Chrupalla sah „nichts Unterschiedliches“ im Sommer – das Thermometer widerspricht ihm klar


Bauchgefühl gegen Messdaten: Was der Sommer 2026 wirklich zeigt

Stand: 24.08.2026, 14:03 Uhr

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AfD-Chef Chrupalla sieht keinen Unterschied zu früheren Sommern. Doch die Messreihen erzählen eine völlig andere Geschichte. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Syke – Im ARD-„Sommerinterview“ hat AfD-Chef Chrupalla in diesem Sommer nichts „exorbitant Unterschiedliches“ gesehen. Schön für ihn. Nur: Das Klima misst sich nicht am Bauchgefühl eines Einzelnen über drei Monate. Wetter ist die Laune eines Tages, Klima die Statistik von Jahrzehnten.

Die Höchstwerte am Donnerstag (27. August).

Am Donnerstag (27. August) dreht der Sommer noch einmal voll auf. Im Südwesten sind bis zu 34 Grad möglich. © www.wetterzentrale.de

Wer den Klimawandel danach beurteilt, ob sich der letzte Urlaub heiß angefühlt hat, der beurteilt auch die Konjunktur danach, ob sich gestern das eigene Portemonnaie praller angefühlt hat. Die Messreihen erzählen eine andere Geschichte – und die wärmsten Jahre der Aufzeichnung liegen allesamt in jüngster Vergangenheit.

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Das Thermometer hat keine Meinung

Deutschland ist seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um deutlich mehr als ein Grad wärmer geworden. Hitzewellen kommen früher, häufiger und heftiger. Auch 2026 lieferte wieder das volle Programm: tropische Nächte, ausgedörrte Böden, neue Spitzenwerte – auch 45 Grad sind in Deutschland keine Utopie mehr. Das ist keine „Panikmache“, das ist schlicht die Ablesung. Und das Thermometer sitzt in keinem „Sommerinterview“, es wählt nicht und es diskutiert nicht mit. Es misst. Punkt.

Strom für die Klimaanlage reicht nicht

In einem Punkt hat der AfD-Chef vor den ARD-Kameras sogar recht: Bezahlbarer Strom für Klimageräte ist wichtig – weil genau diese Sommer ihn nötig machen. Nur kuriert das am Symptom herum und nennt die Ursache trotzig ein „Nebenthema“. Wer immer mehr Kühlung braucht und gleichzeitig wegwischt, warum das so ist, hat das Problem zwar erkannt – nur leider von hinten. Die Wohnung runterzukühlen ist Komfort. Zu verstehen, warum es draußen immer wärmer wird, ist die eigentliche Hausaufgabe. Die Zahlen der Wetterdaten räumen auch mit anderen Wetter-Mythen auf.