Mehrere Strände in Frankreich gesperrt: Behörden warnen vor hochgiftigen Portugiesischen Galeeren


Badeverbot in Frankreich: Welle hochgiftiger Meerestiere erreicht die Atlantikküste

Stand: 04.08.2026, 13:35 Uhr

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Portugiesische Galeere treibt im Wasser. (Archivbild)

Die schillernde Portugiesische Galeere sieht zwar schön aus. Ihr Gift verursacht jedoch starke Schmerzen. (Archivbild) © IMAGO/M. Woike

Behörden warnen: Das Gift bleibt auch nach dem Absterben noch mehrere Tage wirksam. Entlang der französischen Atlantikküste häufen sich die Anspülungen.

Anglet – Mehrere Strände an Frankreichs Atlantikküste sind nach einer Welle von Sichtungen Portugiesischer Galeeren geschlossen worden. In Anglet gilt an vier Stränden unter roten Flaggen ein Badeverbot wegen der Gefahr für Badegäste, laut Het Laatste Nieuws. Auch in Teilen des Baskenlands, der Region Landes und der Bretagne – insbesondere südlich von Finistère – haben die Behörden vorsorglich den Zugang zu Stränden eingeschränkt. Betroffen sind unter anderem Küstenabschnitte bei Mimizan und Ilbarritz nahe Biarritz sowie weitere Strände in der Bretagne und im Baskenland, berichten vol.at und der Kurier.

Gift bleibt tagelang gefährlich

Die Portugiesische Galeere wird häufig mit einer Qualle verwechselt, gehört jedoch zu einer anderen Tiergruppe. Behörden warnen, dass ihre Giftwirkung auch nach dem Anspülen an den Strand bestehen bleibt. Selbst abgerissene Tentakel können noch mehrere Tage lang schwere Verletzungen verursachen, berichtet El HuffPost.

Die Tiere bestehen aus mehreren spezialisierten Polypen, die gemeinsam wie ein einzelner Organismus funktionieren. Auffällig ist ihr blau-violetter Schwimmkörper auf der Wasseroberfläche. Ihre Tentakel können zwischen zehn und 30 Meter lang werden und stellen vor allem für Schwimmer eine Gefahr dar, weil sie unter Wasser oft kaum zu erkennen sind.

Schwere Verletzungen möglich

Ein Kontakt mit den Tentakeln kann sofort starke Schmerzen auslösen, die häufig als Brennen oder elektrischer Schlag beschrieben werden. Hinzu kommen Hautrötungen, Schwellungen, Juckreiz, Quaddeln und Blasen.

In schweren Fällen können Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Muskelkrämpfe oder Atembeschwerden auftreten. Wegen der starken Schmerzen fällt es Betroffenen oft schwer, sicher ans Ufer zurückzukehren. Die Behörden begründen damit die vorsorglichen Strandsperrungen. Nach Einschätzung lokaler Experten könnten die zunehmenden Sichtungen mit steigenden Meerestemperaturen zusammenhängen, die das Verbreitungsgebiet der Tiere erweitern, berichtete Het Laatste Nieuws.

Behörden raten zur Vorsicht

Die Behörden raten dringend davon ab, die Tiere oder angespülte Tentakel zu berühren. Betroffene Hautstellen sollten mit Meerwasser oder Essig abgespült werden. Verbliebene Tentakel müssen vorsichtig entfernt werden. Bei starken Beschwerden oder Atemproblemen sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch im Sand liegende Tentakel können noch mehrere Tage lang Gift abgeben und stellen deshalb eine Gefahr dar. (Redaktion)