Bassumerin veröffentlicht erstes Buch – niemand wusste davon
Stand: 16.07.2026, 18:00 Uhr
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Marion Moore hat ihr Buch „Ella – Das Vermächtnis des grünen Steins“ im Geheimen geschrieben. Mittlerweile ist es im Handel erhältlich.
Bassum – Da liegt es vor ihr, das Buch mit dem grünlich schimmernden Einband. Marion Moore greift danach, lächelt und schlägt es auf. Zu den Worten, die nun vor ihrem Auge zum Vorschein kommen, hat Moore eine ganz besondere Beziehung: Es sind ihre eigenen. Die Bassumerin hat kürzlich ihr erstes Buch veröffentlicht, ein Werk aus dem Bereich der Belletristik. Doch bis sie „Ella – Das Vermächtnis des grünen Steins“ in den Händen halten durfte, musste Moore, die eigentlich anders heißt, aber ihre eigene Person lieber im Hintergrund wissen möchte und daher unter ihrem Pseudonym veröffentlicht, einige Kompromisse in ihrem Leben eingehen.
Finanzen statt Schreiben
Denn die verheiratete Mutter einer erwachsenen Tochter hatte schon als Jugendliche und junge Erwachsene die Idee, ihre Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben zum Beruf zu machen. Journalismus oder Germanistik, erzählt sie, das seien Richtungen gewesen, in die sie habe vorstoßen wollen. Doch ihr Vater habe ihr angeraten, etwas anderes zu lernen, etwa eine Ausbildung bei der Bank, der Versicherung oder einer Spedition. „Es ist die Bank geworden“, sagt Moore. Immerhin: Das habe ihr gut gefallen.
Dennoch wechselte sie vor rund 20 Jahren in die Privatwirtschaft, und arbeitet seitdem in der Finanzverwaltung. Ein Beruf, durch den sie regelmäßig ins Ausland pendelt und etwa die Hälfte ihrer Zeit in der Schweiz lebt. Dort, getrennt von ihrer Familie, habe sie sich in ihrer freien Zeit ihrer Leidenschaft fürs Lesen widmen können. Knapp 2.000 Bücher habe sie mittlerweile auf ihrem E-Book-Reader, ein großer Teil davon Krimis. Irgendwann habe sie sich mal daran versucht, einen eigenen Krimi zu schreiben. Mehrmals sei sie in den Schreibprozess eingestiegen, „aber ich bin nie so richtig weit gekommen“.
Deshalb verwarf sie auch diesen Plan und schlug erneut eine andere Richtung als gewünscht ein. Vor rund vier Jahren fing sie an, eine ganz andere Geschichte zu schreiben. Eine Geschichte über eine junge Frau, die nach Irland geht, um ihre Wurzeln zu erforschen. Schnell tauchte Moore tief in den Schreibprozess ein: „Die ersten zwei Kapitel habe ich so durchgeschrieben.“ Ihren Stil gibt sie folgendermaßen wieder: „Ich bin jemand, der sehr ausführlich Situationen beschreibt. Ich tauche dabei selbst sehr tief in die Geschichte ein.“
Schreiben im Geheimen
Und das ganz ohne ein inhaltliches Gerüst oder ein genaues inhaltliches Ziel: „Das Buch entsteht, während ich schreibe.“ Und zwar vollkommen im Geheimen: „Niemand wusste, dass ich ein Buch schreibe.“ Denn Moore habe ständigen Nachfragen nach dem aktuellen Stand und dem Erscheinungstermin ausweichen wollen, und: „Ich wollte es nur für mich schreiben.“
Erst als sie die Geschichte zur Hälfte fertig hatte, habe sie eine gute Freundin als kritische Leserin eingebunden. Ihr Feedback gibt Moore folgendermaßen wieder: „Dass sie es wahnsinnig gut findet und sie wissen möchte, wie es weitergeht.“ Im vergangenen Dezember habe Moore den letzten Punkt gesetzt und sich nach einem Verlag umgesehen.
Parallel habe ihr die von ihr engagierte Lektorin bereits ein sehr positives Feedback mit ein paar Verbesserungsvorschlägen gegeben. Den Einband habe eine gute Freundin der Autorin gestaltet. Und schließlich sei Moore beim Eigenverlag Books on Demand fündig geworden. Mittlerweile ist das Buch seit ein paar Wochen draußen, das persönliche Umfeld eingeweiht und informiert. Aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis habe es viel Zuspruch für dessen Inhalt gegeben, sagt Moore und grinst.
Marion Moore schreibt bereits an Teil 2
Nun hofft Moore, dass es sich gut verkauft, auch wenn das ursprünglich nie ihr primäres Ziel gewesen sei. Trotzdem nutzt sie Möglichkeiten, das Buch bekannter zu machen. Irgendwann möchte sie auch mal eine Lesung abhalten. Und sie möchte weitermachen: Moore sitzt bereits an Teil 2 der Geschichte. Diesmal soll es inhaltlich noch mehr in Richtung Mystery gehen, lässt sie einen ganz kleinen Blick auf das zu, was dort gerade entsteht. Einen konkreten Termin zur Veröffentlichung hingegen soll es noch nicht geben, denn: „Ich will mich nicht unter Druck setzen.“ Frühestens zu Weihnachten, spätestens aber im kommenden Jahr dürfte es so weit sein. Wie es dann weitergeht? „Für mich hätte eine Trilogie etwas Rundes“, sagt sie, „aber ob der Stoff dafür ausreicht, kann ich gar nicht sagen.“
Und dann ist da ja noch immer diese eine Scharte, die Moore noch ausgewetzt sehen möchte. Diese eine Sache, die bislang noch nicht funktioniert hat, an der sie mehrfach gescheitert ist: „Ich möchte noch mal einen Krimi veröffentlichen.“ Ganz kompromisslos.