Bauherr zieht Klage zurück – und lobt Bürgermeister für Radweg-Lösung


Stand: 23.07.2026, 13:00 Uhr

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Auf der Kreisstraße von Langau und Penzberg wird es eng, wenn sich zwei Autos begegnen. Für Radfahrer bleibt dann kaum mehr Platz.

Auf der Kreisstraße von Langau und Penzberg wird es eng, wenn sich zwei Autos begegnen. Aus diesem Grund soll auch im Bereich der Fischzucht ein Radweg entstehen. © Patrick Staar

Ernst Trenkler hat seine Klage gegen die Gemeinde Bad Heilbrunn zurückgezogen. Der Richter hatte ihm keine Chance gegeben, sein Bauvorhaben in Langau durchzusetzen.

Bad Heilbrunn – Die Gerichtsverhandlung dauerte nicht mal zehn Minuten, und das Ergebnis war eindeutig: Bauwerber Ernst Trenkler hat keine Chance, sein Vorhaben im Bad Heilbrunner Ortsteil Langau wie geplant zu realisieren. Der Richter empfahl ihm daher, seine Klage gegen die Gemeinde zurückzuziehen – was er auch tat. Trenkler nahm es gelassen. Entscheidender war für ihn jedoch ein anderer Aspekt: „Man hat ganz klar gesehen: Es liegt nicht an den Anliegern, dass in den vergangenen 18 Jahren kein Radweg nach Penzberg gebaut worden ist.“

Der Radweg ist für Bürgermeister Michael Herrmann Chefsache: Auf dem Plan zeigt der rote Verlauf die geplante Trasse. Im Bereich des Troadstadls in der Langau kommen zwei Varianten in Frage.

Die Grundstücksverhandlungen für zwei Teilstücke des Radwegs von Heilbrunn nach Penzberg sind erfolgreich abgeschlossen. Nun geht es für Bürgermeister Michael Herrmann in die dritte und schwierigste Etappe der Verhandlungen: Er will eine Lösung für das Teilstück vorbei an der Fischzucht finden. © Seiler

Seit Jahren versucht Trenkler, in Bad Langau zu bauen. So probierte er es zunächst mit einem großen Gebäude mit Tiefgarage. Dieses Vorhaben wurde abgelehnt. Nun stellte er einen Bauantrag für einen Fünfspänner – erneut ohne Erfolg. „Was soll man machen, wenn die Gemeinde alle Register zieht und kein Bauland ausweist?“ fragt er. Bürgermeister Michael Herrmann weist diese Darstellung zurück: „Das Vorhaben war baurechtlich, naturschutz- und straßenrechtlich nicht möglich. Ob wir Willen oder Unwillen zeigen, ist in solch einem Fall nicht relevant.“ Die Gemeinde sei in solch einem Fall „das kleinste Rädchen“.

Radweg auf der anderen Straßenseite

Für die Öffentlichkeit war der Fall vor allem deshalb interessant, weil zwischenzeitlich viel darauf hindeutete, dass der viel diskutierte Radweg von Bad Heilbrunn nach Penzberg auch über Trenklers Grundstück führen könnte. Doch diese Idee ist, wie berichtet, vom Tisch. Der Radweg wird aller Voraussicht nach auf der anderen Straßenseite verlaufen. „Ich finde es toll, dass dafür eine Lösung gefunden wurde“, sagt Trenkler. „Das hat der neue Bürgermeister gut hingebracht.“ Er frage sich allerdings, wie ihm das in so kurzer Zeit gelungen sei. „Und ich frage mich: Was hat sein Vorgänger 18 Jahre lang gemacht?“ Sollte seine Klage die Entscheidungsfindung beschleunigt haben, würde ihn das freuen. Er selbst würde es „niemals“ wagen, durch Langau mit dem Rad zu fahren: „Langau ist für Radfahrer eine sehr gefährliche Stelle. Es ist gut, dass die Kinder jetzt in Sicherheit sind.“

„Jetzt habe ich meine Ruhe“

Da alle Entscheidungen gefallen seien, könne er sich wieder den Ausbesserungsarbeiten an seinem Schuppen widmen. „Die ganze Zeit hat es geheißen: Auf dein Grundstück kommt der Radweg hin, auf dein Grundstück kommt der Radweg hin – jetzt habe ich meine Ruhe.“ Für alle Ewigkeit sei das Bauvorhaben nicht erledigt, glaubt Trenkler, der in längeren Zeiträumen denkt: „Kaiser Wilhelm, Hitler, Strauß und Kohl sind gekommen und gegangen – wir sind noch immer hier in der Langau.“ Herrmann sagt, er hätte niemals Trenklers Bauvorhaben und den Radwegbau in einen Topf geworfen. „Ich hätte gesagt: Regeln wir das Bauvorhaben sauber, und dann regeln wir den Radweg. Wenn man dann nicht zusammenkommt, ist es zumindest sauber abgearbeitet.“

Bürgermeister verhandelt mit Grundstücks-Eigentümern

Er werde weiterhin etappenweise vorgehen. Als erste Etappe bezeichnet Herrmann den Abschnitt vom Dorf bis zum Fußballplatz, als zweite das Stück bis zum Kreisverkehr. Herrmann führt den Durchbruch darauf zurück, dass er die Verhandlungen persönlich übernommen habe. „Es war richtig und wichtig, dass ich persönlich zu den Grundstücksbesitzern gefahren bin.“

„Hoffentlich finden wir eine Lösung“

Vor Herrmann stehen nun ungeheuer komplizierte Verhandlungen, wenn es um das dritte Teilstück vom Kreisverkehr bis zur Fischzucht geht. Der Bürgermeister sagt, er habe sich schon mit Kreiskämmerer Ralf Zimmermann abgestimmt, die beiden betroffenen Bauern habe er noch nicht offiziell kontaktiert. Dies soll aber noch in dieser Woche geschehen: „Hoffentlich finden wir eine Lösung.“

Grundsätzlich hält es Herrmann für nachvollziehbar, dass die Landwirte ihre Grundstücke am liebsten behalten wollen: „Wenn sie nicht so denken würden, würde unsere Kulturlandschaft schon lange nicht mehr so ausschauen, wie sie ausschaut. Sie sind für den Landschaftserhalt maßgeblich verantwortlich und machen das wirklich gut.“