Sonntag am Tatort vor Journalisten von einem islamistischen Anschlag. Der CSU-Politiker gab die Zahl der Verletzten dabei mit 29 an, deutlich mehr als bisher bekannt und teils schwerverletzt, wie Dobrindt am Sonntag sagte. Eine Frau wurde getötet. 

Laut Charité vier Personen auf Intensivstation

Die Feuerwehr sprach von drei lebensgefährlich Verletzten und acht Schwerverletzten. Die Charité in Berlin teilte mit, acht auf dem CSD verletzte Menschen versorgt zu haben. Davon seien vier inzwischen wieder entlassen worden. Vier Personen würden aktuell auf der Intensivstationen behandelt. „Es besteht zum jetzigen Zeitpunkt keine Lebensgefahr.“

Van rast in Menschenmenge

Ein weißer Van war Samstagabend im Berliner Stadtteil Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren. Nach der Amokfahrt sei der mutmaßliche Täter wohl mit einer Machete auf Fußwegen im Tiergarten auf weitere Passanten losgegangen, erklärt Dobrindt die aktuellen Erkenntnisse. Die Feier, an der Hunderttausende Menschen teilnahmen, wurde daraufhin gegen 22.00 Uhr abrupt abgebrochen. 

Der Verdächtige Abdul D. habe bereits viele Straftaten begangen und sei der islamistischen Szene zuzurechnen, so der Innenminister weiter. In Berlin sei er zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden, die jedoch auf Bewährung ausgesetzt wurde, wogegen eine Beschwerde lief. 

Er sei deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund, 2005 in Deutschland geboren. Seine Mutter sei 2002 eingebürgert worden. Dobrindt sagte, Nachahmer-Taten könnten nicht ausgeschlossen werden. 

Fahndungsfoto veröffentlicht

Den Tatverdächtigen beschreibt die Polizei als etwa 1,90 Meter groß und von schlanker Statur. Nach dpa-Informationen hat der Tatverdächtige Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. „Sollten Sie den Tatverdächtigen antreffen, wählen Sie unverzüglich die 110! Sprechen Sie ihn nicht an, er ist möglicherweise bewaffnet und gefährlich!“, warnten die Behörden.

Ein Polizeisprecher sagte, es habe zuvor keine Hinweise auf einen solchen Vorfall gegeben. In Sicherheitskreisen hieß es, der Verdächtige sei deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft. Er sei wegen Gewalttaten verurteilt gewesen und im Mai aus dem Jugendarrest entlassen worden. Er wurde als „Gefährder“ geführt, inhaftiert war er wegen Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat. Er habe demnach Kontakt zur Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ gesucht und stand in Verbindung zu Islamisten. Bei den Verfassungsschutzbehörden sei er bekannt gewesen.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, die Fahndung dauere an. „Das Strafverfahren liegt bei uns.“ Eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft ergänzte, in engem Kontakt mit anderen Behörden zu stehen. „Eine Übernahme der Ermittlungen wird geprüft.“ Mittlerweile wird bundesweit nach dem mutmaßlichen Täter gefahndet.

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Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte am Sonntag am Tatort, dass das Gelände des CSD rund um das Brandenburger Tor von der Polizei gut abgesichert worden sei. Der bzw. die Täter seien nicht auf das Festivalgelände gekommen, erklärt er.  Allerdings waren auch im Umfeld, etwa im Tiergarten, viele Besucher unterwegs. Man müsse nun in der weiteren Aufarbeitung überlegen, wie man Veranstaltungen noch besser schützen könne, sagt Wegner. Er lobt zudem die Zusammenarbeit der Polizei und des CSD-Vereins. Die Evakuierung sei schnell und hochprofessionell abgelaufen. 

Fahrzeug sichergestellt

Noch ist unklar, ob der Verdächtige wirklich das Fahrzeug steuerte und wem der weiße Kastenwagen gehört. Es handle sich um ein Privatfahrzeug, nicht um einen Mietwagen, erklärte Polizeisprecher Nath.  Das leere und stark demolierte Fahrzeug wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt. Die genauen Hintergründe des Angriffs sind nach wie vor unklar.

In den Stunden nach der Attacke gab es nach Angaben des Polizeisprechers mehrere Polizeieinsätze in Berlin, die im Zusammenhang mit der Tat standen. Dazu gehörte eine Durchsuchung gegen 1.10 Uhr in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg. Da dort niemand angetroffen wurde, habe es auch keine Festnahme gegeben, sagte Nath der dpa.

CSD called off after car crashed into crowd

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Berlin Canceled Christopher Street Day Parade After Vehicle Incident

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Berlin Canceled Christopher Street Day Parade After Vehicle Incident

Berlin Canceled Christopher Street Day Parade After Vehicle Incident

CSD called off after car crashed into crowd

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Berlin Canceled Christopher Street Day Parade After Vehicle Incident

Christopher Street Day parade in Berlin

Christopher Street Day parade in Berlin

Christopher Street Day parade in Berlin

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Christopher Street Day (CSD) LGBT Pride demonstration, in Berlin

Christopher Street Day (CSD) LGBT Pride demonstration, in Berlin

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Hunderttausende auf der Straße

Hunderttausende Menschen feierten in der Hauptstadt den CSD. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Samstagabend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs.

Gegen 22.00 Uhr wurde das Fest dann abrupt abgebrochen. Nach Angaben eines dpa-Reporters vor Ort wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. Der Bereich direkt am Brandenburger Tor wurde abgesperrt. 

Am Sonntagnachmittag soll eine Gedenkveranstaltung stattfinden. 

Merz verurteilt Tat

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der Berliner Bürgermeister Kai Wegner verurteilten die Tat. „Was für eine abscheuliche Tat in Berlin“, schrieb Merz auf X. „Hunderttausende Menschen aus aller Welt feierten friedlich beim Christopher Street Day. Sie wollten, dass wir gut und tolerant miteinander umgehen. Das ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft“, betonte der Christdemokrat. Sein Parteikollege Wegner sah einen Angriff auf „unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. 

Auch Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einem Angriff auf die offene Gesellschaft und „auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben“.

Polizeigewerkschaft fordert mehr Befugnisse

Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte als Konsequenz des mutmaßlichen Terrorakts weitergehende Befugnisse wie den Zugriff auf Dateien auf Computern, Smartphones und Tablets. Die Sicherheitsbehörden hätten solche Befugnisse vor allem zur Ermittlung, also nach einer Tat, aber nur teilweise zur Gefahrenabwehr, also vor einer Tat, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Heiko Teggatz, der „Augsburger Allgemeinen“ laut Vorabbericht. Auch eine verstärkte Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen sei nötig.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Amsterdam

In Amsterdam werden nach dem tödlichen Angriff Berlin für die gegenwärtig stattfindende „World Pride“ zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Die World Pride gilt als eines der größten internationalen Events der LGBTQ+-Bewegung. Das Festival findet heuer zum ersten Mal in Amsterdam statt. Die mehrtägigen Veranstaltungen wurden am Samstag im Beisein von Königin Máxima ohne Zwischenfälle feierlich eröffnet. Als Höhepunkt ist für den kommenden Samstag die Bootsparade Pride Amsterdam über die Grachten der niederländischen Hauptstadt geplant.

Agenturen, jde, sif, dida  |  26.07.2026, 15:07  |  Aktualisiert vor 29 Minuten