Baunatal baut Second Home für 850.000 Euro zum Generationen-Campus um
Stand: 15.10.2026, 08:00 Uhr
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Das Kinder- und Jugendzentrum an der Friedrich-Ebert-Allee soll zum inklusiven Familienzentrum werden. Das Land Hessen könnte bis zu 90 Prozent der Kosten übernehmen.
Baunatal – Alles an einem Ort: Diese Idee verfolgt die Stadt Baunatal mit dem geplanten „Campus für Inklusion, Generationen und gesellschaftliche Innovation“, der im Second Home entstehen soll. Dort sollen künftig die bestehenden Angebote der Kinder-, Jugend-, Erwachsenen- und Seniorenarbeit zu einem inklusiven Familienzentrum zusammengezogen und weiterentwickelt werden. Das 1982 errichtete Gebäude des derzeitigen Kinder- und Jugendzentrums an der Friedrich-Ebert-Allee soll dafür umgebaut werden. Die Stadt will rund 850.000 Euro in das Projekt investieren – vorausgesetzt, es klappt mit dem Fördergeld.

Neben einem Mehrgenerationenhaus, das Begegnungen ermöglichen soll, ist ein Kompetenzzentrum vorgesehen. Dort sollen Fachkräfte, Ehrenamtliche und Organisationen bei Fragen rund um Inklusion und Generationengerechtigkeit qualifiziert werden. Zudem soll der Campus als Baunataler Netzwerkzentrum sowie „Reallabor“ genutzt werden, in dem gemeinsam mit den Bürgern neue Ideen entwickelt und getestet werden.
Im Stadtparlament stieß das Vorhaben jüngst bei allen Seiten auf Zustimmung. Durch die in Aussicht stehenden Zuschüsse vom Land Hessen von mindestens 70 Prozent (Eigenanteil dann: rund 374.000 Euro) sei das Projekt auch in der derzeit angespannten Baunataler Finanzlage zu stemmen, so der Tenor. Sollten im neuen Campus auch Angebote für den gesamten Landkreis auf die Beine gestellt werden, sei sogar eine Übernahme von 90 Prozent der Kosten denkbar, so Bürgermeister Henry Richter (parteilos). Der Rathauschef freute sich ausdrücklich darüber, dass offenbar „alle an einem Strang ziehen wollen“. Das ist auch nötig: Soll Fördergeld fließen, muss noch in diesem Jahr mit den ersten baulichen Veränderungen begonnen werden.
Weil die Hortbetreuung durch den Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung entfällt, stehen im Kinder- und Jugendzentrum ausreichend Flächen zur Verfügung, heißt es. Allerdings müssen bei dem 44 Jahre alten Gebäude zahlreiche Hindernisse beseitigt werden, damit für alle Baunataler eine gleichberechtigte Teilhabe möglich ist. Durch „umfangreiche bauliche Maßnahmen“ sollen die Räume barrierefreier werden. Dazu gehören ein Lift für Rollstuhlfahrer, Rollatoren und Kinderwagen sowie ein visuelles, taktiles und akustisches Leitsystem. Zudem soll ein für alle zugängliches Büro für die Baunataler Inklusionsbeauftragte entstehen und die Beleuchtung im Gebäude erneuert werden. Ziel ist die Förderung von Inklusion, Teilhabe und einem generationenübergreifenden Miteinander. Ein netter finanzieller Nebeneffekt: Durch das Zusammenziehen der Angebote an der Friedrich-Ebert-Allee müsste die Stadt nicht weiterhin Räumlichkeiten an der Rembrandtstraße anmieten.