Agri-PV-Anlage bei Obersöchering läuft: Bürger können investieren


Stand: 16.07.2026, 18:00 Uhr

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Mindesthöhe 2,10 Meter: Unter den Solarpanels können die Rinder von Georg Miller störungsfrei weiden.

Mindesthöhe 2,10 Meter: Unter den Solarpanels können die Rinder von Georg Miller störungsfrei weiden. © MaxSOLAR

Seit Anfang Juli produziert die neue Anlage in Abertshausen Ökostrom für 1700 Haushalte. Landwirt Georg Miller treibt seine 45 Rinder zwei- bis dreimal im Jahr unter die über 2,10 Meter hohen Solarmodule.

Obersöchering – Die Dürre bereitet den Bauern in der Region gerade reichlich Kopfzerbrechen. Es ist viel zu trocken. Umso interessanter ist die Beobachtung, die Georg Miller gemacht hat: „Unter den Panels steht das Gras viel besser.“ Miller hat das Grundstück für die Agri-PV-Anlage zur Verfügung gestellt, die dieser Tage in Abertshausen bei Obersöchering die Produktion aufgenommen hat.

Bürger können investieren

Die Bürger in den Gemeinden Obersöchering, Habach, Antdorf und Sindelsdorf haben im Rahmen eines Vorzeichnungsrechts bis zum 21. Juli die Möglichkeit, sich in der ersten Phase über die Plattform DKB Crowd direkt am Solarpark Abertshausen zu beteiligen, wie in einer Presseerklärung mitgeteilt wurde. Danach folgt eine zweite Beteiligungsphase: In dieser erhalten auch die Bürger der Gemeinden Riegsee, Seehausen sowie Spatzenhausen Gelegenheit zur Beteiligung.

Es bestehe die Möglichkeit, eine festverzinste Vermögensanlage zu zeichnen. Die Verzinsung beträgt 4,0 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Abschlussgebühren fallen nicht an. Die maximale Anlagesumme ist auf 5000 Euro pro Person begrenzt und ab 500 Euro in 50-Euro-Schritten möglich. Die Verzinsung erfolgt ratierlich; das bedeutet, dass jährlich ein Zehntel der Vermögensanlage getilgt wird. Die Verzinsung bezieht sich dabei auf die noch nicht getilgte Summe. Die gewünschten Anteile können direkt online unter www.dkb-crowdfunding.de/solarparkabertshausen gezeichnet werden, auf der Interessenten auch alle benötigten Informationen finden.

Auf einer Fläche von 4,2 Hektar entstand eine Anlage mit einer Gesamtleistung von 4,5 Megawattpeak. Sie soll künftig rund 5,2 Millionen Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr produzieren. Das entspricht dem Vebrauch von 1700 Drei-Personen-Haushalten. „Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Energieerzeugung“, berichtet Miller im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er ist auch Geschäftsführer der Bäuerlichen Hackschnitzel Liefergesellschaft mit Sitz in Riegsee.

Die Fläche in Abertshausen, sagt der Landwirt, habe nur eine sehr geringe Humusauflage: „Da war immer nur Weide, hier wurde noch nie geackert.“ Insofern war sie für das Projekt bestens geeignet. Gemeinsam mit der 17er Oberlandenergie und der Energie Südbayern (ESB) wurde die Photovoltaikanlage realisiert. Das Besondere daran: „Die geringste Modulhöhe der waagerechten, hochaufgeständerten Panels liegt bei 2,10 Metern“, erklärt Miller.

Doppelnutzung der Fläche für Landwirtschaft und Ökostrom

Im Sommer betreibt er Pensionstierhaltung. Und dann werden zwei- oder dreimal pro Jahr die rund 45 Rinder auf die Fläche der PV-Anlage getrieben, beweiden diese und anschließend geht es auf die nächste Fläche, damit die Weide nachwachsen kann. „Im Herbst gibt es dann noch einen Säuberungsschnitt, damit das nicht alles verunkrautet“, so der Landwirt weiter. Die Fläche wird also sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Energieerzeugung genutzt – im Gegensatz zu vielen anderen Freiflächen-PV-Anlagen.

Miller ist mit Leidenschaft bei der Sache, das merkt man. „Für den Bau mussten drei Eichen gefällt werden, das hat mir schon weh getan“, räumt er ein. Aber zwei von ihnen seien ohnehin schon krank gewesen. Und als Ausgleich wurden 16 neue Stileichen gesetzt. „Die gieße ich jeden Tag, das ist selbstverständlich. Die Nachpflanzung ist kein Alibi, sondern ein echtes Anliegen.“

Über Speicherbau wird später entschieden

Gerade an Sommertagen wird mittlerweile deutlich mehr Strom über PV-Anlagen produziert, als in diesen Momenten abgenommen werden kann. Deswegen werden bei vielen Freiflächen-PVs gleich Speicheranlagen mit errichtet. „Wir haben den Bau von Speichern auch gleich mit genehmigen lassen“, berichtet Miller weiter im Gespräch mit der Heimatzeitung. Doch gemeinsam mit seinen Partnern soll jetzt erst einmal die Marktentwicklung beobachtet und dann in „zwei, drei Jahren“ entschieden werden, ob und wann Speicher gebaut werden.

Bis dahin freuen sich Georg Miller und seine Geschäftspartner darüber, dass die Erträge der Anlage „sehr gut“ sind. Und darüber, dass Landwirtschaft und Ökostromerzeugung in Abertshausen ganz wunderbar parallel funktionieren.